Förderverein vor ungewisser Zukunft

Thun

Die Stadt Thun beendet ihre Partnerschaft mit Gabrovo per Ende Jahr. Damit wird die Existenz des Fördervereins noch stärker infrage gestellt.

Hans Stalder ist neuer Vereinspräsident.

Hans Stalder ist neuer Vereinspräsident.

(Bild: Hans Kopp)

«Schon im vergangenen Jahr hat sich der Vorstand die Grundsatzfrage über die Weiterexistenz des Fördervereins Thun-Gabrovo gestellt», schreibt Präsident Melchior Buchs im Jahresbericht 2018. Dies im Hinblick auf die veränderten wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in der bulgarischen Stadt. Das Problem hat sich nun mit der von Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) an der 17. Mitgliederversammlung am Donnerstagabend im Stadtratssaal angekündigten Beendigung der Städtepartnerschaft auf spätestens Ende 2019 verschärft (vgl. Kasten).

Flinte nicht ins Korn werfen

Trotzdem wolle man die Flinte noch nicht ins Korn werfen; das wurde augenfällig. Ein Beweis dafür ist die Wahl des Mundartschriftstellers und Radiojournalisten Hans Stalder zum neuen Präsidenten. Er ersetzt den zurückgetretenen Melchior Buchs. Im Weiteren haben die Vorstandsmitglieder Markus Binggeli und Nicolas Rüegsegger demissioniert.

Im Hinblick auf die ungewisse Zukunft wurde am Donnerstag auf Ersatzwahlen verzichtet. Damit wird der Verein inskünftig nur noch von einem vierköpfigen Vorstand geleitet, dem neben dem neu gewählten Präsidenten Hans Stalder das Trio Daniel Bähler, Jürg Dällenbach und Jasmina Stalder angehört.

Es fehlt an Neumitgliedern

Trotz der unsicheren Zukunftsaussichten lässt sich das Tätigkeitsprogramm 2019 sehen: Es enthält viele soziale Komponenten wie Musikpatenschaften, Fitness für krebskranke Menschen sowie Aktivitäten in Tagesstätten für behinderte Erwachsene und Kinder. Daneben ist im Herbst eine Bulgarienreise geplant. Die Erfolgsrechnung 2018 schliesst bei Ausgaben von 5374 Franken mit einem Einnahmenüberschuss von 746 Franken ab. Der Verein zählt aktuell noch 95 Personen.

Neumitglieder seien nicht zu gewinnen, wird bedauert. Die rund 20 anwesenden Stimmberechtigten winkten alle Geschäfte durch. Kritik gab es einzig zur Beendigung der Städtepartnerschaft mit Gabrovo. Einerseits zeigten die Votanten ein gewisses Verständnis für die Massnahme, andererseits brachten sie ihr Bedauern zum Ausdruck. Es gelte nun, auszuloten, wie der Verein mit dem Entscheid der Stadt umgehen wolle. Für den Verstand sei er nachvollziehbar, im Herzen tut es weh, so der Tenor.

Thuner Tagblatt

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