Fischfang für alle

Thun

Mit dem Programm «Schule bewegt» bringt Swiss Olympic Bewegung in den Unterricht. Beim Videodreh in Thun waren auch zwei Schülerinnen mit Beeinträchtigung dabei.

Jasmin Eicher (l.) beim Videodreh im Studio.

Jasmin Eicher (l.) beim Videodreh im Studio.

(Bild: PD)

Ein bisschen nervös sind sie, die neun Schülerinnen und Schüler, die sich an diesem Morgen um 8.30 Uhr in einem Studio im Thuner Selveareal eingefunden haben. Statt eines gewöhnlichen Schultags erwarten sie heute die Verantwortlichen von Swiss Olympic und eine Filmcrew. Anlass sind die Dreharbeiten zum Inklusions-Special von «Schule bewegt», dem Programm, mit dem Swiss Olympic als Dachverband des Schweizer Sports Bewegung im Schulunterricht fördert (siehe Kasten).

Etwas unsicher blicken sich die Jugendlichen um, gespannt darauf, wer und was auf sie zukommt. Fünf von ihnen sind aus Boll angereist, wo sie die Sekundarschule besuchen. Die anderen vier kommen aus der ganzen Schweiz und besuchen jeweils eine Schule, die ihren speziellen Bedürfnissen gerecht wird. Mit Jasmin Eicher (16) aus Schwanden bei Sigriswil und Michelle Egli (16) aus Münsingen kommen zwei der «Schauspielerinnen» für das Inklusions-Special aus der Region. Jasmin hat das Downsyndrom, Michelle eine andere kognitive Beeinträchtigung.

15 Übungen, darunter etwa Abwandlungen von Boccia, Minigolf und Tischtennis, zeichnen die Schülerinnen und Schüler an diesem Tag vor der Kamera auf. «Die Aufgaben sollen von allen Kindern und Jugendlichen in der Schweiz – ob mit oder ohne Beeinträchtigung – zur Auflockerung des Unterrichts nachgemacht werden können», sagt Rafael Meier, der Projektleiter von «Schule bewegt» bei Swiss Olympic. «Die Aufgaben für das Inklusions-Special haben wir mit Fachpersonen und mit der Behindertensportorganisation Plusport entwickelt.»

Mit Elan dabei

Im Verlauf des Drehtags verfliegt bei den Kindern die anfängliche Zurückhaltung. Beflissen befolgt Michelle Egli die Anweisungen der Filmcrew. In den Drehpausen interessiert sie sich für die Kameras und die anderen technischen Geräte, die im Studio aufgebaut sind. Jasmin Eicher ist beim Seilziehen mit aller Kraft dabei. Wenn die Kamera nicht läuft, blickt sie den Schülerinnen aus Boll über die Schulter und will wissen, was sie auf ihren Smartphones machen. «Es gefällt mir, mit den anderen Jugendlichen diese Übungen vorzumachen. Ich freue ich, wenn wir diese dann auch in der Schule machen», sagt die 16-jährige Oberländerin.

Einen Tipp für die anderen Schülerinnen und Schüler und die Lehrerinnen und Lehrer, die vom Inklusions-Special profitieren wollen, hat Jasmin Eicher auch schon: «Mir hat der Fischfang am meisten Spass gemacht», sagt sie. Bei diesem Fangspiel jagt ein Schüler als Qualle seine Kollegen und verwandelt diese in Korallen, die nach der Berührung stillstehen müssen und nur noch die Arme bewegen dürfen. Wie der Fischfang und die anderen Aufgaben des Inklusions-Specials genau funktionieren, erfährt man ab dem 20. August auf der Website von «Schule bewegt».

pd

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