Die Umsetzung ist das oberste Ziel

Der Kommentar von TT-Chefredaktor Stefan Geissbühler zu den Plänen des Gemeinderats für die Stadt Thun.

Nächtlicher Blick auf die hell erleuchtete Stadt. Geht es nach dem Gemeinderat, soll Thun zu den erfolgreichsten Energiestädten der Schweiz aufschliessen. Foto: Christoph Gerber

Nächtlicher Blick auf die hell erleuchtete Stadt. Geht es nach dem Gemeinderat, soll Thun zu den erfolgreichsten Energiestädten der Schweiz aufschliessen. Foto: Christoph Gerber

Stefan Geissbühler

Nachhaltigkeit: Es ist das Lieblingswort der Damen und Herren Politiker. Sie bemühen es bei allen möglichen Gelegenheiten – sei es mit Blick auf die Entwicklung der Staatsfinanzen, des Raums, des Verkehrs, der Wirtschaft allgemein. Und das Wort wird gerade in Zeiten wie diesen, in welchen Klimawandel und digitale Revolution heiss diskutiert werden, geradezu inflationär verwendet.

Nachhaltigkeit bedeute zweierlei: zum einen, dass eine Aktion eine «länger andauernde Wirkung» entfaltet. Hier ist klar, dass Politiker dafür gewählt sind, Problemlösungen auszuhecken, die mittel- bis langfristig funktionieren. Gute Ziele sprechen für sich selbst, es ist also müssig, zu betonen, dass Nachhaltigkeit in diesem Sinn angestrebt wird.

Zum anderen beschreibt Nachhaltigkeit ein Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann. Dass der Thuner Gemeinderat dieses Prinzip als grundsätzliche Handlungsmaxime erklärt, ist lobenswert. Wir bauen heute die Welt für unsere Kinder und die nachfolgenden Generationen auf.

Wie sind die Legislaturziele 2019 bis 2022 des Gemeinderats zu bewerten? Dazu ist gleich anzumerken, dass solche Ziele auf jeder Stufe meist zur Schwammigkeit neigen, was angesichts der Komplexität der Herausforderungen aber wohl auch in der Sache selbst liegt.

Einige der Zielsetzungen sind nicht neu: Thun als Stadt am Wasser, Thun als attraktiver Lebens-, Wohn- und Wirtschaftsort, Optimierung der Verkehrssituation. Andere wie Energiestadt Gold und Smart City sind Gebote der Zeit – wenn auch der Ausdruck Smart City noch der Befüllung mit konkreten Inhalten bedarf.

Insgesamt können die Absichten der Stadtregierung als durchaus stimmig bezeichnet werden. Ob sie dann – pardon – nachhaltig sind, wird sich zeigen. Denn auch die besten Ziele sind nur so gut, wie ihre Umsetzung in Tat und Wahrheit am Schluss aussieht.

berneroberlaender.ch/Newsnetz

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