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Der Spareffekt verpufft

TT-Redaktor Michael Gurtner über die geplanten Sparmassnahmen bei der Gartenbauschule Hünibach.

Klar, sparen macht nie Freude. Klar, niemand will entsprechende Massnahmen ausgerechnet bei sich umgesetzt sehen. Klar, betroffene Institutionen wehren sich und begründen wortreich, warum gerade bei ihnen die Sparbemühungen fehl am Platz sind. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. In diesem Sinn kann die Kantonsregierung machen, was sie will – sparen ist immer falsch. Manchmal ist es aber auch falscher. Wie im Fall der Gartenbauschule Hünibach.

Das sah eine eindrückliche Mehrheit des Grossen Rats ­bereits 1999 so, als die Kantonssubventionen ebenfalls gestrichen werden sollten: Die Argumente verfingen über alle Parteigrenzen hinweg. Und diese Argumente sind dieselben geblieben – die Geschichte wiederholt sich. Es geht um Lehrstellen. Es geht um Menschen, die oftmals schulische, psychische und/oder soziale Probleme haben und in normalen Betrieben wohl keine Chance hätten. In Hünibach werden sie in den Arbeitsmarkt integriert. Geschieht dies nicht, fallen nicht nur die Perspektiven für diese Menschen weg – sondern garantiert auch Kosten bei der Sozialhilfe oder der Invalidenversicherung an. Der Spareffekt dürfte im Endeffekt völlig wirkungslos verpuffen.

«Lehrstellen statt Leerstellen» forderte der Schreibende 1999 als junger Journalist in einem Kommentar zu den geplanten Sparmassnahmen bei der Gartenbauschule Hünibach. Dem gibt es 18 Jahre später eigentlich nichts hinzuzufügen. Ausser vielleicht: Hoffentlich wiederholt sich die Geschichte auch, was den Entscheid des Grossen Rats betrifft.

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