Die Züchter feiern 125 Jahre

Wattenwil

Der Viehzuchtverein Wattenwil lädt am Samstag, 15. Oktober, auf dem Festplatz Hagen zum grossen Festtag. Zu den Höhepunkten zählen lautes Glockengeläute, die Misswahlen und der Vereinscup.

Der Name war Programm: Der Stier «Sieger» war eines der Vorzeigetiere der Viehzuchtgenossenschaft Wattenwil.

Der Name war Programm: Der Stier «Sieger» war eines der Vorzeigetiere der Viehzuchtgenossenschaft Wattenwil.

(Bild: zvg)

«Die Viehzucht nimmt in unserer Region seit jeher einen hohen Stellenwert ein. Nicht von ungefähr haben sich zukunftsorientierte Vorfahren anno dazumal entschlossen, eine Viehzuchtgenossenschaft zu gründen», hält Präsident Hanspeter Nussbaum in der reich bebilderten Jubiläumsschrift zum 125. Geburtstag des Viehzuchtvereins Wattenwil fest.

26 Gründungsmitglieder waren es, die im Jahr 1891 ver­mutlich in der «Traube» zu Wattenwil die Viehzuchtgenossenschaft Wattenwil aus der Taufe hoben, wie sie damals noch hiess. Dies zu einer Zeit, da viele Gewerbetreibende, Lehrer und sonstige Arbeitnehmer ein oder zwei Kühe zur Gewinnung von Milch und Fleisch im Stall hielten.

Ziele und Zweck der Zuchtgenossenschaft waren die Förderung der Zucht sowie eine gemeinsame Haltung und Regelung des Genossenschaftsmuni. Stierhalter war lange Jahre Adolf Nussbaum senior von der Blumensteinstrasse 10. Der Stier namens Sieger verweilte ums Jahr 1930 ebenfalls im Stall der Familien Nussbaum. Ein von ihnen wohlbehaltenes Bild trägt den Untertitel: «Name Sieger. Maximum prämiert in Zweisimmen 1930, 95 Punkte. Besitzer: Viehzuchtgenossenschaft Wattenwil».

Der massige Stier präsentiert sich mit Kraushaaren, wie es die Simmentaler-Züchter damals zu schätzen wussten. Das zweite Bild zeigt ein Rind von dessen Nachkommen. Es war im Eigentum der Familien Nussbaum.

Noch 13 Mitglieder

Wie viele Herdenbuchtiere zur Zeit der Gründung im Jahre 1891 in den Ställen gehalten wurden, ist nicht bekannt. Den Höchststand verzeichnete die Genossenschaft Ende der Neunzigerjahre. Die Genossenschaft zählte damals 29 Mitglieder mit über 400 Herdenbuchtieren. Seither ging die Mitgliederzahl stetig zurück. Aktuell zählt die mittlerweile in Viehzuchtverein Wattenwil umgetaufte Organisation 13 Aktive und einige Passive, die kein Vieh mehr halten.

Zahlenmässig abgenommen hat auch der Bestand an Herdenbuchtieren, der aktuell aus 270 Tieren besteht. Es werden vorwiegend Tiere der Rassen Swissfleckvieh, Red Holstein, Holstein sowie der Reinen Simmentaler gehalten. «Ich gehe davon aus, dass es auch inskünftig eine Viehzuchtgenossenschaft geben wird, trotz der schon länger andauernden Krise im Sektor Milch», mutmasst Präsident Nussbaum. Dafür bürgen junge, zuchtbegeisterte Landwirte, die mit viel Fleiss und Begeisterung der Viehzucht treu bleiben ­werden.

Festlicher Tagesablauf

Anlässlich des Geburtstags werden am kommenden Samstag ab 9 Uhr die ersten Tiere mit Glockengeläute auf dem Festplatz Hagen eintreffen. Ab 9.30 Uhr folgt die Beurteilung der Kühe mit anschliessender Vorführung im Ring. Als Schauexperten walten Samuel Schmid aus Frutigen und Andreas Brügger aus Erlenbach. Ab 13.30 Uhr bereichern die Miss- und Miss Schöneuterwahlen das Tagesprogramm.

Anschliessend folgt der Vereinscup. Das heisst, zusammen mit umliegenden Viehzuchtvereinen treten je vier Kühe an, um ihrer Ortschaft Ehre zu gebieten, wie es heisst. Die Vierergruppen können sich aus den Viehrassen Simmental, Swiss Fleckvieh, Red Holstein und Holstein zusammensetzen.

Gesamthaft werden um die 100 bis 120 Tiere zu bestaunen sein. Als Attraktion für Jung und Alt kommt Bendicht Hänni mit seinem Modellspielland 32 auf das Festgelände. Ab 20 Uhr ist im Mehrzweckgebäude Hagen dann ein öffentlicher Züchterabend mit Rang­verkündigung angesagt. Danach folgt die Übergabe der Ehrenpreise an die Züchter. Für die musikalische Unterhaltung sorgen die Chrüschchueche-Schränzer und der Jodlerklub Wattenwil. Um 22 Uhr beginnt der Barbetrieb.

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