Frauenpower bei den Schlosskonzerten Thun

Heute beginnt der Vorverkauf für die 52. Schlosskonzerte Thun. Die neue Präsidentin Caroline Schüpbach-Brönnimann respektiert die langjährige Tradition und ist gleichzeitig bewusst offen für Neues.

Das aktuelle Team hiuter den Kulissen der Schlosskonzerte Thun (v.l.): Regula Schär, Caroline Schüpbach-Brönnimann, Gisela Trost, Ursula Stucki, Barbara Schranz, Ruth Zaugg und Karin Ritschard.

Das aktuelle Team hiuter den Kulissen der Schlosskonzerte Thun (v.l.): Regula Schär, Caroline Schüpbach-Brönnimann, Gisela Trost, Ursula Stucki, Barbara Schranz, Ruth Zaugg und Karin Ritschard.

(Bild: PD)

«Ich habe nicht sofort Ja gesagt, als ich angefragt wurde für das Präsidium des Vereins Schlosskonzerte Thun», sagt Caroline Schüpbach-Brönnimann. «Ich fühlte mich geehrt, hatte aber Respekt vor der Aufgabe. Die Schlosskonzerte haben eine lange Tradition, diese muss mit Sorgfalt behandelt werden. Es ist aber eine Chance und eine Herausforderung, jedes Jahr im Juni zehn Konzerte zu organisieren.»

Die Betriebswirtschafterin führt ein eigenes Unternehmen und bietet Coaching und Organisationsentwicklung an. Genau diese Fähigkeiten soll sie nun in den Vorstand des Vereins einbringen. Die Schlosskonzerte Thun wollen im Marketing noch professioneller werden und sich stärker vernetzen.

Jazz und ein Stummfilm

«Die Konkurrenz ist gross, und das Publikum ist mobil, besucht Konzerte in Interlaken, Gstaad, Luzern und Zürich», weiss Caroline Schüpbach-Brönnimann. «Unser Publikum kennt uns. Darum bleibt der Kern unseres Angebotes unangetastet: die klassische Kammermusik in hochkarätiger Besetzung.» Dieses Angebot wird heuer unter anderem durch ein Jazz-Konzert und einen Abend mit einem Stummfilm mit Live-Musik ergänzt.

Der aktuelle Vereinsvorstand besteht aus berufstätigen Frauen. «Alle engagieren sich mit Begeisterung für das Produkt ‹Schlosskonzerte Thun›, das macht uns sehr leistungsfähig», findet die neue Präsidentin. Gleichzeitig mit Caroline Schüpbach-Brönimann nahmen auch Ruth Zaugg (Ressort Vorverkauf) und Barbara Schranz (Ressort Freundeskreis) ihre Arbeit im Vorstand auf.

Ein Jahr früher trat Karin Ritschard ihr Amt im Ressort Künstlerbetreuung an. Die künstlerische Leitung hat Regula Schär inne. Die Musikerin, welche in Thun aufgewachsen ist und heute in Basel lebt, war bereits von 2008 bis 2014 künstlerische Co-Leiterin der Schlosskonzerte Thun. Ursula Stucki, Vizepräsidentin (Ressort Finanzen), und Gisela Trost, Geschäftsführerin seit 2013, behielten ihre Ämter.

Wie viel Neues?

Wenn heute der Vorverkauf für die 52. Ausgabe beginnt, steht bereits das Programm für 2020. Wiederum stellten sich die Fragen, wie lässt sich der Kontakt zu den Jungen herstellen, wie viel Neues verträgt es? Was müssen die Schlosskonzerte bieten, damit die Konzerte besucht werden? Dazu bietet sich der persönliche Kontakt mit den Künstlerinnen und Künstlern an, der dieses Jahr beim 6. Konzert mit dem Trio Machiavelli im Rahmen eines Künstlergesprächs möglich sein wird.

Beim Familienkonzert findet vor dem Konzert ein Spaziergang zu «Brahms und seine Thuner Sommer» statt, zudem werden originale Brahms-Besitztümer aus der Sammlung des Schlosses gezeigt. Mit solchen ­Angeboten erhalten Konzerte Erlebnischarakter. Das Publikum schätzt es auch, wenn beliebte Kunstschaffende wieder auftreten. Wie die Camerata Bern mit Patricia Kopatchinskaja, die das Galakonzert im KKT bestreiten.

Aktive Musikerin

«Es war keine Bedingung für das Präsidium, dass ich etwas von Musik verstehen muss», sagt Caroline Schüpbach-Brönnimann. Doch dann beginnt sie von ihren Erfahrungen mit Musik zu erzählen. Begonnen hat es mit Gitarrespielen, denn als Mädchen war sie Elvis-Fan. Als sie etwa neun war, wurde das Klavier der Grosseltern ins Haus gezügelt, und seither spielt die Vereinspräsidentin Klavier, heute vor allem Blues und Jazz-Improvisation.

Während der Zeit im Gymnasium in Bern erlebte Schüpbach-Brönnimann Musik aktiv, der Musiklehrer liess in jedem Semester ein Konzert veranstalten. «Das bildete eine coole Basis, um weiterhin Musik zu machen.Zum Klavier kam bald noch Gesang dazu. Musik wird mich immer begleiten, sei es beim Selbermachen oder als Konsumentin.»

Thuner Tagblatt

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