Thun

Der Turnfest-Chef zieht eine positive Bilanz

ThunNoch mehr Teilnehmer als geplant, höchstens durchzogenes Wetter und ein komplett neuartiges Rahmenprogramm machten das Kantonalturnfest für Helfer und OK zur Herausforderung. Doch die Bilanz des Präsidenten fällt positiv aus.

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Das Bernische Kantonalturnfest hatte mit Rekordteilnehmerzahlen Höhen und mit Wettkampfabbrüchen wegen der Gewitter Tiefen. Welche Bilanz ziehen Sie?
Daniel Iseli: Grundsätzlich fällt meine Bilanz positiv aus. Einziger wirklicher Negativpunkt war der Abbruch am ersten Fest­sonntag. Doch nach dem Blitzeinschlag vom Vortag ist das OK auch heute noch der Ansicht, dass der Entscheid richtig war.

Wie sieht die sportliche Bilanz aus?
Am Ende hatten wir über zwei Wochenenden 16'500 Turnerinnen und Turner auf Platz, mehr als 500 Karten wurden noch kurzfristig gelöst. Wir erlebten qualitativ hochstehende Gymnastik- und Gerätevorführungen sowie Spitzenleistungen in der Leichtathletik.

Gab es Verletzungen oder medizinische Vorfälle?
Nichts, was über die üblichen Schürfungen, Schnittwunden oder Ähnliches hinausgeht.

In Sachen Fest hat das OK mit dem breiten Konzert-, Party- und Showprogramm Neuland betreten. Hat es sich gelohnt?
Ja. Die Partyhallen und -zelte ­waren insbesondere in der Nacht von Samstag auf Sonntag brechend voll, und die Stimmung war gigantisch; auch die Trick ­It-Show war zweimal super ­besucht. Und trotz der gewaltigen Menschenmassen hatten wir keine nennenswerten Zwischenfälle zu verzeichnen. Turnerinnen und Turner bezahlen relativ viel Geld, um an einem Turnfest teilzunehmen. Dafür wollten wir ihnen auch etwas bieten.

Haben Sie mit dem Rahmenprogramm – inklusive Flugshow am Sonntag – auch Aussenstehende anziehen können?
Das war ganz klar unser Ziel. Wir wollten ein Turnfest, das facettenreicher und qualitativ besser wird als andere.

Trotzdem waren in der Endabrechnung mehr Turner auf dem Gelände als Zuschauer. Warum?
Turnen ist sehr komplex. Beim Fussball ist klar, wann der Ball im Tor liegt und dass gewinnt, wer mehr Tore schiesst. Im Turnen hat man unzählige Disziplinen und Spielwettkämpfe, die alle auf ein 10-Punkte-Raster gelegt werden müssen. Hinzu kommt die Einteilung in acht Stärkeklassen. Für einen Laien ist dieses System extrem schwer nachvollziehbar, und die Leistungen sind kaum einzuordnen.

Wie könnte man da Gegensteuer geben?
Indem man das ganze Wertungssystem vereinfachen würde.

Zurück zum Fest selber: Man darf annehmen, dass sich die Wahl des Austragungsortes bewährt hat.
Absolut. Die befestigten Hallen, die grossen Flächen, die so aus­gestaltet sind, dass das Wasser sauber abläuft, dazu die Allmend, auf der das Wasser hervorragend versickert – all das war Gold wert. Aber auch die ganze Zusammenarbeit mit dem Waffenplatzkommando an sich funktionierte grossartig. In welchem anderen Land der Welt könnten Tausende Turner zwei Wochen lang einen ganzen Waffenplatz in Beschlag nehmen?

Täuscht der Eindruck, oder ist das Gelände, insbesondere die Wettkampfstätten, trotz intensiver Niederschläge in nicht allzu schlechtem Zustand?
Der Eindruck täuscht nicht. Wir haben natürlich versucht, mit Holzschnitzeln und mit dem ­Einbau von Unterlagen den Boden wo immer möglich zu schonen – aber wie gesagt: Die Beschaffenheit der Allmend kommt uns auch entgegen.

Schaffen es Ihre Leute, die Anlagen im geforderten Zeitraum wieder zurückzugeben?
Ich bin zuversichtlich. Am Montag und am Dienstag sind je 170 Personen im Einsatz. Zudem wurde schon viel Vorarbeit geleistet. Die ersten Abbauarbeiten haben schon am Samstagabend begonnen.

Sie sagten im Vorfeld, das Fest sei für Sie ein Erfolg, wenn die Leute schnell verpflegt würden, saubere Toiletten und ein gutes Festerlebnis hätten. Hat sich ­jemand beschwert?
Die Verpflegung funktionierte dank unserem Caterer und unserer eigenen Festwirtschaft formidabel. Bei den Toiletten haben wir ­meine Vorgaben für mein Empfinden nicht ausgezeichnet, aber gut erfüllt. Und das Festerlebnis war zweifellos einzigartig. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 26.06.2016, 19:22 Uhr

«In welchem anderen Land der Welt könnten Tausende Turner zwei Wochen lang einen ganzen Waffenplatz in Beschlag nehmen?», fragt OK-Chef Daniel Iseli rhetorisch. (Bild: Markus Hubacher)

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