Die Suche nach den Unterschieden in der Gemeindepolitik

Steffisburg

Im Hinblick auf die Gemeindewahlen wurde an einem Polit-Talk sechs Kandidaten für den Steffisburger Gemeinderat auf den Zahn gefühlt. Unterschiede auszumachen, war schwierig.

Politikerinnen und Politiker begegneten am Wahlmärit in Steffisburg Bürgerinnen und Bürgern.

Politikerinnen und Politiker begegneten am Wahlmärit in Steffisburg Bürgerinnen und Bürgern.

(Bild: Hans Kopp)

Am Samstag stellten sich die sieben Steffisburger Parteien BDP, EDU, EVP, FDP, GLP, SP und SVP, die am 25. November zu den Gemeindewahlen antreten, an einem Wahlmärit auf dem Dorfplatz den Wählerinnen und Wählern vor. Am damit verbundenen Polit-Talk zum Thema «Steffisburg wohin?» bildete gerade die Nutzung des Dorfplatzes ein wichtiges Thema. Marco Zysset, Redaktor dieser Zeitung, fühlte als Moderator sechs Kandidaten für den Gemeinderat auf den Zahn.

Sie waren sich einig, dass der Platz zu einem Ort der Begegnung werden soll. Hans Berger (GLP, bisher) findet, dass auch Events für die Jungen zur Attraktivierung beitragen könnten. Unterschiede waren in Bezug auf die Finanzierung auszumachen. So ist Reto Jakob (SVP, neu) der Auffassung, dass nicht alles der Gemeinde aufgebürdet werden sollte, sondern auch Eigeninitiative gefragt sei.

Verdichtetes Bauen

Ein anderes zentrales Thema bildete das verdichtete Bauen. Auch hier gingen die Meinungen kaum auseinander, stellte Hans Berger (GLP) fest. «Es ist wichtig, dass man kein Kulturland verbaut», sagte er. «In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wie weit wir wachsen wollen», ergänzte Konrad E. Moser (FDP, neu). Wichtig sei, den Quartiercharakter zu erhalten. «Die SP befürwortet verdichtetes Bauen», führte Peter Jordi (neu) aus. Es müsse jedoch nach gemeinsamen, nachbarschaftsverträglichen Lösungen gesucht werden. Und Thomas Dermond (BDP, neu) sagte: «Wir müssen uns entwickeln.»

Aufs Tapet kam – wo derzeit nicht? – auch die Verkehrssituation. Da waren sich die Teilnehmer einig, dass das Oberdorf unter dem Durchgangsverkehr leide. Eine Umfahrungsstrasse gehöre aus finanziellen Gründen jedoch wohl ins Reich der Träume. «Jeder sollte sich überlegen: Brauche ich das Auto?», mahnte Bruno Berger (EDU, neu). Jeder sollte sein eigenes Verhalten in Bezug auf die Mobilität überdenken.

Wer ist «mä»?

«Mä sött, mä müessti…» Wer ist «mä»?, warf der Gespächsleiter etwas provokativ in die Runde. Ist das die Gemeinde, sind es die Politiker oder sonst jemand, der alle Probleme lösen sollte? Mit «mä» seien alle Bürger gemeint – und damit gefordert, am öffentlichen Leben teilzunehmen, waren sich die Kandidaten einig.

«Sucht mit den Kandidatinnen und Kandidaten das Gespräch, fühlt ihnen auf den Zahn», forderte Zysset die Anwesenden zum Abschluss auf. Und vor allem: «Nehmt an den Wahlen teil!» Fazit: Die Parteien bekämpfen sich nicht, jede ist bestrebt – mit Nuancen – das Beste für die Gemeinde zu tun.

Thuner Tagblatt

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