DNA-Beweis zur Klärung des Todes einer Katze

Bissen zwei Hunde eine Katze tot? Das Gericht ordnete zur Klärung eine DNA-Analyse an.

Das Regionalgericht in Thun.

Das Regionalgericht in Thun.

(Bild: Keystone)

Für einen erfahrenen Hundehalter war der Januar 2019 ein Unglücksmonat. Zwei seiner vier schnellen Windhunde töteten gemäss einem Strafbefehl vom 4. März eine Perserkatze, und einer von ihnen riss ein Reh. Er hat den Strafbefehl angefochten.

Die ausgesprochene Strafe wegen Übertretung des Jagd- und Wildschutzgesetzes hätte tausend Franken betragen. Ein Eintrag ins Strafregister wäre nicht erfolgt.

Aufwendige Analyse

Gerichtspräsident Jürg Santschi versuchte am Freitag zu Beginn der Verhandlung dem Hundebesitzer nahezulegen, den Strafbefehl zu akzeptieren. Der Katzenbesitzer war als Privatkläger anwaltlich vertreten, und es war eine DNA-Analyse gefordert. Anscheinend war die Möglichkeit dafür gegeben, da bei der toten Katze entsprechende Spuren sichergestellt wurden.

Laut dem Gerichtspräsidenten kann die aufwendige und teure Analyse nur in Lausanne gemacht werden, und es dauert rund sechs Monate, bis ein Resultat da ist. Wie sicher dieses ist, liess der Richter offen. Der Hundebesitzer hielt es von vornherein nicht für aussagekräftig, da es möglich sei, dass die Hunde die schon tote Katze im Wald aufgespürt haben.

Unterschiedliche Versionen

Der Hundehalter bestritt bei der Befragung, dass seine Hunde die Katze getötet haben. Er war mit vier Hunden unterwegs. Die älteren führte er an der Leine, die zwei jüngeren liess er frei laufen. Er habe sie höchstens für eine halbe Minute aus den Augen verloren, als sie in den Wald auf der einen Seite des Wegs gingen. Sie seien nicht auf der andern, durch einen Zaun begrenzten Seite gewesen. Dort liegt das Anwesen des Katzenbesitzers.

Ganz anders schilderte dieser den Vorfall: Er hörte ein Poltern an der Küchentür, die zu seinem Garten führt, und sah zwei Hunde, welche seine junge Perserkatze in der Schnauze hielten. Sie entkamen. Später fand er die tote Katze im Wald, vorher ging er mit der Polizei zum Hundebesitzer.

Der Hundebesitzer konnte am Freitag seine minutiös vorbereiteten Fragen an den Katzenbesitzer stellen, mit denen er seine Zweifel untermauern wollte. Einige wurden beantwortet, dann beschloss der Privatkläger, zu schweigen, wozu er das Recht hat.

Analyse angeordnet

Angesichts der verhärteten Fronten entschied der Gerichtspräsident, die DNA-Analyse anzuordnen, den Tierarztbericht zum Tod der Katze anzufordern und eventuell die Frau des Katzenbesitzers zu befragen. Ob er für die Fortsetzung der Verhandlung einen Ortstermin anberaumen würde, liess er offen.

Da der Hundebesitzer bis Ende November nicht erreichbar ist, kann dem Tier die DNA erst im Dezember entnommen werden. Bis zur Fortsetzung der Verhandlung wird deshalb viel Zeit vergehen.

Dass einer seiner Hunde am 22. Januar ein Reh gerissen haben kann, bestritt der Hundebesitzer vor Gericht indes nicht. Er wies allerdings darauf hin, dass das Tierschutzgesetz verlange, dass Hunde auch freien Auslauf brauchen. Gesehen hat er nichts. Aber einer seiner Hunde, die gemeinsam auf einem Schneefeld spielten, ist plötzlich ausgerissen.

Er kam mit einem blutigen Fang zurück. Der Halter verlor etwas die Nerven, stiess noch mit einem E-Bike zusammen und meldete den Vorfall nicht innert nützlicher Frist an Polizei oder Wildhut. Bis dies passierte, hatte der Wildhüter das tote Reh bereits geborgen, und die Polizei stand vor der Tür des Hundehalters.

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