Thun

Das Verwaltungsgericht soll entscheiden

ThunDas Initiativkomitee Pro Johanneskirche will, dass das Verwaltungsgericht über die Frage befindet, ob eine Kirche ohne Einverständnis der Kirchgemeinde geschlossen werden kann.

Darf sich der Kleine oder Grosse Kirchenrat über die Kirchgemeinde hinwegsetzen? Rund um die Thuner Johanneskirche ist ein Streit entbrannt.

Darf sich der Kleine oder Grosse Kirchenrat über die Kirchgemeinde hinwegsetzen? Rund um die Thuner Johanneskirche ist ein Streit entbrannt. Bild: Patric Spahni

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Obwohl die Beschlüsse des Grossen Kirchenrats vom August 2016 mit dem Volksbeschluss vom April 2018 zur Initiative «Pro Johanneskirche» aufgehoben sind und damit die Johanneskirche vor ihrer Schliessung und ihrem Verkauf gerettet ist, bleibt die Frage offen, ob der Kleine respektive der Grosse Kirchenrat der reformierten Gesamtkirchgemeinde Thun ohne eine Verzichtserklärung einer Einzelkirchgemeinde die Schliessung und Entwidmung beschliessen kann.

Beschwerde bleibt bestehen

Das Initiativkomitee Pro Johanneskirche sei überzeugt, dass bei Entscheiden wie zum Verzicht auf ein Kirchenzentrum die Einzelkirchgemeinde beschliessen müsse, bevor die Behörden der ­Gesamtkirchgemeinde ihrerseits entscheiden könnten, schreibt der Verein Pro Kirche Strättligen in einer Mitteilung.

Deshalb wird die Beschwerde gegen das Organisationsreglement der Gesamtkirchgemeinde Thun aufrechterhalten, sodass das Verwaltungsgericht des Kantons Bern in der Frage entscheiden muss. «Die Rechtsfrage der Abgrenzung der Zuständigkeit zwischen der Gesamtkirchgemeinde und der Einzelkirchgemeinde ist juristisch höchst interessant», sagt Oliver Jaggi, einer der Beschwerdeführer und Co-Präsident des Vereins Pro Kirchen Strättligen, und fügt an: «Wir sind uns bewusst, dass die Klärung dieser Rechtsfrage eigentlich für die Zukunft über eine Reorganisation der Kirchgemeinde Thun erfolgen muss.»

Drei Vertreter des Vereins Pro Kirche Strättligen bekämpfen die Schliessung, indem sie das ­Organisationsreglement der Thuner Gesamtkirchgemeinde juristisch infrage stellen. Es lasse keinen klaren Rückschluss zu, ob die Gesamtkirchgemeinde oder aber die einzelne Kirchgemeinde darüber entscheidet, auf welche Kirche im Fall der Fälle verzichtet wird.

Die Beschwerdeführer blitzten beim Thuner Regierungsstatthalter Marc Fritschi ab, zogen die Beschwerde aber ans Verwaltungsgericht weiter. Dieses hat den Entscheid über die Beschwerde im Sommer 2017 mit Blick auf die nun angenommene Initiative vorläufig sistiert. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 06.07.2018, 16:25 Uhr

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