Thun

Fritz Reimann ist 94-jährig gestorben

ThunEr war Präsident des Gewerkschaftsbunds und Nationalrat: Fritz Reimann ist am Mittwoch im Alter von 94 Jahren gestorben.

<b>Fritz Reimann</b> auf einem Bild, das anlässlich seines 80. Geburtstags entstand.

Fritz Reimann auf einem Bild, das anlässlich seines 80. Geburtstags entstand. Bild: Patric Spahni

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Mit Fritz Reimann verliert die Region einen Mann, der die Politik über viele Jahre massgeblich mitgeprägt hat. Am Mittwochabend verschickte der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) per Mail die Todesnachricht: Reimann sei in Thun im Alter von94 Jahren gestorben, wie seine Familie mitgeteilt habe.

Damit verliere der SGB einen der prägendsten Gewerkschafter der 1970er- bis 1990er-Jahre. Der 1924 in Oberhof im Fricktal geborene Reimann arbeitete nach seiner Lehre als Werkzeugmacher in seinem Beruf und war im Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeiterverband (Smuv) organisiert.

12 Jahre im Nationalrat

1951 wurde er Berufsgewerkschafter, 1973 Smuv-Zentralsekretär, und von 1980 bis 1988 wirkte er als Smuv-Präsident. In diese Jahre fällt auch seine Tätigkeit als SGB-Präsident (1982–1990). Politisch war Reimann in der SP zu Hause, die er von 1979 bis 1991 im Nationalrat vertrat.

Gemäss der Mitteilung des Gewerkschaftsbunds repräsentierte Reimann «eine ganze Generation Schweizer Gewerkschafter, die in den goldenen Jahren der Schweizer Gewerkschaftsgeschichte für den Glauben in Vertragspolitik, Sozialpartnerschaft und die Sicherung steten materiellen Fortschritts der Arbeiterklasse standen».

Er war «höchster Thuner»

Auch in der Regionalpolitik hinterliess der Sohn eines Kleinbauern und Försters deutliche Spuren: So war er von 1962 bis 1976 Mitglied des Thuner Stadtrats, den er 1975 präsidierte. Von 1974 bis 1978 war er zudem Mitglied des Grossen Rats des Kantons Bern. 1982, in seiner Antrittsrede als Präsident des Gewerkschaftsbundes, hatte sich Reimann als «fortschrittlichen Realisten» bezeichnet.

Viele Jahre später, als ihn diese Zeitung aus Anlass seines 80. Geburtstags besuchte, sinnierte er: «Das gilt eigentlich immer noch – auch als Privatmann.» Und der Jubilar fügte damals an: «Die soziale Gerechtigkeit ist kein Endziel. Dafür muss auch in Zukunft dauernd gerungen werden. Deshalb braucht es mehr denn je starke Gewerkschaften und eine zukunftsgerichtete Sozialdemokratie.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 08.11.2018, 09:23 Uhr

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