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Die FDP steigt mit Carlos Reinhard ins Rennen

Mit Carlos Reinhard steht ein weiterer prominenter ­Kandidat für den Gemeinderat fest. Die FDP will mit dem ­Grossrat nach acht Jahren zurück in die Thuner Stadtregierung.

Die FDP will zurück in den Thuner Gemeinderat. Das hält die Partei in ihrer am Mittwoch verschickten Medienmitteilung unmissverständlich fest. Zur Erinnerung: Über Jahrzehnte hinweg waren die Freisinnigen fixer Bestandteil der Stadtregierung – bis 2010 die damalige Bauvorsteherin Jolanda Moser abgewählt wurde. Jetzt soll es in erster Linie Spitzenkandidat Carlos Reinhard richten.

Er erreichte bei den Grossratswahlen im Frühling innerhalb der FDP im Wahlkreis Thun das klar beste Resultat. Trotzdem: Vom Wähleranteil von gut 8 Prozent bei den Grossratswahlen her, ist die FDP Thun relativ weit von einem Sitzgewinn entfernt. Schliesslich braucht es 16,7 Prozent Wähleranteil, um sicher einen Gemeinderatssitz zu erringen. Warum tut sich Reinhard die Kandidatur also an?

Der Angesprochene lacht und findet: «Das ist eine gute Frage.» Um sofort anzufügen: «Ich denke, ich bin bereit für das Amt und kann mich voll und ganz darauf konzentrieren.» Er spricht damit seine berufliche Situation an – Reinhard hat vor einem guten Jahr seine Grosswäscherei verkauft. «Ich bin überzeugt, dass trotz der Proporzwahl letztlich die Persönlichkeiten zählen», führt der 45-jährige Grossratspräsident des Jahres 2016 aus.

«Ich denke, ich bin bereit für das Amt und kann mich voll und ganz darauf konzentrieren.»

Carlos Reinhard

Eine Frau und ein Junger

Nebst Reinhard, der kumuliert wird, treten bei den Gemeinderatswahlen für die FDP Vizepräsident und Stadtrat Hanspeter Aellig, Notarin Barbara Lehmann Rickli und der Jungfreisinnige Nicola Grossenbacher an. Dass die BDP dem bürgerlichen Schulterschluss eine Absage erteilt hat, «bedauern wir sehr», schreibt die FDP. «Man hat alles unternommen, um sich mit der BDP zu einigen – leider ohne Erfolg», führt Hanspeter Aellig aus.

Präsident Markus van Wijk betont derweil: «Wir konzentrieren uns auf unsere eigenen Stärken.» Carlos Reinhard findet es schade, dass «nur wegen Listenverbindungen der Parteien» Personen von Ämtern zurücktreten. Damit spricht er die Turbulenzen bei der BDP an, bei welcher Präsident, Vizepräsident und Fraktionspräsident den Hut nahmen.

Allerdings blieb zuletzt auch die FDP nicht vor Querelen verschont: Präsident Zeno Super­saxo warf im April den Bettel hin, weil ein Strategiepapier durch eine Indiskretion zu Personen ausserhalb der Partei gelangt war. Reinhard sagt, das sei Supersaxos persönlicher Entscheid gewesen, den er selber sehr bedaure. Dass die Vorkommnisse die FDP schwächen, glaubt er nicht – er sieht die Partei im Gegenteil seit den Grossratswahlen im Aufwind. Gemeinderatskandidat Nicola Grossenbacher spricht sogar von «einem regelrechten Boom» bei den Jungfreisinnigen Berner Oberland.

Baldachin am Bahnhof?

Für Carlos Reinhard ist klar: «In Thun muss etwas gehen.» Dabei würde ihm sein Netzwerk in der Politik im ganzen Kanton und auch auf eidgenössischer Ebene helfen. Er denke dabei etwa an die Verkehrserschliessung in Thun-Süd. Eines seiner Themen sei zudem der Bahnhofplatz: «Es ist schade, wird er nicht attraktiver genutzt.» Thun sei eine der wenigen Städte, die direkt vom Bahnhof aus einen Seezugang haben. «Einen Baldachin sehe ich eher auf dem Bahnhofplatz als im Bälliz», verweist Reinhard schmunzelnd auf eine kürzlich lancierte Idee.

Schliesslich geht es für Reinhard auch darum, dass es im Gemeinderat keine linke Mehrheit gebe und damit «eine Situation wie in der Stadt Bern» verhindert werden könne: «Wir werden schauen, dass wir eine Listen­verbindung mit der SVP machen können. Das ist das nächste Ziel nach der Absage der BDP.» Definitiv entscheiden wird die FDP gemäss Medienmitteilung im ­August.

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