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Die Rückkehr der Störche

Nachdem der Storch seit 1950 in der Schweiz als ausgestorben gegolten hatte, glich es einer kleinen Sensation, als im ­Oktober 1966 drei Störche im Gwatt auftauchten.

Im Oktober 1966 liessen sich Störche im Gwatt nieder. Die Tiere hatten zuvor als ausgestorben gegolten. (Symbolbild)
Im Oktober 1966 liessen sich Störche im Gwatt nieder. Die Tiere hatten zuvor als ausgestorben gegolten. (Symbolbild)
Manuela Matt

Am 4. Oktober vermeldete das «Thuner Tagblatt» eine Neuigkeit, die alle Tier- und unter ihnen insbesondere die Vogelfreunde freuen durfte: «Seit dem 28. September haben sich in Gwatt drei Störche zu einem Erholungsaufenthalt auf ihrer etwa 5000 Kilometer betragenden Reise ins Winterquartier niedergelassen.» Man vermutete, dass die nicht beringten Vögel aus Holland oder Dänemark stammten.

Grund zur Freude gab der Besuch der drei Störche vor allem, weil die Vogelart in der Schweiz seit 1950 als ausgestorben galt. Mitte Oktober berichtete diese Zeitung sogar über weitere Störche, die sich im Gwatt absetzten.

Wie den Zahlen der Gesellschaft Storch Schweiz abzulesen ist, haben die Bestände in den letzten 50 Jahren wieder kontinuierlich zugenommen. 2015 wurden in der Schweiz knapp 400 Brutpaare gezählt.

Was vor 50 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

3.10.1966 Knud Jacobsen, Grafiker, Thun, gestaltete einen neuen Sommer- und Winterprospekt für den Kurort Lenk. Er wird den Verkehrsbüros auf drei Kontinenten zugestellt und beschreibt touristische Attraktionen und die Landschaft des Simmentals.

3.10.1966 Am 28. September liessen sich drei Störche im Gwatt zur Erholung auf ihrer 5000 km langen Reise nieder. Die Vögel, die nicht beringt sind, stammen aus Holland oder Dänemark, wo noch einige Horste vorkommen. Seit 17 Jahren wurden in der Schweiz keine Bruthorste mehr festgestellt. 1948 fiel der letzte noch bewohnte Sommerhorst einem Brand in der Ziegelei Frick zum Opfer.

5. 10. 1966 Vier riesige Quitten konnte Samuel Favri-Feller im Gwatt ernten. Die kleinste von ihnen wiegt immer noch über ein Kilo! Die grösste hat ein Gewicht von 1300 Gramm. An der Tannenhofstrasse wurde an einem Apfelbaum an einem gleichen Zweig Äpfel und Blüten gefunden.

5. 10. 1966 Seit 1935 verdoppelte sich die Trinkwasserförderung. 1965 wurden in der Stadt Thun 375 Liter Wasser pro Kopf und Tag verbraucht. Zwei Drittel des gesamten Wasserverbrauchs flossen in die privaten Haushaltungen. Die gesamte eigene Fördermenge betrug 4 625 570 Kubikmeter Wasser. Allein die Verbrauchszunahme in den privaten Haushaltungen nahm innert 10 Jahren um rund eine Million Kubikmeter zu.

6. 10. 1966 Die Galerie Steiner zeigt Blumenbilder von Hermine Leuthard aus Hünibach. Vor 17 Jahren war sie Schülerin von Paul Gmünder. Die Künstlerin arbeitet mit der Spachteltechnik und versteht es, die Blumenwelt einzigartig darzustellen.

8. 10. 1966 In der Galerie Berntor-Keller zeigt die Grafikerin Ursula Müri-Venner eine Reihe ihrer Werke, die zur gegenstandslosen Malerei gehören. An der Vernissage erklärte sie «lächelnd», dass sie völlig unbekannt sei. An der gleichen Ausstellung zeigt Markus Hafner seine Schwarzweissfotografien.

10. 10. 1966 Auf Antrag der Kunstkommission beschliesst der Gemeinderat, aus der Ausstellung der Malerinnen, Bildhauerinnen und Kunstgewerblerinnen, die zurzeit im Thunerhof zu sehen ist, zwei Werke anzuschaffen. Es handelt sich um ein Bild in Tempera mit dem Titel «Herbstlandschaft» von Verena Jaggi und um die Zeichnung «Joceline» von Trudi Schlatter.

10. 10. 1966 Roman Tschabold, Steffisburg, stellt in der Galerie Aarequai neue Werke aus. Der grösste Teil der Ölbilder sind Stimmungsbilder und Landschaften in Grüntönen. Die Stillleben und Bildnisse enthalten ebenfalls die Farbe Grün als Hauptton. Diese sind jedoch im alten Stil, das heisst gegenständlich mit dem Hang in das Abstrakte, gemalt.

