Brücke und Schule gaben an der Gemeindeversammlung zu reden

Oberhofen

Die Auflösung der Wasserversorgungsgenossenschaft hiessen die Oberhofner gut. Für mehr Diskussionsstoff sorgten indes das Schulhaus Friedbühl und die geplante Hängebrücke.

Grossmehrheitlich Einigkeit herrschte bei der Übertragung der Aufgaben der Wasserversorgungsgenossenschaft.

Grossmehrheitlich Einigkeit herrschte bei der Übertragung der Aufgaben der Wasserversorgungsgenossenschaft.

(Bild: Stefan Kammermann)

«Wegen der Neuausrichtung müssen wir die Gebühren nicht erhöhen», sagte Gemeindepräsident Philippe Tobler (SVP) am Montagabend an der erstmals von ihm geleiteten Gemeindeversammlung in Oberhofen. Angesprochen war damit die Absicht, die örtliche Wasserversorgungsgenossenschaft per 31. Dezember aufzulösen und deren Aufgaben mit dem Jahreswechsel der Gemeinde zu übertragen.

«Dies bedeutet, dass wir als Gemeinde rund zwanzig neue Stellenprozent schaffen werden, welche in der Bauabteilung angesiedelt werden», sagte der Gemeindepräsident weiter. Grund für die Übernahme durch die ­Gemeinde ist die Forderung des Kantons Bern, die Organisationsstrukturen zu vereinfachen. «Mit der Übernahme schaffen wir nun diese Voraussetzungen», betonte Tobler.

Das Vorhaben blieb an der Gemeindeversammlung unbestritten. Die 133 Anwesenden (7,2 Prozent der Stimmberechtigten) hiessen den Übernahmevertrag wie auch einen Kredit von 600 000 Franken für den Vollzug mit grossem Mehr gut.

Hängebrücke umstritten

Die geplante Hängebrücke der Baufirma Frutiger AG über den Riderbach in Oberhofen war auch an der Gemeindeversammlung ein Thema. Bekanntlich sind elf Einsprachen und drei Rechtsverwahrungen gegen das Baugesuch eingegangen.

Zudem wurde kürzlich eine Petition gegen das Vorhaben eingereicht. Die Frutiger AG möchte ihrer Heimatgemeinde die rund 180 Meter lange ­Hängebrücke aus Anlass des 150-Jahr-Firmenjubiläums im nächsten Jahr schenken.

Luc Frutiger, Mitinhaber und Delegierter des Verwaltungsrates der Frutiger-Gruppe, zeigte an der Versammlung auf, dass es für die Baufirma im Rahmen des Jubiläums keinen besseren Ort gibt, um etwas für die Bevölkerung zu tun.

«Mit der Brücke handeln wir uns nur Probleme und Ärger ein.»Ein Votant

«Wir wollen uns nicht selber feiern», betonte er. Frutiger zeigte sich überzeugt, dass die geplante Brücke das Landschaftsbild nicht wirklich beeinträchtigen werde. «Sie wird von der Strasse her kaum einsehbar sein», sagte er.

«Die Brücke beschäftigt uns sehr», meinte dagegen ein Versammlungsteilnehmer. Das Geschenk sei zwar «cool, aber wir brauchen die Brücke nicht». Wer Nervenkitzel benötige, könne ja auf den Sigriswilergrat gehen.

«Mit der Brücke handeln wir uns nur Probleme und Ärger ein», zeigte sich der Votant überzeugt. «Ein Entscheid ist noch nicht gefallen, und viele Fragen sind noch offen», entgegnete Gemeindepräsident Tobler.

Schulhaus gab zu reden

Zu reden gab an der Versammlung ebenso die geplante Erweiterung der Schulanlage Friedbühl. Der Schulverband Hilterfingen, dem neben Hilterfingen auch Oberhofen und Heiligenschwendi angehören, will das 1952 erbaute Gebäude in die Neuzeit überführen.

Die Kosten für das gesamte Projekt, das auch den Neubau einer Sporthalle beinhaltet, belaufen sich auf 29 Millionen Franken. Gemäss Kostenteiler bleiben der Gemeinde Oberhofen rund 9,6 Millionen Franken.

Die Kosten waren einem besorgten Bürger ein Dorn im Auge. «Wir müssen zu unseren Finanzen Sorge tragen, sonst endet es in einem Fiasko», meinte er. Zumal auf die ­Gemeinde weitere Investitionen zukommen würden. Eine Gruppe von Unternehmern habe sich deshalb der Sache angenommen und werde demnächst aufzeigen, welche Möglichkeiten es gebe, das Schulhausprojekt günstiger zu realisieren.

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt