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Das Ja in greifbarer Nähe

Ob die Idee einer neuen Schul- und Sportanlage in der Schönau weiterverfolgt wird, entscheidet das Stimmvolk am 26. November an der Urne. Es geht darum, Einzonungen im Zonen- und Schutzzonenplan zu genehmigen.

Künftig könnte in der Schönau eine neue Schul- und Sportanlage entstehen. Dazu braucht es an der Gemeindeabstimmung vom 26. November aber erst ein Ja der Bevölkerung zu den nötigen Ein- und Umzonungen.
Künftig könnte in der Schönau eine neue Schul- und Sportanlage entstehen. Dazu braucht es an der Gemeindeabstimmung vom 26. November aber erst ein Ja der Bevölkerung zu den nötigen Ein- und Umzonungen.
Gabriel Berger

Im August hat der Grosse Gemeinderat (GGR) beschlossen, die Änderungen in der baurechtlichen Grundordnung zu genehmigen. Was trocken klingt, war der erste Schritt zum Bau einer neuen Schul- und Sportanlage in der Schönau: Der GGR befürwortet die dafür nötigen Einzonungen. Das letzte Wort in jener Angelegenheit haben am 26. November die Steffisburger Stimmberechtigten.

Sie werden an der Urne entscheiden, ob künftig der Weg für die vom Gemeinderat vorgelegte Neubauvariante geebnet ist. Diese umfasst eine Mehrzweckhalle mit Dreifachturnhalle, ein Normrasenspielfeld, einen Allwetterplatz sowie neue Leichtathletikanlagen. Konkret sollen die Stimmberechtigten am Sonntag in einer Woche über Ein- und Umzonungen im Zonen- und Schutzzonenplan befinden. Diese bilden die Grundlage für ein späteres konkretes Projekt. Ein solches und auch der allfällige Erwerb von Grundeigentum stehen allerdings noch nicht zur De­batte.

Das Echo seitens der Parteien klingt beinahe ausschliesslich positiv: «Gemeinsam setzen sich die BDP, EDU, EVP, GLP, SP und SVP dafür ein, dass die Steffisburger Bevölkerung bei der Gemeindeabstimmung vom 26. November ein Ja in die Urne legt», schreibt die SP Steffisburg in einer Mitteilung und nimmt damit vorweg, welche Meinung die politische Landschaft der Gemeinde dominiert.

Restlos alle Parteien, auch die Grünen, sind sich darin einig, dass neue Sportstätten für Steffisburg Sinn machen. Thomas Dermond, Präsident der BDP, erklärt: «Die Gemeinde denkt zukunftsorientiert und will der Schule und den Vereinen eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellen.» Dies befürworte die Partei. Dieselbe Meinung teilt die GLP. Die Vorlage lege die Basis für die Sportanlagen und öffne die Türen für eine nachhaltige Lösung, schreibt Präsident Ruedi Christen in einer Mitteilung.

Auch Bruno Berger (EDU) ist überzeugt: «Zweifellos braucht Steffisburg neue Sportstätten, der Kunstrasenplatz wird seit Jahren immer wieder verschoben, und die vorhandenen Hallen genügen nicht mehr für den Unterricht.» Die EDU begrüsse den sparsamen Umgang mit dem Land und sei überzeugt, dass mit der Änderung der Zonen eine gute Lösung gefunden worden sei.

Ähnlich sieht das die EVP: «Mit der vorliegenden Zonenänderung wird Sorge getragen zum Landwirtschaftsland. Die EVP wird sich dafür einsetzen, dass beim Bau der Halle eine ökologisch verträgliche Lösung gesucht wird», schreibt Thomas Schweizer, Medienverantwortlicher der Partei, in einer Mit­teilung.

Konrad Moser, Parteipräsident der FDP, spricht Klartext: «Würde diese Vorlage scheitern, so wäre der Sportanlagenbau um Jahre zurückgeworfen.» Laut der SVP wäre es gar «fatal, die Planung zum jetzigen Zeitpunkt abzubrechen.» Reto Jakob, Medienverantwortlicher der Partei, macht deutlich: «Steffisburg muss in neue, zeitgemässe Sportanlagen investieren.»

