Fusions-Flirt geht weiter

Steffisburg/ Schwendibach

Steffisburg und Schwendibach gehen in ihren Fusionsverhandlungen in die nächste Runde: Am 15. Juni entscheiden die Gemeinden, ob ein konkreter Vertrag ausgearbeitet wird.

Kommt es am 19. Mai zur Abstimmung über die Fusion der beiden Gemeinden Schwendibach und Steffisburg?

Kommt es am 19. Mai zur Abstimmung über die Fusion der beiden Gemeinden Schwendibach und Steffisburg?

(Bild: zvg)

Am Freitag in einer Woche kommt es zum Showdown: Die Schwendibacher Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung, ob ihr Gemeinderat, gemeinsam mit ­jenem von Steffisburg, einen Fusionsvertrag erarbeiten soll. Dasselbe Geschäft behandelt an diesem Abend das Steffisburger Parlament. Sagen beide Gremien Ja, entscheiden die Stimmberechtigten am 3. Mai 2019, ob der Vertrag genehmigt wird und damit eine Fusion zustande kommt.

Seit 2014 verhandeln die beiden Gemeinden über einen allfälligen Zusammenschluss (wir berichteten). Dass seine Gemeinde am «Tropf des Kantons» hänge, daraus macht Schwendibachs Gemeindepräsident Roland Am­stutz keinen Hehl: «Wir können mit unseren Steuerzahlenden die Aufgaben der Gemeinde nicht mehr erfüllen», stellte er fest. Im Bereich Sozialdienste etwa hat Schwendibach viele Aufgaben schon vor Jahren nach Steffisburg ausgelagert.

Mit dem seit März vorliegenden Grundlagenbericht seien alle Aspekte der möglichen Fusion umfassend abgeklärt worden: «Im Schwendibacher Keller wurden keine Leichen gefunden», sagte Amstutz mit einem Augenzwinkern. Auch die Auswertung der öffentlichen Mitwirkung von Januar und Februar fiel zu­gunsten einer Fusion aus. Rund 70 Prozent der Teilnehmenden äusserten sich positiv gegenüber dem Vorhaben (wir berichteten).

Emotionales Thema Schule

Steffisburgs Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP) sprach an der Pressekonferenz vom Mittwoch Klartext: «Bei dieser Fusion geht es um eine Eingemeindung. Von monetärem Nutzen für Steffisburg kann nicht die Rede sein.» Vielmehr handle es sich für das Dorf um eine Imagefrage: «Diese Gemeinde ist ein Brückenbauer zwischen Stadt und Land. Mit der Fusion mit Schwendibach wollen wir Solidarität zeigen.»

Da die Fusion ein emotionales Thema sei, habe man Wert darauf gelegt, die Bevölkerung früh in den Prozess einzubeziehen, sagte Marti. Namentlich das Thema Schule sorgte für Gesprächsstoff. Gemeinsam mit Horrenbach-Buchen, Homberg und Teuffenthal bildet Schwendibach heute die Schule linke Zulg. Ab Sommer 2020 werden die Schwendibacher Kinder den Unterricht in Steffisburg besuchen, sofern die Fusion gelingt. Eine entsprechende Transportlösung ist aufgegleist.

Diese Lösung wurde in Schwendibach teils ebenso kritisch betrachtet wie in den anderen beteiligten Gemeinden. Das sei ein gewisses Risiko für die kommenden Abstimmungen, sagte Jürg Marti. «Würden wir die Schwendibacher Kinder aber nicht nach Steffisburg holen, wäre die Fusion finanziell schwierig.» Man habe auch mit den anderen Gemeinden im linken Zulgtal das Gespräch gesucht. Jene hätten sich entschieden, eine gemeinsame Schullösung mit Steffisburg nicht in Betracht zu ziehen. Die Schule linke Zulg wird ohne Schwendibach weitergeführt.

Insgesamt herrscht Zuversicht: «Wir gehen davon aus, dass die Fusion gelingt», sagte Marti.

Thuner Tagblatt

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