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Ein Fünfliber liegt noch drin

Es gab noch einen Fünfliber: Am Thuner Pelz- und Fellmarkt war der Preis für einen Fuchsbalg so tief wie lange nicht mehr.

Jäger Franco Catocchia (Mitte) rechnet das Angebot von Händler Peter Hofstetter mit dem Kugelschreiber gleich auf der Handfläche aus.
Jäger Franco Catocchia (Mitte) rechnet das Angebot von Händler Peter Hofstetter mit dem Kugelschreiber gleich auf der Handfläche aus.
Stefan Kammermann
Am Pelz- und Fellmarkt auf dem Thuner Expo-Gelände trafen sich die Jäger.
Am Pelz- und Fellmarkt auf dem Thuner Expo-Gelände trafen sich die Jäger.
Stefan Kammermann
Die Schüsse brachten ihnen zwar Trophäen, die Felle ihrer toten Tiere aber nur wenig Geld.
Die Schüsse brachten ihnen zwar Trophäen, die Felle ihrer toten Tiere aber nur wenig Geld.
Stefan Kammermann
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«Das ist mehr als grenzwertig», meint Franco Catocchia. Der ­Jäger aus Eggiwil schreibt mit dem Kugelschreiber ein paar Zahlen auf seine Hand. Dort stehen unter dem Strich auf der Handfläche 280 Franken. Das ist das Angebot, welches Händler Peter Hofstetter aus Flawil im Kanton St. Gallen der Jägergruppe aus dem Emmental am Samstag am Pelz- und Fellmarkt auf dem Expo-Gelände in Thun für die Jagdbeute unterbreitet. 32 Fuchs- und 8 Marderpelze sind bei Jäger Franco und seinen Waidmännern in dieser Jagd­saison zusammengekommen. «Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Preis halbiert», sagt der Jäger und stellt sich selber die Frage, ob es sich noch lohne, einem erlegten Fuchs den Pelz abzu­ziehen und diesen zu Markte zu tragen.

Und es ist so: «Mehr als ein Fünfliber liegt nicht mehr drin», sagt Händler Peter Hofstetter inmitten der Jäger und der Besucher in der Halle. Und er begründet, weshalb der Preis für Pelze und Felle aus ­hiesiger Jagd im Vergleich zum Vorjahr von 10 auf 5 Franken gesunken und damit im Keller ist: «Die Lager sind voll, weil die Nachfrage fehlt.» Ein Markt dafür, die Beute aus hiesiger Jagd im Handel auch international abzusetzen, sei derzeit kaum vorhanden.

Die Jagd als ­Herzensangelegenheit

«Die Jagd ist eben eine Herzensangelegenheit», nimmt es Jäger Jürg Kunz aus Latterbach locker. Für seine 8 Fuchspelze hat der Berner Oberländer 35 Franken gelöst. Das sei nicht wirklich viel und eine fehlende Wertschätzung gegenüber einem wertvollen Produkt aus hiesiger Jagd. Zumal die Jagd einen Beitrag für das Gleichgewicht in der Natur leiste. Für Jäger Jürg Kunz bedeutet ein Jagdansitz eine Abwechslung zum Alltag und eine Erholung vom Berufsleben.

So locker wie der Jäger aus Latterbach nehmen das Fünfliberangebot der Händler nicht alle Grünröcke, der eine oder andere schultert seine Beute und kehrt um.

Dennoch zieht Marktsprecher Ruedi Stoller am Abend eine positive Bilanz: «Wir sind sehr zufrieden, weil vorab die Hundevorführungen beim Publikum gut angekommen sind.» Und auf dem Expo-Areal über 1100 Fuchsbälge aufgeführt wurden. So viele wie schon lange nicht mehr. Im vergangenen Jahr zählten die Organisatoren 836 Fuchsbälge. Im Jahr zuvor waren es 947 Fuchspelze. Gehandelt werden am Samstag ebenso 196 Marderpelze und 94 Dachsschwarten.

Wie Ruedi Stoller weiter ausführt, wird der Pelz- und Fellmarkt auch im nächsten Jahr auf dem Expo-Gelände in Thun über die Bühne gehen. Eine Rückkehr in die Thuner Innenstadt sei indes nicht ausgeschlossen. Mit dem Thuner Messegelände würden sich aber Möglichkeiten für die Zukunft öffnen, um den Markt für ein breiteres Publikum attraktiv zu gestalten.

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