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Ein langes und farbiges Leben

Walter Berger, Alt-Stadtrat und früherer Burgerratspräsident, ist 94-jährig verstorben.

Walter «Walo» Berger war ein überaus geselliger Mensch, dem sein grosser Freundeskreis und die Singstudenten sehr wichtig waren. Bild: PD
Walter «Walo» Berger war ein überaus geselliger Mensch, dem sein grosser Freundeskreis und die Singstudenten sehr wichtig waren. Bild: PD

Am 2. November 2019 ist Walter Berger im Alter von 94 Jahren im Haus der Gutknecht-Stiftung am Postgässli in Thun gestorben. Walo, wie er von vielen Freunden und Bekannten genannt wurde, war ein Thuner durch und durch. Thun war seine Stadt. Abgesehen von kurzen Aufenthalten in London, Genf und Burgdorf nach dem Jus-Studium an der Uni Bern hat er immer hier gelebt und gewirkt.

Er war ab ungefähr 1954 mit Leib und Seele Fürsprecher und Notar mit eigener Praxis. Darüber hinaus hat Walter Berger im Rahmen seiner vielfältigen Engagements eine ganze Reihe von Ämtern und Funktionen ausgeübt: so in der OHA-Verwaltung und im Gewerbeverband; dann als FDP-Stadtrat (1975–1985) und Stadtratspräsident, also höchster Thuner (1984); er war Stellvertreter des Regierungsstatthalters und er gehörte während 30 Jahren dem Burgerrat der Burgergemeinde Thun an, den er von 1976 bis 1993 präsidierte.

Zudem war er von 1965 bis 1992 Präsident des regionalen Haus- und Grundeigentümerverbandes. Dank seines grossen juristischen Wissens und der Gewissenhaftigkeit seiner Arbeit war er ein gefragter Mann mit einem gewal­tigen Leistungsausweis. Er war bis über das 75. Altersjahr hinaus gerne berufstätig.

Walo Berger war ein überaus geselliger Mensch, dem sein grosser Freundeskreis und die Singstudenten sehr wichtig waren. Er war aber auch zeitlebens sehr sportlich und naturverbunden: Ganz besonders Reiten und zudem Segeln, Bergsteigen und Skifahren waren seine Freizeit-Leidenschaften, denen er bis ins hohe Alter gefrönt hat.

Im sehr einfachen «Alphüttli» auf dem Haslerberg oberhalb Lenk und in seinem Bootshaus am Lachenkanal war er – umgeben von seiner Familie und deren Freun­dinnen und Freunden – glücklich.

1961 hatte Walter Berger am Aus­schiesset – ganz Thuner eben – seine Frau Annina Schultz kennen gelernt: «Das Glück meines Lebens», hat er in seinen Lebenslauf-Notizen festgehalten.

Das Ehepaar bekam die drei Töchter Annina, Barbara und Susann. Seine Familie hat ihm sehr viel bedeutet, auch wenn er im Rückblick bedauerte, dass er manchmal zu wenig Zeit für sie gehabt habe. Drei Grosskinder bereiteten ihm viel Freude.

Walos deutlich jüngere Frau Annina ist leider im Jahr 2012 viel zu früh verstorben – ein sehr schwerer Schlag für ihn. Er blieb noch bis 2017 im Haus an der Niesenstrasse.

Von einer Hirnblutung im Februar 2017 erholte sich Walter Berger trotz seiner körperlichen Fitness nicht mehr ganz. Selbstständiges Wohnen war ihm danach nicht mehr möglich. In der von seiner Frau Annina initiierten Gutknecht-Stiftung fand er sein letztes Zuhause. Dort ist Walter Berger nach einem Sturz verstorben.

In seinem Lebenslauf-Fragment hat Walter Berger geschrieben, er habe ein langes, ausgefülltes und glückliches Leben gehabt und sei dankbar dafür. Der Tod hatte für ihn nichts Abschreckendes – er war ihm letztlich willkommen.

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