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Das Sprungbrett auf die Opernbühne

Im 27. Jahr präsentiert Verena Keller «Das Festival der jungen Stimmen». Jährlich lädt die Opernsängerin und Musikdozentin eine international gemischte Gruppe von Jungtalenten ins Oberland.

Die jungen Opernsängerinnen studieren einen erotisch angehauchten Walkürenritt ein.
Die jungen Opernsängerinnen studieren einen erotisch angehauchten Walkürenritt ein.
Christina Burghagen

Es gurrt und schnurrt, es schmettert und klettert die Tonleiter hinauf. Es wird sich gestreckt und gereckt, um die optimale Stimme herauszukitzeln: In der Aula der Schulanlage Raft in Sigriswil biegen sich die Balken angesichts der stimmgewaltigen Nachwuchs-Bühnenstars, die sich da morgens kurz vor ihren grossen Auftritten im Oktober zur Perfektion proben.

Das Festival der jungen Stimmen ist der Schmelztiegel für den hochbegabten Sängernachwuchs aus aller Welt. Übers Jahr hat Verena Keller die Besten zur Opernwerkstatt geladen. Die jungen Sängerinnen und Sänger haben sich als Semifinalisten und Finalisten an den grossen europäischen Wettbewerben profiliert.

In diesem Jahr nehmen teil: Mia Domacina Topalušic (Sopran, Kroatien), Elena Epikhina (Sopran, Russland), Jaime Mondaca Galaz (Bass, Chile), Anna Gitschthaler (Sopran, Schweiz/Österreich), Lukasz Hajduczenia (Bariton, Polen), Shiki Inoue (Sopran, Japan), Jussi Juola (Bassbariton, Finnland), Sivan Keren (Sopran, Israel), Nataliia Kukhar (Mezzosopran, Ukraine), Katarína Kurucová (Sopran, Slowakei), Adriana de León (Sopran, Guatemala), Vsevolod Marilov (Tenor, Russland), Anna Nero (Mezzosopran, Schweiz), Kseniia Nikolaieva (Alt, Ukraine), Javid Samadov (Bariton, Aserbeidschan), Leonid Shoshyn (Tenor, Ukraine), Rose Taylor (Sopran, USA) und Janusz Zak (Bariton, Polen).

Erotischer Ritt der Walküre

Der Walkürenritt, der jeweils schon die vergangenen Galas mit ausgefeilter Choreografie eingeleitet hat, kommt in diesem Jahr sehr erotisch daher. «Behandelt die Männer ruhig schlecht. Die haben das gerne – meistens», motiviert Regisseur Stephan Grögler die Ausführenden.

Von Poledance über huckepackreitende Sängerinnen auf ihren zum Pferd gewordenen Kollegen bis hin zu hämischem, hexigem Gelächter der wagnerschen Schlachtjungfern reicht das aufreizende Spektakel. «Ich habe dir eine Karotte mitgebracht», säuselt eine Sängerin ihrem Pferd zu – ein Kollegengag, der beim gemüsig Beschenkten schallendes Gelächter auslöst.

Nach intensiver Probenarbeit stellen sich die Sänger in einem szenischen Theaterabend mit Ensembles und Arien aus allen Epochen in Sigriswil, Bern, Basel, Zürich und Wiesbaden vor. Das Ziel dieses Projektes ist es, jungen Künstlerinnen und Künstlern des klassischen Gesangs beim Einstieg in den Beruf zu helfen, was jedes Jahr gelingt. Aus diesem Projekt konnten Karrieren beginnen wie diejenige von Judit Kutasi und von Elena Stikhina.

Beginn grosser Karrieren

Teilnehmende der internationalen Opernwerkstatt wurden später etwa am Theater Bern, am Theater Orchester Biel-Solothurn, am Opernstudio Zürich, am Staatstheater Wiesbaden und an der Staatsoper Wien engagiert. Das Patronat für das international anerkannte Projekt wurde von Bundespräsident Alain Berset und von der Stadt Zürich übernommen.

Das leitende Team, das die jungen Talente begleitet, besteht aus Verena Keller als Direktorin und Seele des Festivals, dem musikalischen Leiter und Dirigenten Michael Güttler, den Theaterprofis Verena Nemivora, Magdalena Weingut und Benjamin Schad, Pianistencoach Rupert Dussmann, den Pianisten Vesevolod Dvorkin und David Hausknecht, der Pianistin Svetlana Smirnova und dem Lichtdesigner Erwin Lutz.

Die Aufführungen Festival der jungen Stimmen 2019: 9. Oktober, 19.30 Uhr, Kirche Sigriswil; 10. Oktober, 19.30 Uhr, Französische Kirche Bern; 11. Oktober, 19.30 Uhr, Theater Rigiblick Zürich; 12. Oktober, 19.30 Uhr, Martinskirche Basel; 14. Oktober, 19.30 Uhr, Foyer Staatstheater Wiesbaden. Vorverkauf bei www.kulturticket.ch, www.ticketino.ch und www.staatstheater-wiesbaden.de

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