«Die guten Werte des Hip-Hops vermitteln»

Thun

An der Seestrasse können Tanzbegeisterte des Hip-Hops bei «The Yard – Dance & Culture District» ihre Passion ausleben.

Die Tanzgruppe Flava Fiendz.

Die Tanzgruppe Flava Fiendz.

(Bild: PD)

Rassig fährt Aaron Lannutti auf dem Velo auf das Tanzstudio von The Yard zu. Der 24-Jährige Thuner mit dem Künstlernamen F-Arrow tanzt schon sein halbes Leben lang. «Ich habe im Alter von zwölf Jahren mit dem Breaken begonnen», erzählt er.

Im September 2017 hat die Tanzschule ihre Tore geöffnet. «Das ging ziemlich schnell über die Bühne, denn der Verein wurde schon im Juni desselben Jahres gegründet, und ein Bekannter gab uns den Tipp, dass sich an der Seestrasse ein leerer Raum befindet», sagt Lannutti.

Der Raum war zunächst renovierungsbedürftig. «Um die Renovation finanzieren zu können, sammelten wir Geld auf der Crowdfunding-Plattform Wemakeit. Menschen aus aller Welt waren von unserem Projekt angetan, und so kamen 11000 Franken zusammen, was es uns schliesslich ermöglichte, mit den Renovationen zu beginnen.»

Der Tanzraum von The Yard. Die Tanzgruppe Flava Fiendz. (Bild: PD)

Weiter erzählt Lannutti: «Im Frühjahr 2018 bezogen wir auch den Raum nebenan, damit wir einerseits Garderoben haben, um uns umziehen zu können, und andererseits damit unsere Tanzgruppen für ihre Wettkämpfe und Shows trainieren können.»

Streetdance bis Top Rock

«Die beiden Show- und Wettkampfgruppen heissen Flava Fiendz und Flava Fiendz Juniors», sagt Lannutti, «mein Freund Dominik ‹D in Deed› Graf und ich waren in jüngeren Jahren auch Mitglieder der Flava Fiendz.» Geleitet wurden die Tanzgruppen damals wie heute von Michael «Ez Mike» Zurflüh sowie seiner langjährigen Partnerin Jessica «Jazzy Jes» Rieben. Lannutti sagt: «Die beiden kamen eines Tages auf uns zu und erzählten von ihrer Idee von The Yard. Daraufhin war die Gründung des Tanzstudios quasi beschlossen.»

An den Tanzlektionen und Workshops kann laut Lannutti jeder teilnehmen: «Es können Kinder, Jugendliche sowie auch Erwachsene teilnehmen, die sich für die Tanzkultur des Hip-Hops interessieren, es gibt vom Alter her keine wirklichen Einschränkungen. Die Niveaus sind ebenfalls sehr umfangreich – man kann bei uns als blutiger Anfänger oder als weit Fortgeschrittener beginnen.»

«In der Szene reden wir nicht von Breakdance, sondern von Breaking und von B-Boying/B-Girling.»Aaron Lannutti, Mitbegründer The Yard

Zu den Tanzstilen sagt Lannutti: «Wir bieten Streetdance, Breakdance, House sowie Top Rock, das Breakdance im Stehen, an. In der Szene aber reden wir nicht von Breakdance, sondern von Breaking und von B-Boying/B-Girling. Das Wort Breakdance stammt von Aussenstehenden, die nicht von der Hip-Hop-Kultur kommen.»

Community Open Practice

Die bezeichnet Lannutti als erschwinglich: «Ausserdem bieten wir gegen einen kleinen Betrag das ‹Open Practice› an. Das heisst, dass die Leute zu uns kommen und die Räumlichkeiten benutzen, um für sich zu trainieren. Es läuft Musik, und jemand von uns ist dabei anwesend.»

Und: «Jeden Donnerstag gibt es zusätzlich das ‹Community Open Practice›, das im Gegensatz zum gewöhnlichen ‹Open Practice› kostenlos angeboten wird. So möchten wir den Leuten eine Plattform geben, die sie nutzen können, um sich gegenseitig auszutauschen. Schliesslich ist es eine super Möglichkeit, anderen Leuten die guten Werte des Hip-Hops zu vermitteln, denn vielfach wird Hip-Hop noch immer mit Negativem assoziiert.»

Auch ausserhalb könne man die Showgruppen von The Yard bewundern: «Am diesjährigen Open Air Thun werden wir auftreten. Ausserdem nahmen wir letztes Jahr an den Freestyle Roots in der Nähe des Panorama-Centers in Thun teil, und auch dieses Jahr werden wir mit dabei sein», sagt Lannutti.

www.theyardthun.ch

Arbër Shala (25) wohnt in Thun, studiert an der PH Bern und mag Fussball, Salsa, Unihockey, Sprachen, Kunst.

Thuner Tagblatt

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