Thun

Flieger und Autos im Clinch

Thun Der geplante Abfallsammelhof, beziehungsweise dessen Erschliessung, stellt die Flieger auf dem Flugplatz Thun vor grosse Herausforderungen. Sie wollen die Situation dazu nutzen, dem Betrieb neuen Schub zu verleihen.

Ein Auto auf der Strasse, während Segelflugzeuge vom Hangar (r.) zur Startbahn (l.) geschoben werden: Zu dieser Situation wird es öfter kommen, wenn über diese Strasse der neue Abfallsammelhof erschlossen wird.

Ein Auto auf der Strasse, während Segelflugzeuge vom Hangar (r.) zur Startbahn (l.) geschoben werden: Zu dieser Situation wird es öfter kommen, wenn über diese Strasse der neue Abfallsammelhof erschlossen wird. Bild: Patric Spahni

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Die Erschliessung des neuen Abfallsammelhofs, den die Avag und die Stadt Thun im Lerchenfeld bauen wollen, stellt auch die Nutzer des Flugplatzes Thun vor Herausforderungen. «Es gibt zwei Themen, welche die Flieger beschäftigen», sagt Jürg Freund: «Zum einen ist da die Tatsache, dass die Segelflieger seit je die Strasse queren, wenn sie vom Hangar zur Start- und Landebahn und zurück wollen. Zum anderen tangiert die geplante Erschliessung einen projektierten Hangarneubau.»

Freund, der an der letzten Hauptversammlung des Flugplatzvereins in den Vorstand gewählt wurde, war Mitglied in der Begleitgruppe, welche ein Jahr lang in die Planungsarbeiten für den Abfallsammelhof und die ­zugehörige Erschliessung eingebunden war.

Bedenken, nicht Opposition

Er betont im Gespräch wiederholt: «Wir stellen uns keineswegs gegen den Bau des Abfallsammelhofs – und wir sind überzeugt, dass wir die Herausforderungen bei der Erschliessung meistern können.» Er verstehe allerdings auch, dass es bei den Nutzern des Flugplatzes Bedenken gebe. «Der Abfallsammelhof ist am Sams­tagmorgen erfahrungsgemäss am stärksten frequentiert – just dann, wenn die meisten Segelflieger die Strasse queren müssen.»

Eine Chance?

Allerdings könne die neue Situation auch eine Chance sein für den Flugplatz, sagt Jürg Freund. Nicht zuletzt deshalb hat die Hauptversammlung einen Kredit bewilligt, mit dem Vorabklärungen für den allfälligen Bau eines neuen Hangars auf der anderen Seite der Strasse finanziert werden sollen.

Die Idee ist einfach: Wird ein neuer Hangar auf jener Strassenseite gebaut, auf welcher die Start- und Landebahn liegt, müssen keine Flugzeuge mehr die Strasse queren. «Zunächst geht es jetzt einmal darum, mit einer Machbarkeitsstudie abzuklären, ob ein solches Projekt für den Verein überhaupt tragbar ist», sagt Jürg Freund.

Hangarprojekt blockiert

Schon einen Schritt weiter wäre die Gost – die Gruppe für Oldtimer und Selbstbauflugzeuge. Sie verfügt über ein bewilligungsreifes und finanziertes Projekt für einen Hangarneubau. Doch dieser wäre neben dem bestehenden Segelflughangar geplant. So müssten die Gost-Flieger auch noch die Strasse queren. «Deshalb ist dieses Bauprojekt derzeit blockiert», sagt Jürg Freund, fügt aber an: «Auch hier haben wir positive Signale von allen Beteiligten, dass der Neubau ebenso auf der anderen Strassenseite realisiert werden könnte.»

Modernisieren statt ausbauen

Wann diese Pläne indes konkret werden sollen, ist noch offen. «Die Planungsarbeiten laufen jetzt erst an», sagt Freund. «Wir wollen behutsam vorangehen. Und für uns zentral: Wir wollen nicht den Flugplatz ausbauen – sondern das bestehende Angebot modernisieren und besser organisieren.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.03.2018, 08:08 Uhr

Abfallsammelhof

Seit gut anderthalb Jahren planen die Stadt und die Avag auf dem freien Landstück zwischen der A 6 und den Bauten der Sportanlage Waldeck sowie des Flugplatzvereins einen Abfallsammel- und Recyclinghof. Namentlich der Lerchenfeld-Leist wehrt sich heftig gegen das Projekt (wir haben berichtet). ­Gemeinderat Konrad Hädener (CVP), Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften, erklärt auf Anfrage, dass der Planungsprozess «weiter vorangeschritten» sei und dass «noch dieses Jahr ein Baugesuch eingereicht werden könnte». (maz)

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