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Die Thunfest-Eintritte werden teurer

Das kostenpflichtige Festgelände wird auf das Bälliz und den Mühleplatz erweitert, die Eintrittspreise zur Konzertzone Rathaus steigen: Mit diesen Massnahmen will der Verein Thunfest die Zukunft des Events sichern.

Die Partyzone im Oberbälliz am Thunfest 2018: Auch dieser Bereich ist künftig kostenpflichtig.
Die Partyzone im Oberbälliz am Thunfest 2018: Auch dieser Bereich ist künftig kostenpflichtig.
PD/Simon Boschi

Zehntausende, die in der Innenstadt feiern: Dafür steht das Thunfest, das Jahr für Jahr die Massen anzieht. Doch finanziell ist der organisierende Verein nicht auf Rosen gebettet. 2015 startete er einen Versuch mit Gratiseintritt in die Konzertzonen Rathaus- und Waisenhausplatz und setzte darauf, dass die Besucherinnen und Besucher freiwillig Plaketten kauften. Der Versuch misslang, es resultierten rote Zahlen. Jetzt geht der Verein Thunfest sozusagen den umgekehrten Weg: Für die Ausgabe 2019 wird das kostenpflichtige Festgelände nicht verkleinert, sondern vergrössert.

Neu kostet auch der Eintritt ins Bälliz und auf den Mühleplatz, wie der Verein gestern mitteilte. Die Eintrittspreise zur Konzertzone Rathaus werden erhöht. «Wir haben die Situation aus verschiedenen Blickwinkeln – Logistik, Sicherheit, Finanzen – analysiert», sagt Vereinspräsidentin Susanna Ernst. Danach habe man sich an die Stadt Thun gewandt. «Dass die Stadt mithilft und die vorgeschlagene Lösung gutheisst, freut mich sehr», führt Ernst aus. Es handle sich vorerst um einen Versuch, der nach dem Thunfest 2019 im Hinblick auf die kommenden Austragungen ausgewertet werde.

Preise noch nicht festgelegt

Laut Susanna Ernst ist es das Ziel, dass die Wirtschaftlichkeit erhöht wird und das Thunfest eine Zukunft hat. Denn: Trotz grosser Anstrengungen in Marketing und Verkauf stagnierten die Verkäufe von Konzertbändeln in den letzten Jahren; bei den Plaketten – einem freiwilligen Zeichen der Verbundenheit mit dem Fest – waren die Zahlen sogar rückläufig.

Nun soll also die Ausweitung des kostenpflichtigen Perimeters helfen. Gratis bleibt der Zutritt in die Innenstadt am Freitag, 9., und Samstag, 10. August, jeweils nach Ladenschluss nur in der Oberen Hauptgasse, die als sogenannte Ausgleichszone gilt – ohne Beschallung. Das Fest geht zudem ausschliesslich in der eigentlichen Innenstadt über die Bühne. Die Aktivzone wird vom Aarefeldplatz in den Raum Oberbälliz-Waisenhaus-Stadthofplatz verlegt. Die genauen Eintrittspreise hat der Verein Thunfest noch nicht festgelegt – dies werde in den nächsten Wochen geschehen.

«Im Bälliz werden wir einen moderaten Eintritt erheben, der sicher deutlich unter 10 Franken liegt.»

Susanna Ernst Präsidentin Verein Thunfest

Susanna Ernst betont aber: «Im Bälliz werden wir einen moderaten Eintritt erheben, der sicher deutlich unter 10 Franken liegt.» Gleichzeitig werde das Programm im Bälliz hochgefahren – wobei Ernst noch keine genauen Angaben machen kann: Das gesamte Programm werde im Umfeld der Vereins-Hauptversammlung im Mai kommuniziert. Klar ist aber, dass im Bälliz-Eintritt auch die Konzertzone Waisenhaus enthalten ist. Für diese war bisher der teurere Konzertbändel für Rathaus und Waisenhaus nötig.

Auf dem Rathausplatz gibt es neben den höheren Eintrittspreisen eine weitere Neuerung: «Wir werden pro Abend nur noch so viele Tickets verkaufen, wie auf dem Rathausplatz Leute Platz finden», führt die Vereinspräsidentin aus. Zur Erinnerung: Dass bei komplett vollem Gelände Leuten trotz entsprechendem Konzertbändel der Zutritt aus Sicherheitsgründen verweigert wurde, hatte in den Vorjahren für einigen Unmut gesorgt.

Blosse Verlagerung?

Ein weiterer Aspekt, der laut Susanna Ernst zur nun gefunden Lösung geführt hat, ist die Sicherheit. Diese soll mit der Einschränkung der Anzahl Tickets für den Rathausplatz erhöht werden. Zudem ist es gemäss Mitteilung in den bisher frei zugänglichen Bereichen – namentlich im Oberbälliz – zuletzt zu einigen unschönen Szenen gekommen. Ergibt sich denn nicht bloss eine Verlagerung der Hotspots in Bereiche ausserhalb des Perimeters? Die Frage geht an Thuns Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler (SP).

Er sagt: «Ganz auszuschliessen ist das nicht.» Dieser Aspekt werde aber explizit auch im Dispositiv der Kantonspolizei berücksichtigt. Zudem gibt Siegenthaler seiner Hoffnung Ausdruck, «dass die Leute mit hehren Absichten ans Fest kommen». Der Gemeinderat habe sich im Übrigen intensiv mit der jetzt vorliegenden Lösung auseinandergesetzt. «Angesichts der Diskussionen um eine Attraktivierung der Innenstadt wäre es ein schlechtes Zeichen, wenn wir verkünden müssten, dass es das Thunfest nicht mehr gibt», sagt Siegenthaler.

Vom Verein habe es Signale gegeben, dass er sich ohne Veränderungen in einer schwierigen Situation sehe. Der Sicherheitsvorsteher will deshalb der nun gefundenen Lösung eine Chance geben: «Ich stehe dieser Lösung grundsätzlich positiv gegenüber – im Sinne eines Versuchs, der nach dem Fest ausgewertet werden muss.»

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