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Die Schulden steigen wieder

Die Gemeinde investiert in ihre Schul- und Sportanlagen – dadurch steigen die Schulden wieder an. Das Budget 2018 schliesst laut Finanzvorsteherin Ursulina Huder dennoch im Plus ab.

Das Gschwend-Areal (links) soll der Gemeinde in Zukunft Rendite bescheren.
Das Gschwend-Areal (links) soll der Gemeinde in Zukunft Rendite bescheren.
Christian Liechti
Die Zahlen zu den Finanzen.
Die Zahlen zu den Finanzen.
bz
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«In den nächsten Jahren stehen in Steffisburg einige grosse Investitionsbrocken an.» Dies konnte Finanzvorsteherin Ursulina Huder (SP) bereits bei der Begrüssung zur gestrigen Medienkonferenz zum Budget 2018 sowie zum Finanzplan 2018– 2022 der Gemeinde Steffisburg vorwegnehmen. «Dadurch steigen unsere Schulden.»

Bevor sie genauer auf jene Entwicklungen einging, legte Huder die wichtigsten Informationen in Kürze dar: Wie bereits in den letzten Jahren bleibt Steffisburgs Steueranlage 2018 bei den bisherigen 1,62 Einheiten, die Liegenschaftssteuer bleibt ebenfalls unverändert bei 1,2 Promille. Die Rechnung 2018 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 948 500 Franken ab.

Ein Nuller trotz Gewinn

In den Jahren 2017, 2019 und 2020 sieht der Finanzplan von Steffisburg eine schwarzen Null als Resultat vor, während sich 2018, 2021 und 2022 ein Ertragsüberschuss abzeichnet. Dies ergibt sich aus den erforderlichen zusätzlichen Abschreibungen nach dem harmonisierten Rechnungsmodell (HRM2). «Nach der Auflösung der Spezialfinanzierung der Netzulg AG im Wert von rund 25 Millionen Franken schreiben wir dafür jährlich 1,5 Millionen Franken ab, obwohl dieses Geld nicht bar vorhanden ist», erklärte Ursulina Huder. «So ergibt sich eine schwarze Null als Resultat, obwohl die Gemeinde eigentlich Gewinn macht.»

Sporthalle ist grösster Posten

Es sind 64 Prozent der Beträge, die die Gemeinde von den Investitionen im Finanzplan 2018– 2022 aus eigenen Mitteln aufbringen kann. «Besser wäre ein Selbstfinanzierungsgrad von hundert Prozent», verdeutlichte Huder, «denn momentan verschulden wir uns.»

«Der grösste Posten ist zweifellos die Sporthalle.»

Ursulina HuderFinanzvorsteherin

Die geplanten Investitionen betragen rund 40 Millionen Franken, knapp 26 Millionen davon kann die Gemeinde aus eigener Kraft aufbringen. «Namentlich die geplante Sanierung und der Neubau für die Sportanlage in der Schönau lassen unsere Schulden ansteigen.»

Schulden verdoppeln sich

Im Jahr 2020 werden die Schulden laut Finanzplan mit rund 32,6 Millionen den doppelten Betrag des aktuellen Standes – rund 15 Millionen – ausmachen. «In den zwei darauffolgenden Jahren wollen wir wiederum ein erträgliches Mass an Schulden erreichen», sagte die Finanzvorsteherin. In absoluten Zahlen wären dies 22,6 (2021) beziehungsweise 20,6 (2022) Millionen Franken.

Weitere Investitonsschwerpunkte neben dem Schul-, Kultur- und Sportzentrum samt Kunstrasenplatz in der Schönau sollen unter anderem Sanierungen von Fenstern und Fassaden am Schulhaus Zulg sowie am Spezialtrakt der Oberstufe Schönau sein. Auch in die Gemeindestrassen und in den Hochwasserschutz will Steffisburg weiterhin investieren. «Der grösste Posten ist jedoch zweifellos die Sporthalle. Sofern diese nicht mehr als 9 Millionen Franken kostet und der Sachaufwand der Gemeinde im Rahmen der Rechnung 2016 bleibt, ist der Bau für die Gemeinde aber tragbar», erklärte Huder.

Verkäufe steigern Gewinn

Zusätzliche Gewinne im Budget ergeben sich für Steffisburg aus dem Verkauf von Parzellen an der Scheidgasse und im Bereich Gschwend-Areal am Dükerweg an die HRS Real Estate AG . Eines jener Wohngebäude, die am Dükerweg entstehen sollen, wird die Gemeinde von der HRS zurückkaufen (wir berichteten). Durch Mietverträge soll dort Rendite erzielt werden.

Auch mit dem TV Steffisburg – Besitzer des Eichfelds – ist die Gemeinde im Gespräch, um jene Parzelle möglicherweise zu übernehmen. «Mit jenen Beträgen können wir Schulden abbauen», erklärte Huder.

Sachaufwand sinkt

Im Budget 2018 steigt der gesamte Personalaufwand gegenüber 2017 um 237 000 Franken auf 13,2 Millionen Franken. Der Sach- und übrige Betriebsaufwand beträgt 10 Millionen Franken. Dies sind 444 000 Franken weniger als im Budget 2017. Die Ausgaben für den kantonalen Lastenverteiler sind gegenüber dem Vorjahr um 349 000 Franken auf 21,3 Millionen Franken gestiegen – dies sind rund 55 Prozent des gesamten Steuerertrags der Gemeinde Steffisburg. Darin enthalten sind unter anderem der ÖV, die Lehrerlöhne und die Sozialhilfe.

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