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Den Weg der Konfrontation gewählt

Ein Kommentar von TT-Redaktorin Barbara Schluchter-Donski zur Sitzung des Grossen Kirchenrats.

Eines muss man dem Grossen Kirchenrat lassen: Er ist konsequent. Er kam am Montag nicht mehr auf seinen Entscheid vom August 2016 zurück und hat die Initiative «Pro Joki» in aller Deutlichkeit abgelehnt.

Damit ist nun das Thuner Kirchenvolk am Zug.Der Souverän wird im Rahmen einer Volks­abstimmung mitreden können. Einen solchen basisdemokratischen Entscheid in der verfah­renen Angelegenheit kann man eigentlich nur unterstützen.

Aber dieser Weg wird kein einfacher sein. Denn jetzt gilt es erst einmal, die Abstimmung der Gesamtkirchgemeinde zu ­organisieren. Etwas, das es so in Thun oder in einer anderen Gemeinde des Kantons noch gar nie gab. Und weil das Resultat anfechtbar und auch eine ­Beschwerde vor Verwaltungs­gericht hängig ist, droht ein sehr langwieriges Verfahren mit un­sicherem Ausgang.

Es stellt sich deshalb die Frage, ob der Grosse Kirchenratder Thuner Kirche und ihren Mitgliedern mit seinem Entscheid vom Montag wirklich einen Gefallen getan hat. Mit der Annahme der Initiative wäre man zwar einen Schritt zurückgegangen, hätte aber der erst vor kurzem angelaufenen Mediation zwischen den Parteien eine echte Chance gegeben und zu einer Entspannung der Situation beigetragen.

So weit kommt es nun aber nicht. Vielmehr steht nun ein Abstimmungskampf bevor, der aller Voraussicht nach mit harten Bandagen geführt wird. Die mangelnde Transparenz, mit welcher der Kleine Kirchenrat (gerade auch in finanzieller Hinsicht) politisiert, könnte dabei zum zentralen Thema werden. Und auf diesem Weg der Konfrontation wird es unweigerlich Ver­lierer geben.

Mail: barbara.schluchter@thunertagblatt.ch

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