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Einzig die GLP stimmte gegenden Neubau

Alle Parteien im Thuner Stadtrat ausser der GLP sagten Ja zum Kredit für das neue Verwaltungsgebäude an der Industriestrasse.

Der geplante Erweiterungsbau für die Stadtverwaltung an der Industriestrasse stiess auf Zustimmung. Visualisierung: zvg
Der geplante Erweiterungsbau für die Stadtverwaltung an der Industriestrasse stiess auf Zustimmung. Visualisierung: zvg

Die Stadtverwaltung braucht Platz. Mehr Platz. Dieser ist in einem Erweiterungsbau an der Industriestrasse neben dem bisherigen Standort der Verwaltung geplant. Zugute kommen sollen die neuen Flächen im vierstöckigen Bau, der Raum für 78 zusätzliche Arbeitsplätze bietet, vor allem der Abteilung Informatikdienste und auf einem Stockwerk dem Planungsamt.

Am Freitag befand das Parlament über den Kredit von 8,42 Millionen Franken für die Umsetzung des Siegerprojekts. Bauvorsteher Konrad Hädener (CVP) erinnerte daran, dass der Gemeinderat auf frühere Kritik am Geschäft reagiert habe. So wurde etwa das ursprünglich im Neubau geplante IT-Rechenzentrum ausgelagert. Zudem seien als Alternativen auch Mietlösungen geprüft worden. «Das nun vorgesehene Gebäude ist flexibel nutzbar. Aktuell sind Grossraumbüros angedacht, bei Bedarf könnten später auch Einzelbüros geschaffen werden.»

FDP und GLP mit Vorbehalten

In der Diskussion lobte Simon Werren (BDP/GLP) die «sinnvolle Lösung mit zeitgemässen Büros». Der Mangel an Arbeitsplätzen in der Verwaltung sei klar ausgewiesen. Alois Studerus (CVP/EVP/EDU) erwähnte, dass die voraussichtlichen Kosten von 118'000 Franken pro Arbeitsplatz «im Benchmark-Vergleich nicht übertrieben» seien. Langfristig sei eine Lösung in einem eigenen Gebäude günstiger als eine zugemietete Alternative. Die Vorteile bei der künftigen Rekrutierung von Fachkräften strich Adrian Christen (SP) hervor. Er meinte zudem: «Wir begrüssen, dass das Gebäude im Minergie-P-Eco-Standard gebaut werden soll.»

Lob für «die zeitgemässe Planung mit flexiblen Büroräumen» gab es von Sarah Zaugg (Grüne). Da dereinst zu Beginn einige Arbeitsplätze frei bleiben dürften, regte sie Co-Working-Plätze an. Philipp Deriaz (SVP) blickte sogar noch etwas weiter voraus: «Dank des neuen Gebäudes können viele Arbeitsplätze vom Thunerhof an die Industriestrasse wechseln – was entsprechend neue Nutzungen im Thunerhof erlauben würde.»

Gewisse Vorbehalte äusserte Hanspeter Aellig (FDP). Er kritisierte, dass Teilzeitangestellte mit einem Pensum ab 50 Prozent einen eigenen Arbeitsplatz erhalten sollen. «Heute, wo es Lösungen wie Desksharing gibt, finden wir dies etwas altmodisch», erklärte Aellig. Noch deutlicher wurde Nicole Krenger (GLP/BDP), die auf die finanzpolitische Ausgangslage der Stadt und den «grossen Investitionsstau» hinwies.

«Mit Blick auf Desksharing und Heimarbeit, die je länger, je verbreiterter sind, stellt sich die Frage, ob es diesen zusätzlichen Büroraum tatsächlich braucht», argumentierte Krenger. Letztlich waren es sie und Parteikollege Andreas Kübli, die den Millionenkredit ablehnten. Die restlichen 36 Parlamentarier stimmten der Vorlage zu. Das letzte Wort zum Erweiterungsbau wird indes am 17.Mai die Thuner Stimmbevölkerung haben.

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