Ein schönes Kalb für Markus Karlen

Habkern

Das weltweit schönste Bergdorf: Markus Karlen ist stolz auf die Gemeinde Habkern, die er 16 Jahre lang mitentwickelte.

Markus Karlen wurde verabschiedet.

Markus Karlen wurde verabschiedet.

(Bild: zvg)

74 Stimmberechtigte verabschiedeten an der Gemeindeversammlung (GV) Habkern vier Gemeinderäte und den Gemeindepräsidenten. Markus Karlen war 16 Jahre in der Exekutive, davon de facto 9 als Gemeindepräsident. Der gebürtige Unterländer pflegte Habkern als weltweit schönstes Bergdorf zu bezeichnen. Immer blieb ihm im Hinterkopf, was der Habker Hans Ruedi Hodler ihm zu Beginn seiner Tätigkeit gesagt hat: «Reis mer de das Gmeindli nid z Bode.»

Nicht immer sei der Wellengang ruhig gewesen, schrieb Karlen im Vorwort der Botschaft zur Gemeindeversammlung – überzeugt, auf dem richtigen Weg gewesen zu sein. «Es ist sehr wichtig, dass eine Gemeinde nach ihren Möglichkeiten investiert und über eine zeitgemässe Infrastruktur verfügt», schrieb er. Dass dies auch kostet und sich im Finanzhaushalt niederschlägt, zeigte das Budget 2020, das der neue Präsident Christoph Häni vorstellte.

Die Basis ist ein gleich bleibender Steuersatz von 1,85 Einheiten. Der Aufwand in der Erfolgsrechnung beträgt 3,63 Millionen Franken. Beim steuerfinanzierten allgemeinen Haushalt wird ein Defizit von 139'891 Franken erwartet. Im Kommentar dazu steht, dass die Abschreibungskosten mit den zunehmenden Investitionen stark steigen. Im Gesamthaushalt beträgt das Defizit 156'181 Franken.

Das Wasserbudget ist defizitär, Abwasser und Abfall schliessen positiv ab. Im Budget bereits enthalten sind die Kredite, über welche die GV separat abstimmte. Sie bewilligte drei Unterhaltsrahmenkredite, 125'000 Franken für das Schwimmbad, 150'000 für Wasserleitungen und 100'000 für Abwasserleitungen. Es sind Kredite für die Jahre 2020 bis 2024.

Friedhof als letztes Geschäft

Ein Votant drückte seine Besorgnis über die Finanzsituation der Gemeinde aus. Was, wenn die Zinsen steigen oder die Ausgleichszahlungen des Kantons nicht mehr so gut fliessen würden? «Wir sind uns bewusst, dass wir am Tropf von Bern hängen», sagte Karlen. Dass die Zinssituation sich in den nächsten Jahren stark verändern werde, sei unwahrscheinlich. Die Gemeinde verfüge aktuell über ein Eigenkapital von 37 Steuerzehnteln, was sehr gut sei.

Auch im Interesse der Unternehmen vor Ort und aus der Region sei es sinnvoll, dass eine Gemeinde investiere, wenn die Voraussetzungen dafür gut seien. Das letzte von Karlen selber vorgestellte Geschäft betraf den Friedhof. Auf diesem wurde ein «Urnenmätteli» mit einem grossen Habker Granit als Gedenkstein geschaffen. Die GV passte das Friedhofreglement entsprechend an.

Als Gast war der emeritierte Zoologieprofessor Paul Ingold anwesend, der Vater des Lenkungskonzepts Lombachalp. Die Gemeinderäte Anna Michel, Hermann Blatter, Anton Zimmermann und Beat Zurbuchen erhielten eine in Habkern gedrechselte Pfeffermühle zum Abschied und der Gemeindepräsident ein Kälbchen, dem es im Stall von Karlens Sohn wohler sein dürfte als im Rampenlicht der Mehrzweckhalle.

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