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Der Schöpfer der Musik

Im Juli und August wird im Schnittweier das Freilichttheater «Vogellisi» aufgeführt. Die Musik dazu stammt aus der Feder von Chris Grunder.

Komponist Chris Grunder bei der Arbeit im Tonstudio.
Komponist Chris Grunder bei der Arbeit im Tonstudio.
zvg

Die Geschichte vom Vogellisi aus Adelboden, das die Freiheit und seine Berge über alles liebt und mit den Vögeln sprechen kann, ist ab 14. Juli beim Schnittweier ob Steffisburg zu sehen.

Chris Grunder schrieb die Musik für das Naturmärchen, Regisseurin Annemarie Stähli und die musikalische Leiterin, Anna-Lena Schulz, setzen sie in Szene. «Das Ziel war», sagt Chris Grunder, «eine Symbiose aus Schweizer Volksgut und moderner Filmmusik zu schaffen.» Entsprechend setzte er die alten Volkslieder neu auf und arrangierte sie für Chor, Orchester und zwei Alphörner.

Das Timing muss stimmen

«Die Musik unterstützt, ähnlich wie im Film, das Schauspiel auf der Bühne emotional», beschreibt Grunder das Konzept. «Sie baut Spannung auf, unterstreicht die heiteren Szenen oder sorgt auch mal für Gänsehaut.» Dem Stil des bekannten Filmkomponisten Hans Florian Zimmer folgend, wechseln sich Actionmotive und behutsamere Passagen ab. «Das Vogelgezwitscher kommt leichtfüssig und in melodischen Linien daher», erklärt der 52-Jährige, der bereits Produktionen in Hollywood und New York realisierte.

«Die Musik baut Spannung auf, unterstreicht die heiteren Szenen oder sorgt auch mal für Gänsehaut.»

Komponist Chris Grunder

«Die Schauspieler orientieren sich an der Musik.» Will heissen, ein musikalischer Höhepunkt ist zugleich auch ein schauspielerischer. «Das Timing muss hundertprozentig stimmen», so Grunder. Dass es stimmt, dafür übte die Regisseurin mit ihrem Ensemble unzählige Stunden. Und für die richtige Abstimmung sorgt mit viel Fingerspitzengefühl Soundexperte Lars Kauz.

Zum ersten Mal Alphörner

Die Mitwirkung zweier Alphornbläser sei eine Premiere, sagt der Komponist weiter. «Ich bin gespannt auf das Resultat.» Denn: Das Alphorn sei mit seinen Naturklängen im Tonumfang beschränkt, ein harmonisches Zusammenspiel mit dem Orchester ab Band deshalb eine Herausforderung. «Ganz besonders bei schlechter Witterung, wenn die Luftfeuchtigkeit den Alphörnern zusetzt», präzisiert er.

Chris Grunder ist ein erfahrener Profi, für den die Musik nicht nur Beruf, sondern auch Berufung ist. Schon als Sechsjähriger erhielt er Klavier- und Geigenunterricht. Bald darauf kam die Gitarre hinzu. «Als Zwanzigjähriger spielte ich vor allem Rockmusik», blickt der gebürtige Aargauer zurück. Bevor er sich an der Jazzschule Zürich einschrieb, trat er in verschiedenen Formationen auf. Zu seinen bevorzugten Musikstilen gehörte nebst Jazz bald auch der Bossa Nova. Augenzwinkernd meint Chris Grunder: «Die Tanzmusik lehrte mich, Stimmung zu schaffen.»

Erste CD «erst» vor 9 Jahren

Vor knapp dreissig Jahren baute er mit Renzo Selmi in Zürich ein Tonstudio auf. «Wir schreiben und produzieren Werbemusik für Radio und Fernsehen», erklärt Grunder, der seine Freizeit am liebsten im eigenen Garten oder mit Ehefrau Bernadette und ihren zwei Hunden verbringt. Für ihre Arbeit wurden die beiden Produzenten mehrfach ausgezeichnet. So etwa 2015 mit dem «Goldenen Chrönli», dem Oscar für die beste Hörspielproduktion für Kinder. Seine erste eigene CD «Cool Summer» veröffentlichte Grunder vor neun Jahren. An Privatanlässen begleitet er als Gitarrist ab und zu die Sängerin und Radiomoderatorin Regi Sager.

Doch zurück zum «Vogellisi»: Es ist die vierte Inszenierung, die Chris Grunder für die Oberländer Märlibühne vertont. Was ist diesmal auch noch neu? «Der Chor singt mehrere Kompositionen vierstimmig a cappella», verrät der Musiker und unterstreicht: «Das ist nebst den Alphornklängen eine weitere Premiere.»

www.maerchenhaft.ch

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