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Den Nachbarn mit Feuerwerk beschossen: Streit führte vor Gericht

Ein 76-Jähriger schoss Feuerwerk auf seinen Nachbarn ab, um ihn vom Grundstück zu vertreiben. Es war nicht der einzige Grund, weshalb es zur Gerichtsverhandlung kam.

Mit einem Nachbarschaftsstreit beschäftigte sich das Regionalgericht in Thun.
Mit einem Nachbarschaftsstreit beschäftigte sich das Regionalgericht in Thun.
Keystone

Einfache Körperverletzung, Beschimpfung, Nötigung, gering­fügige Sachbeschädigung sowie Übertretung gegen die Sprengstoffgesetzgebung: Diese Straftatbestände enthält der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, gegen einen in der Region Thun wohnhaften Mann. Auslöser ist ein Nachbarschaftsstreit.

Der 76-Jährige forderte seinen Nachbar, während dieser im Januar 2017 Schnee schaufelte, zweimal auf, das Grundstück innert zehn Sekunden zu verlassen. Als dieser der Aufforderung nicht nachkam, warf der Beschuldigte zwei widerrechtliche pyrotechnische Gegenstände in Richtung des Nachbarn, die in dessen Körpernähe explodierten. Er erlitt ein Knalltrauma, was zu beidseitigem Tinnitus, glücklicherweise ohne bleibende Innenohrschädigung, führte.

Des Weiteren beschimpfte der Mann den Nachbar mit «Souhund» und «Brandstifter». Im Mai 2017 kam es zu zwei weiteren Vorfällen: Der Beschuldigte zerstörte mit einem Beilschlag ein in einem Garten als Dekoration aufgestelltes Schneckenhaus einer Naturschnecke. Zudem spritzte er mit einem Gartenschlauch gegen einen Balkon, wodurch sein Nachbar und eine weitere Person genötigt wurden, diesen fluchtartig zu verlassen.

«Drohte, sich anzuzünden»

Die Delikte bescherten dem Mann einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft. Ihm wurden eine unbedingte Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 100 Franken sowie eine Busse von 300 Franken aufgebrummt. Zusammen mit den Gebühren käme ihn die Angelegenheit auf 4800 Franken zu stehen. Weil er Einsprache erhob, war gestern eine Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Oberland in Thun anberaumt.

Der Angeklagte erschien trotz im Dezember persönlich entgegengenommener Vorladung nicht vor Gericht. Im Vorfeld habe er mehrmals an der Empfangsloge vorgesprochen und sein Nichterscheinen angekündigt, teilte Gerichtspräsident Jürg Santschi mit. «Einmal hat er sogar gedroht, sich vor dem Gerichtsgebäude anzuzünden», gab Santschi weiter bekannt.

Anwesend war sein Nachbar, der als Privatkläger auftrat. Seine Forderungen wurden auf den Zivilweg verwiesen. Im Gerichtssaal waren die Tische vorsichtshalber so angeordnet worden, dass die beiden Streithähne nicht hätten aufeinander losgehen können. Zudem waren eine Polizistin und ein Polizist aufgeboten worden.

Strafbefehl bestätigt

Da das Nichterscheinen ein unentschuldigtes Fernbleiben darstellt, gilt der Strafbefehl als zurückgezogen und wird somit rechtskräftig. Dem Beschuldigten entstehen Mehrkosten von 150 Franken. Allerdings kann innert zehn Tagen Beschwerde eingereicht oder es kann ein Gesuch für eine Nachfrist (Wiederherstellungsgesuch) gestellt werden. Voraussetzung ist eine ärztliche Bestätigung der Verhandlungsunfähigkeit am ursprünglich angesetzten Termin.

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