«Der Sieg gegen YB tut fünffach gut»

Das 3:1 im Derby gegen YB war Balsam für die Thuner Seelen. Der Sieg helfe der ganzen Region, sagt Sportchef Andres Gerber.

Ein Derbysieg bereitet den Thunern speziell grosse Freude.<p class='credit'>(Bild: Keystone)</p>

Ein Derbysieg bereitet den Thunern speziell grosse Freude.

(Bild: Keystone)

Peter Berger@PeterBerger67

Ein Sieg gibt in der Super League drei Punkte, nicht mehr und nicht weniger. Das ist seit der Einführung in der Saison 1995/1996 so. Und doch ist nicht jeder Sieg gleich wertvoll.

Thuns Andres Gerber jedenfalls hält nach dem 3:1 am Sonntag gegen die Young Boys fest: «Ein Sieg gegen YB tut nicht doppelt, sondern sogar fünffach gut.» Natürlich braucht der Sportchef keinen Blick auf die Tabelle, um festzustellen, dass auch dieser Erfolg nur mit drei Punkten verbucht worden ist.

«Es geht aber um mehr», betont die Thuner Identifikationsfigur. «Ein Sieg über das grosse YB hat eine ungleich höhere Strahlkraft als einer über einen anderen Klub – nicht nur für den Verein, sondern für die ganze ­Region», erklärt er. «So ein Sieg stärkt bei allen das Selbstvertrauen und zeigt, dass wir Oberländer mithalten können.»

Vierjährige Durststrecke

Diese Saison haben die Thuner beide Derbys gewonnen: beim 4:0 im August in Bern mit viel Glück, am Sonntag zu Hause souverän. Vorher erlebten sie indes eine vierjährige Durststrecke. Der letzte Derbysieg vor dieser Saison war ihnen im Dezember 2013 ­geglückt. Danach holten sie aus 14 Duellen nur noch drei Punkte mit Unentschieden. «Zuvor waren viele Derbys ausgeglichen, wir verloren trotzdem. Jetzt gewinnen wir plötzlich. Erklären lässt sich das nicht», sagt Gerber.

In dieser Meisterschaft war die Ausgangslage vor dem Aufeinandertreffen zweimal praktisch identisch gewesen. Im August reisten die Thuner als Tabellenletzte nach Bern zum Leader, diesmal empfingen sie die führende Equipe von Adi Hütter erneut als Schlusslicht. «Vor dem Spiel habe ich daran gedacht, bloss getraute ich mich nicht, die Situation anzusprechen», gesteht Gerber.

Der Sportchef zweifelte indes nie an der Mannschaft. Nach der bitteren Cuppleite am Mittwoch beim FC Zürich, als die Thuner in den letzten neun Minuten drei Tore kassierten und nach einer 3:1-Führung noch 3:4 verloren, habe es zwei Möglichkeiten gegeben: «Die Stimmung war geknickt, aber auch trotzig. Wir sagten uns, entweder gehen wir kaputt, oder wir stehen gemeinsam auf und zeigen allen, dass wir gut sind. Zum Glück ist die zweite Version eingetroffen.»

Mit dem Sieg haben die Oberländer die rote Laterne wieder abgeben können. «Psychologisch ist es extrem wichtig, dass man nicht Letzter ist», meint Gerber.

Die wichtigen Spiele folgen

Trainer Marc Schneider widerspricht nicht, betont jedoch, dass erst nach 36 Runden abgerechnet werde. «Wichtiger ist, dass wir die schlechten Gefühle vertreiben konnten. Wir hatten uns in den vorherigen Partien für gute Leistungen nicht belohnt. Das begann zu nagen.» Der Coach weiss aber, dass die Situation angespannt bleibt, deshalb erinnert er sich an ein Gespräch mit Martin Schmidt.

Der frühere Thuner U-21-Coach, der nach Mainz nun Wolfsburg betreut, habe ihm gesagt, dass «man nicht alle, aber die wichtigen Spiele gewinnen muss». Dazu zählen am Samstag vor allem die Partie bei Schlusslicht Sion und anschliessend jene daheim im letzten Spiel des Jahres gegen Lugano.

Berner Zeitung

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