Fusionsprojekt fraglos aufgenommen

Region Thun

Der Informationsabend in Gurzelen zur Gemeindefusion mit Seftigen war mit rund160 Teilnehmern gut besucht. Fragen zum Projekt wurden keine gestellt.

Symbolische Vereinigung: Peter Aebischer, Gemeindepräsident von Gurzelen (links), und sein Amtskollege von Seftigen, Urs Indermühle, fügen beide Ortstafeln zusammen

Symbolische Vereinigung: Peter Aebischer, Gemeindepräsident von Gurzelen (links), und sein Amtskollege von Seftigen, Urs Indermühle, fügen beide Ortstafeln zusammen

«Es ist wichtig, jetzt zu agieren und das Steuer selber in die Hand zu nehmen», sagte Peter Aebischer, Gemeindepräsident von Gurzelen, bei der Begrüssung zum Informationsabend über das Projektzur Fusion mit Seftigen. Das Interesse war gross: Zahlreich strömten die Einwohnerinnen und Einwohner aus beiden Gemeinden am Montagabend in die Mehrzweckhalle Gurzelen und nahmen dort rund 160 der bereitgestellten Plätze ein. Gemeinsam mit Aebischer stellte Urs Indermühle (SVP), Gemeindepräsident von Seftigen, den Grundlagenbericht vor. Er verglich das fast hundertseitige Werk mit einer Diplomarbeit und betonte: «Am Papier wird es nicht fehlen.»

Gebührenanstieg möglich

Bei der Erläuterung des Berichts wies Aebischer vorab darauf hin, dass die neue Gemeinde den Namen und das Wappen von Seftigen tragen werde (vgl. auch Ausgabe vom Freitag). Gurzelen verzichte bereits seit einiger Zeit in der Korrespondenz auf sein Ortswappen, das aber die Vereine weiterhin verwenden könnten, sagte der Gemeindepräsident. Aebischer erwähnte weiter, dass die Finanzkompetenzen höher sein würden für den künftigen Gemeinderat, in dem Gurzelen zwei fixe Sitze zugesprochen erhält.

Der Präsident der fusionierenden Gemeinde lancierte bereits jetzt den Aufruf, dass sich bei den für Herbst 2020 geplanten Wahlen auch genügend Kandidatinnen und Kandidaten aus Gurzelen für die zwei garantierten Sitze melden werden. Urs Indermühle bekräftigte, dass die niedrigeren Steuersätze von Seftigen finanziell ausreichen würden für die Gemeinde mit dereinst rund 3000 Einwohnern. «Bei den Gebühren könnte es jedoch tendenziell etwas teurer werden für Gurzelen», erklärte der Präsident von Seftigen.

Zwei Schulstandorte…

Die beiden Gemeinden zählen heute fast 400 Schülerinnen und Schüler. Die Jüngsten werden in Gurzelen in einer zweiklassigen Basisstufe unterrichtet, in Seftigen aber immer noch nach dem klassischen System mit Kindergarten sowie 1. und 2. Klasse. Das soll so bleiben, werden doch die heutigen Schulsysteme und -standorte beibehalten.

Neben den jeweils eigenen 3. bis 6. Primarklassen behält auch Seftigen seine Realstufe und übernimmt aus Gurzelen keine Realschüler. Sie werden weiter das Oberstufenzentrum (OSZ) in Wattenwil besuchen und nicht nach Seftigen wechseln. Es fehle dort der Platz, ebenso im OSZ Wattenwil, für die Übernahme der ganzen Oberstufe aus Seftigen, nannte Indermühle die Begründung.

…und Feuerwehren bleiben

Auch die Feuerwehren sollen vorerst nicht vereint werden. Gurzelen bleibt also Uetendorf plus angeschlossen, und Seftigen behält seine eigene Feuerwehr, die heute bereits mit Burgistein, Mühlethurnen, Wattenwil und Blumenstein/Pohlern (Feuerwehr Fallbach) zusammenarbeitet.

Verworfen wurde die Idee zur Bildung einer Regionalfeuerwehr mit Uetendorf, weil sie zu gross sein und in Richtung Professionalisierung gehen würde, meinte Peter Aebischer. «Es ist vielleicht nicht das Ende der Fusionsbestrebungen in der Region», erklärte der Gemeindepräsident von Gurzelen. Er warb mit dem Seftiger Amtskollegen für ein Ja zum Fusionsprojekt.

Gemeinsam riefen die beiden Präsidenten zum Mittun bei der angelaufenen Mitwirkung (bis 22. April) auf. «Eure Meinung interessiert uns sehr», hielt Peter Aebischer als Gastgeber fest. Fragen wurden jedoch keine gestellt von den Versammelten. Diese wandten sich lieber direkt dem Apéro und dem Gespräch zu.

Thuner Tagblatt

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