Thun

Bypass: Wo sich warum Widerstand regte

ThunWährend die neue Aarequerung in der Planungsphase des­ Bypass Thun-Nord weitgehend unbestritten war, wurde vor allem die Parallelstrasse zur Bernstrasse in Steffisburg heftig bekämpft. Allerdings erfolglos.

Die neue Strasse des Bypasses, die parallel zur Bernstrasse verläuft, war umstritten.

Die neue Strasse des Bypasses, die parallel zur Bernstrasse verläuft, war umstritten. Bild: zvg

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Nein, die Planung des Bypass Thun-Nord war kein Spaziergang – und ohne Gegenwind ging es schon gar nicht. Kein Wunder: Wenn es um 145 Millionen Franken und Tausende Quadratmeter Land geht, erstaunt es indes nicht, dass selbst ernannte Planer wie Pilze aus dem Boden ­schiessen.

Die Befürchtung, dass der Bypass Thun-Nord nicht die gewünschten Resultate liefert, wird von den Gegnern des Projekts auch heute noch mehr als Gewissheit formuliert denn als Zweifel. Konkret konnten sie indes kaum noch mehr Strassen fordern – und machten sich deshalb vor allem in Steffisburg für den Verzicht auf die Parallelstrasse zur Bernstrasse stark. ­Namentlich die SVP machte sich dafür stark, zunächst nur die ­Aarequerung zu realisieren, dann allenfalls die Bernstrasse zu verbreitern – und erst dann Kulturland für eine neue Strasse zu ­opfern.

Zuerst die Einbahn?

Die FDP Steffisburg wollte vor dem Bau der teuren neuen Strasse einen Einbahnversuch in der Thuner Innenstadt lancieren, «um Fehlplanungen zu verhindern», wie sie argumentierte. Auch die Freisinnigen machten sich dafür stark, dass die Parallelstrasse erst am Schluss der Bauarbeiten realisiert werden sollte – falls überhaupt nötig. Allerdings forderten sie gleichzeitig, dass das Land zwischen Bernstrasse und Parallelstrasse gleich noch als Gewerbeland eingezont werden sollte.

Eine Sammeleinsprache

Am Ende wurde im Rahmen der Planauflage in Steffisburg eine Sammeleinsprache eingereicht: Anwohner der Stockhornstrasse wollten, dass auf die Parallelstrasse verzichtet wird – oder dass wenigstens auf der Stockhornstrasse Tempo 30 eingeführt wird, wenn die neue Strasse kommt. Immerhin wird wohl nicht zuletzt dank dieser Einsprache ab dem neuen Kreisel an der Ortseinfahrt auf der Stockhornstrasse Tempo 40 eingeführt – wenn der Kreisel gebaut ist.

Heimberg war bald raus

Rasch erledigt war die Idee, im Rahmen des Generationen-Projekts auch gleich die Gemeinde Heimberg direkt an den Autobahnzubringer anzuschliessen: Einerseits weil sich die Opposition rasch formierte – so wie auch gegen das nun vorliegende Projekt gegen die Erschliessung via Aarefeld Steffisburg. Andererseits mussten die Planer aber auch eine mittlere Peinlichkeit eingestehen: Es wäre rechtlich gar nicht möglich gewesen, eine Gemeindestrasse direkt an eine Nationalstrasse anzuschliessen.

Zufriedener Leist

Lobende Worte gab es sowohl in der Mitwirkungsphase 2009 sowie in der Planauflage Ende 2010 primär aus dem Schwäbis-Quartier: Mit der Einführung von Tempo 30 als flankierende Massnahme wurde eine Forderung erfüllt, die schon lange lautstark geäussert wurde; mit der nun erfolgten Erweiterung der Zone bis auf die Thuner Seite der Regiebrücke wurde sogar eine weitere Forderung erfüllt, welche die Schwäbis-Bewohner im Rahmen der Mitwirkung geäussert hatten.

Dafür wehrten sie sich gegen die Anbindung des Bypass an die Mittelstrasse – am Ende auch mit Einsprachen. Diese konnten indes wie alle anderen auch bereinigt werden. Allerdings vergingen zwischen der Planauflage Ende 2010 und der Bewilligung des Strassenplans im Frühling 2012 fast anderthalb Jahre. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 08.11.2017, 11:30 Uhr

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