Ein Festival setzt ganz auf Nachhaltigkeit

Thun

Am Wochenende steigt das 2. Open Air Thun. Nachhaltigkeit wird dabei grossgeschrieben.

Pierre-Jean Baudraz, OK-Präsident des Open Air Thun, ist bereit für die 2. Ausgabe des Festivals in der Schadaugärtnerei.

Pierre-Jean Baudraz, OK-Präsident des Open Air Thun, ist bereit für die 2. Ausgabe des Festivals in der Schadaugärtnerei.

(Bild: Gabriel Berger)

«Ein Festival ist eigentlich alles andere als ökologisch», sagt Pierre-Jean Baudraz selbstkritisch. Der OK-Präsident des Open Airs Thun und sein Team haben sich von diesem Umstand jedoch nicht entmutigen lassen. Bereits bei der Premiere des zweitägigen Anlasses im Juni 2018 haben sich die Organisatoren Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben.

Dies ist auch dem Thuner Studenten Robin Hartmann, der an der Universität Bern Biologie studiert, nicht entgangen. «Er hat sich bei uns gemeldet, weil er unser Open Air cool fand, und uns vorgeschlagen, ein Nachhaltigkeitskonzept zu erstellen», erzählt Baudraz. Entstanden ist eine 40-seitige Seminararbeit, die Bereiche wie Abfall, Energie, Lärm, Sicherheit oder die Beschäftigung lokaler Partner thematisiert.

Das OK habe Hartmann alle verfügbaren Daten der Premiere geliefert, aus denen dieser dann Massnahmen und Empfehlungen erarbeitet habe, sagt Baudraz und fügt an: «Um ein solches Konzept von einem Profi machen zu lassen, hätten unsere Finanzen nicht gereicht.»

Aschenbecher aus Aludosen

Am Wochenende steigt nun die zweite Ausgabe des Open Airs Thun in der Schadaugärtnerei (vgl. auch Kasten) – und diverse Ideen Hartmanns sind bei der Planung eingeflossen. Eine konkrete Änderung gegenüber 2018 betrifft etwa die Abfallentsorgung. «Ein Problem waren weggeworfene Zigarettenstummel. Deshalb haben wir aus alten Aludosen rund 20 Aschenbecher hergestellt, die wir auf dem Gelände verteilen», nennt Baudraz ein Beispiel.

In Sachen Anreise legen der Thuner und sein Team den Open-Air-Gästen zudem nahe, das Fahrrad oder den öffentlichen Verkehr zu benutzen. «Das einzige zusätzliche ‹Parking›, das wir beim Gelände zur Verfügung stellen, ist ein Zweiradparking für Velos», sagt der 29-Jährige.

Vorerst noch kein lokaler Player ist der Getränkelieferant des Musikfestivals. Das liege auch daran, dass dieser Partner – ein national bekannter Bierhersteller – alles aus einer Hand liefern könne. Ansonsten sind auf der Liste der Sponsoren des Open Airs Thun indes mehrere Organisationen und Firmen aus der Region zu finden. Co-Produzent ist diesmal zudem die Kulturbar Mundwerk aus der Oberen Hauptgasse.

Nach der zweiten Ausgabe will das OK erneut analysieren, ob die Ziele in Sachen Nachhaltigkeit erreicht worden sind. «Denn es ergibt nur Sinn, wenn wir an diesem Thema dranbleiben», sagt Pierre-Jean Baudraz.

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