Grüne wollen Schutzzone erhalten

Ein Diskussionspunkt der Vorlage war und ist die Erweiterung der Zone für öffentliche Nutzungen. Die Grünen haben sich deshalb dazu entschlossen, die ­Vorlage zur Änderung der baurechtlichen Grundordnung abzulehnen. Dies, obwohl sie das ­Bestreben der Gemeinde, die sportliche Betätigung der Bevölkerung zu fördern, unterstützen, wie Parteipräsident Theo Schmidt in einer Mitteilung schreibt. «Die Vorlage kommt aber als Paket zur Abstimmung und enthält zwei Punkte, die nichts mit Sport zu tun haben», heisst es dort weiter.

Einer davon ist die Verkleinerung des Landschaftsschutzgebietes Eichfeld. Im vorgesehenen Ausmass sei diese «unnötig und willkürlich». Sie ergebe nur Sinn, wenn die Bauzone später bis zur neuen Grenze reichen solle, was in der bisherigen Planung nicht der Fall ist. Die Partei stört sich weiter daran, dass mit der Erweiterung der Zone für öffentliche Nutzung auch mehr Parkplätze entstehen könnten, als dem Projekt gesetzlich bereits zugesichert sind. Jene verschlingen mehr Land und fördern zusätzlichen Verkehr, erklären die Grünen auf ihrer ­Website.

Sportvereine sprechen sich für die Umzonung aus

Die Steffisburger Sportvereine ziehen am selben Strick wie die Mehrheit der Parteien: Der Turnverein, der TV Steffisburg Handball, der FC Steffisburg, der ­Hockeyclub und der Satus werben mit dem Flyer «Mir säge Ja» für die Annahme der Vorlage. Der FC Steffisburg etwa hat seine Mitglieder ermuntert, ein Ja in die Urne zu legen, wie Präsident Heinz Gilgen erklärt. Obwohl der zweite Fussballplatz, den der FC sich erhofft hatte, in der Planung nicht vorgesehen ist, stehe der Verein hinter dem Projekt, so Gilgen: «Wir haben beschlossen, die Sache nicht durch die FC-Brille, sondern durch die sportliche Brille zu betrachten.» Neue Infrastruktur sei vonnöten, darin seien sich die Sportvereine einig.

«Wir kämpfen seit Jahren mit dem Verband, da unsere Nati B in der aktuellen Halle gar nicht trainieren dürfte, weil sie zu klein ist», sagt Danny Walder, Obmann des TV Steffisburg Handball. Nun könnte sich die Lage ändern, die neue Halle würde die Vorlagen des Handballverbandes erfüllen. Der Verein setze sich zudem stark für Jugend und Schulsport ein und befürworte die Vorlage deshalb, sagt Walder weiter: «Es geht darum, ein Zeichen in der Gemeinde zu setzen.»

Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP) ist zuversichtlich: «Ich denke, dass wir den Stimmbürgern eine mehrheitsfähige Vorlage bieten. Wir hoffen deshalb auf ein Ja, damit wir am Projekt weiterarbeiten können.» Bei einem Nein wäre das Projekt in der Schönau «definitiv auf Eis gelegt», wie Marti sagt. Ein Hallenbau an einem anderen Standort mache kaum Sinn, die Standortfrage wurde bereits umfassend abgeklärt, dies attestieren auch die kantonalen Stellen. «In der Schönau können wir Synergien nutzen. An einem anderen Standort wird ein solches Projekt ­sofort teurer und liegt zudem weniger zentral. Dafür die Zustimmung der Bevölkerung zu erhalten, wäre wohl wesentlich schwieriger», sagt der Gemeindepräsident.

Für Redaktor Gabriel Berger steht fest: Die Zeit ist reif für die neuen Anlagen. Lesen Sie auch seinen Kommentar.

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