10. 10. 1966 Am Eishockey-Saisonauftakt des EHC Thun sahen 700 Zuschauer nur zwei Tore. Der EHC Thun bezwang die Mannschaft vom EHC Luzern mit 2:0 Toren. Die Thuner spielten mit Jäggi; Baumgartner, Müller; Künzi, Burger; Herren, Feller H., Kratzer; Schafroth, Meyer, Frutiger; Wülser, Zenger, Neuenschwander; Als Ersatz wirkte W. Feller.

12. 10. 1966 Zu Ende der Museumssaison wurde festgestellt, dass mehr als 39'000 zahlende Besucher den Rittersaal besuchten. Das sind mehrere Hundert mehr als in der vorangegangen Saison.

17. 10. 1966 Weitere Störche setzten sich auf den Dächern im Gwatt ab. Diese setzten sich am 12. Oktober wieder Richtung Niesen ab. Am 13. Oktober kam eine weitere Gruppe an. Der Zug geht immer Richtung Simmental, und der Storchenzug muss eine Verschiebung erfahren haben, denn auch im Neuhaus, Unterseen, ruhten drei Störche aus.

18. 10. 1966 Der Schachklub Thun organisierte im Freienhof eine Simultanvorstellung mit dem Grossmeister Paul Keres, unter anderem ständiges Mitglied der russischen Olympiamannschaft. Von 35 Partien gewann Keres 31, realisierte 3 Remis und verlor nur eine Partie gegen M. Mustac. Dazu benötigte Paul Keres knappe vier Stunden.

20. 10. 1966 Der Oktobergrossmarkt verzeichnete eine Auffuhr von 178 Stück Grossvieh, 411 Schweinen, 34 Schafen und 4 Ziegen. Gute Kühe galten Fr. 2500.– bis Fr. 2700.–, mittlere Kühe Fr. 1800.– bis 2300.–; Kleine Ferkel per Paar Fr. 155.– bis Fr. 165.–; grosse Ferkel Fr. 210.– bis Fr. 230.–; grössere Fasel Fr. 350.– bis Fr. 380.–.

21. 10. 1966 Das umgebaute Ladengeschäft der Firma Adolf Schär an der Bahnhofstrasse wurde eröffnet. Mit der Eröffnung wurde der Geschäftsneubau und Umbau, der sich über Jahre erstreckte, beendet. Druckerei, inkl. Redaktion des «Thuner Tagblattes», die Büromöbelabteilung und die Büros wechselten bereits von der Hauptgasse an die Bahnhofstrasse.

22. 10. 1966 Die Schaufenster im Zeichen der «Schweizer Woche» widmen sich gemäss Idee von W. Maier, Reklamechef der Firma Loeb, Thun, dem Essen und Trinken in alter Zeit in der Schweiz. Aus Negativen vom Landesmuseum Zürich und vom Historischen Museum Bern, wurden Grosskopien angefertigt, die den «Charme» früherer Ess- und Trinkgeschirre zeigen. Die Fotos werden mit antikem Geschirr aus dem Historischen Museum Thun und dem Antiquitätengeschäft K. Zaugg ergänzt.

22.10.1966 Der EHC Thun gewann am Kyburg-Cup gegen Villars-Chambéry mit 6:5 Toren. La Chaux-de-Fonds siegte gegen Langnau mit 9:3 Toren. Damit steht der EHC Thun im Final gegen La Chaux-de-Fonds. Den Final gewann La Chaux-de-Fonds mit 4:0 Toren.

24. 10. 1966 Mit der Einweihung der Aula der Sekundarschule Strättligen wurde die letzte Etappe des Ausbaus beendet. Es bestehen bereits Pläne, im Talacker provisorisch eine weitere Reihe Schulhäuser zu erstellen und später an einem anderen Platz eine 2-reihige neue Sekundarschule zu bauen.

25. 10. 1966 Der im Frühling gegründete Verein für Vogelzucht, Pflege und Vogelschutz Astrild führte im Restaurant Allmendhof eine Ziervogelausstellung durch. Rund 70 Vogelarten wurden den Besuchern vorgestellt.

26. 10. 1966 Das Restaurant Du Pont am Guisanplatz erhielt ein neues Aussehen. Der Vorplatz mit den Bäumen verschwand, und anstelle des Gärtleins entstand eine Terrasse. Das Restaurant nennt sich neu Terrasse. Das Haus wurde vom Architekturbüro Glauser & Grütter umgebaut und gehört der Gurten-Brauerei.

29. 10. 1966 Am Thuner Waffenlauf nahmen 1009 Läufer teil. Werner Fischer, Füsilier, gewann zum 3. Mal bei 4 Teilnahmen in der Zeit von 1 Std 50 Min. 17 Sek. und verpasste seinen Rekord nur um 3 Sekunden. Den 2. Rang belegte Sap. August von Wartburg mit einem Rückstand von 37 Sekunden.

Quelle: Stadtarchiv Thun

(mbs)

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