Etappensieg für die Schul-Initiative aus dem Schoren

Thun

Frohe Kunde für die Kämpferinnen und Kämpfer für den Erhalt des Schulstandorts Schoren: Der Thuner Gemeinderat erklärt ihre Quartierschulinitiative für gültig.

Die Initianten haben fast 200 gültige Unterschriften mehr eingeholt als nötig.

Die Initianten haben fast 200 gültige Unterschriften mehr eingeholt als nötig.

(Bild: Archiv/Patric Spahni)

Spätestens am 13. Februar 2020 muss der Stadtrat über die Gemeindeinitiative mit dem Titel «Thuner Quartierschulinitiative: Für eine verlässliche Schulraumplanung, für den Erhalt der Thuner Quartierschulen» befinden. Das hat der Gemeinderat entschieden und gestern kommuniziert. Er habe die Initiative, die am 15. Mai mit 1796 gültigen Unterschriften eingereicht worden sei, auf ihre Gültigkeit geprüft und für gültig erklärt, schreibt der Gemeinderat in seiner Mitteilung.

Sollte der Stadtrat die Initiative ablehnen, wird das Begehren den Stimmberechtigten unterbreitet. Als Termin für eine allfällige Volksabstimmung fasst der Gemeinderat den 17. Mai 2020 ins Auge. In der Mitteilung betont er aber auch: «Allfällige Fristverlängerungen durch den Stadtrat bleiben vorbehalten.» Eine solche Fristverlängerung müsste allerdings der Stadtrat genehmigen.

Schliessungen erschweren

Ziel der Initiative, die eine Gruppe von Eltern aus dem Schoren einreichte, ist klar: Im Bildungsreglement der Stadt soll festgeschrieben werden, dass in sämtlichen Thuner Primarschulen auch künftig eine vollständige Primarstufe geführt wird. Dasselbe gilt für die vier Oberstufenschulen. Zudem sollen die Kompetenzen der Schulkommission beschnitten werden. «Wir wollen erreichen, dass Schulschliessungen erschwert und die Kontrolle einzelner Gremien und die Rekursmöglichkeiten erhöht werden», sagte Karin Gyger vom neunköpfigen Initiativkomitee bei der Lancierung der Initiative im Februar gegenüber dieser Zeitung.

Auslöser für die Initiative war ein Entscheid der Schulkommission: Diese hatte entschieden, die zwei Mehrjahrgangsklassen im Schoren-Schulhaus auf Ende des laufenden Schuljahres zu schliessen. Weil es sich dabei um die einzigen beiden Klassen handelt, würde auch das Schulhaus nicht mehr als solches genutzt, wogegen sich grosser Widerstand regte. Das Schulhaus diene als zentraler Treffpunkt und fördere die Lebensqualität im Quartier, monieren die Betroffenen.

Mieter im Schoren?

Gemeinderat und Vorsteher der Direktion Bildung, Sport, Kultur, Roman Gimmel (SVP), sagt, er könne das Anliegen inhaltlich noch nicht kommentieren. «Das Geschäft wird jetzt zunächst von der Verwaltung aufgearbeitet», erklärt er. «Erst dann wird der Gemeinderat Stellung beziehen können.»

Ratskollege Konrad Hädener (CVP) kann als Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften immerhin ein klein wenig Licht in die unmittelbare Zukunft des Gebäudes bringen: «Noch ist offen, wie das Schulhaus nach den Sommerferien genutzt wird», sagte er zwar, aber: «Wir sind mit mehreren Parteien im Gespräch.» Eine davon ist nach wie vor die Musikschule Thun, die daran interessiert ist, die Unterrichtsräumlichkeiten im Schoren vorübergehend zu mieten.

Hädener versicherte jedoch auch, dass allfällige Mietverträge nur so abgeschlossen würden, dass diese wieder aufgelöst werden könnten, sollte eine Schulnutzung erneut ein Thema werden. Er wies allerdings auch darauf hin, dass die Schulkommission bei Klassen­eröffnungen jeweils mit einem Vorlauf von zwölf Monaten arbeite.

Thuner Tagblatt

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