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Er liess nur die Bodenplatten übrig

Nach anderthalb Jahren Stillstand fängt das nächste Kapitel im Umbau des früheren Gasthofs Steghalten in Amsoldingen an. Der Bauherr hat die neuen Pläne eingereicht. Die Substanz des Hauses hatte er zuvor unwiederbringlich zerstört.

Der Gasthof Steghalten im Jahr 2009 (links) und heute (rechts). Viel liess der Bauherr nicht übrig.
Der Gasthof Steghalten im Jahr 2009 (links) und heute (rechts). Viel liess der Bauherr nicht übrig.
Gabriel Berger/Marc Imboden

In ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen wollte ein Geschäftsmann aus der Region Thun den früheren Landgasthof Steghalten umbauen. Doch nachdem er 2015 die Baubewilligung bekommen hatte, hielt er sich nicht mehr an die genehmigten Pläne, sondern baute statt sieben kurzerhand neun Wohnungen ein.

Weil eigenmächtig vorgenommene Abweichungen von den Bauplänen nicht rechtens sind, verfügte der Gemeinderat von Amsoldingen als Baupolizeibehörde vor rund eineinhalb Jahren einen Baustopp. Bei einer Begehung der Baustelle zeigte sich zudem, dass der Geschäftsmann in dem als erhaltenswert eingestuften Gebäude widerrechtlich alte Bausubstanz entfernt und nicht projektierte Dachfenster eingebaut hatte.

Inzwischen hat der Bauherr neue Pläne eingereicht, die im Amtsanzeiger publiziert sind und bis zum 19. Juni in der Gemeindeverwaltung Amsoldingen aufliegen. An diesem Datum wird auch die Einsprachefrist zu Ende gehen.

Gemäss dem nachträglichen Baugesuch will der Geschäftsmann nun sieben Wohnungen unterschiedlicher Grösse in den früheren Gasthof einbauen. Er muss zudem Dachaufbauten und Balkone anpassen und die Parkplätze neu anordnen sowie das erhaltenswerte Gebäude soweit möglich rekonstruieren. «Nachdem das Gebäude eingerüstet war, liess der Bauherr die Bodenplatten im Erdgeschoss an ihrem Ort. Alles andere riss er in Etappen heraus», sagte der Thuner Regierungsstatthalter Marc Fritschi auf Anfrage. Die originale Bausubstanz ist damit zwar verloren gegangen, aber der Bauherr darf das Gebäude trotzdem nicht grösser als in seinen ursprüng­lichen Dimensionen wieder aufbauen.

Baubewilligung im Sommer

«Das nachträgliche Baugesuch ist mit der kantonalen Denkmalpflege abgesprochen; es sollte also bewilligungsfähig sein», so Marc Fritschi weiter. «Wenn es keine Einsprachen gibt, sollte die Baubewilligung im Sommer erteilt werden können.»

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