Er malte, was er beobachtete

Sigriswil

Walter Hirt war ein präziser Natur­beobachter. Die Gemeinde Sigriswil ehrt den Utzenstorfer Kunstmaler nun mit einer Ausstellung. 65 Öl- und Acrylbilder sind derzeit in der Pfrundscheune zu sehen.

Ulrich Hirt vor Bildern mit Sigriswiler Motiven, die sein Vater Walter Hirt gemalt hat.

Ulrich Hirt vor Bildern mit Sigriswiler Motiven, die sein Vater Walter Hirt gemalt hat.

(Bild: Sylvia Kälin)

Seine Landschaftsbilder mit den behäbigen Bauernhäusern zeugen von einer bemerkenswerten Beobachtungsgabe. Walter Hirt (1912–2000) war ein begnadeter Maler, der seine Werke mit ausdrucksstarken Farben und feinsten Pinselstrichen gestaltete.

Der Utzenstorfer rückte die Details ins Licht und inszenierte Landschaftsidyllen in allen vier Jahreszeiten. «Die Sujets für die Gemälde entdeckte mein Vater auf seinen ausgedehnten Wanderungen durch das Emmental, das Thuner Westamt und das Berner Oberland», erklärte Ulrich Hirt an der Vernissage in der Pfrundscheune Sigriswil. Er und seine beiden Brüder, die am Mittwoch ebenfalls zugegen waren, dankten der Gemeinde Sigriswil.

Deren Kulturausschuss würdigte das Lebenswerk ihres Vaters mit einer Ausstellung, an der eine Woche lang 65 Öl- und Acrylbilder besichtigt werden können. «Wir verbrachten als Kinder die Ferien in unserem Chalet in Sigriswil», kramte Ulrich Hirt in Erinnerungen. Dabei seien sie mit ihrem Vater oftmals durchs Justistal marschiert oder auf die Spitzi Flue geklettert.

Atelier in Sigriswil

Nach Aufgabe der beruflichen und politischen Tätigkeit verbrachte Walter Hirt seinen dritten Lebensabschnitt mehrheitlich in Sigriswil. Hier richtete er sein Atelier ein und beschäftigte sich intensiv mit der Malerei. «Mein Vater liebte die Natur und die Berge», sagte Ulrich Hirt vor den rund 70 Gästen.

«Mein Vater liebte die Natur und die Berge.»Ulrich Hirt überden Maler Walter Hirt

Begeistert von den unterschiedlichen Stimmungen, habe er sie jeweils auf Skizzen festgehalten, um sie anschliessend möglichst naturgetreu auf die Leinwand zu übertragen.

Sein malerisches Rüstzeug hatte sich Walter Hirt unter anderem auch beim Beatenberger Kunstmaler Paul Schmidt geholt. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsfeier von Verena Frutiger (Piano) und Marianne Frutiger (Querflöte).

Die Ausstellung mit Werken von Walter Hirt in der Pfrundscheune Sigriswil dauert noch bis Mittwoch, 19. Juli. Geöffnet ist sie Freitag 14 bis 21 Uhr, Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag 10.30 bis 17 Uhr, Montag bis Mittwoch 14 bis 17 Uhr. Weitere Informationen unter Tel. 033 252 90 20.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt