Marode Schule: Übergangslösung an der Schubertstrasse

Thun

Die Stadt Thun geht in die Offensive: Sie reisst die marode Seefeldschule ab und ersetzt diese durch einen Doppelkindergarten. Zudem will sie an der Schubertstrasse 10 einen neuen Schulcontainer errichten.

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Die Stadt überraschte mit ihrer Mitteilung vom Donnerstag: Die über 40-jährige Baracke an der Äusseren Ringstrasse, in welcher die Seefeldschule untergebracht ist, wird nicht wie angekündigt über die Sommerferien instand gestellt.

Sie soll stattdessen so rasch als möglich abgerissen werden. «Dank dem Schadstoffgutachten, dessen Resultate nun vorliegen, wissen wir jetzt, weshalb es im ­Gebäude derart unangenehm riecht», erklärte am Donnerstag Gemeinderat Konrad Hädener (CVP) auf Anfrage (siehe auch Infobox).

Grund seien gasförmige Stoffwechselprodukte von Schimmel und Bakterien, welche zwar nicht gesundheitsgefährdend seien, aber darauf hinweisen würden, dass sich das Gebäude allmählich zersetze.

«Weil sich dieser Abbauprozess nicht durch die geplanten Arbeiten beheben lässt und wir gleichzeitig erfahren haben, dass das Gymerareal frühestens 2030 zur Verfügung steht, haben wir uns nun für eine autonome Schulraumplanung in diesem Gebiet entschieden», so Hädener.

Will heissen: Die Stadt gibt ihre Abhängigkeit von der kantonalen Planung definitiv auf und errichtet im Gegenzug einen neuen Doppelkindergarten am Standort der bisherigen Seefeldschule: «Wir werden in den nächsten Wochen die Abbruchbewilligung für die alte Schulbaracke beantragen», führte Konrad Hädener aus, der davon ausgeht, dass deren Rückbau im Herbst beginnen kann.

Allerdings werde es bestimmt drei bis vier Jahre dauern, bis der neue Kindergarten bezugsbereit sei. Dies auch, weil unter Umständen ein Wettbewerbsverfahren durchgeführt werden müsse. Kindergarten zieht um

Bis es so weit ist, wird der Seefeld-Kindergarten, welcher ebenfalls in der Baracke untergebracht war, an der Schubertstrasse 10 gleich neben dem bereits bestehenden Kindergarten einquartiert.

«Das dort ansässige Kompetenzzentrum Integration hat sich kurzfristig bereit erklärt, auf einen Teil seiner Räume zu verzichten», beschrieb Hädener die vorgesehene Rochade. Kleinere bauliche Anpassungen im Bereich von wenigen Zehntausend Franken würden noch in den kommenden Sommerferien oder allenfalls in den Herbstferien ausgeführt.

Konrad Hädener betonte dabei, dass die beiden Kindergartenklassen in moderneren ­Metallcontainern untergebracht seien, welche sich in einem baulich guten Zustand befänden. Ganz im Gegensatz zu den älteren Teilen des Barackenkomplexes an der Schubertstrasse.

«Wir wollen die beiden alten Flügel deshalb nach dem Auszug des Kompetenzzentrums im nächsten Jahr stilllegen und nach dem Auszug der Kindergartenklassen ebenfalls abbrechen», erklärte Hädener das weitere Vorgehen.

Neuer Container für Schüler

Auch für die beiden Seefeld-Schulklassen zeichnet sich eine Lösung auf dem Areal der Schu­bertstrasse ab: Hier will die Stadt nämlich bis spätestens in anderthalb Jahren einen neuen Schulcontainer errichten.

«Das dauert seine Zeit, weil wir erst die genauen Raumbedürfnisse definieren müssen und allein die Lieferfrist acht Monate beträgt», erläuterte Hädener den Zeitplan dieser «relativ teuren» Lösung, welche bis zu 80 Prozent eines permanenten Baus ausmache.

Auch hier ist deshalb eine Übergangslösung vorgesehen: Ab kommendem Schuljahr sollen die beiden Seefeld-Klassen ins Pestalozzi-Schulhaus integriert werden, wo sie bereits heute einzelne Lektionen wie den Werk- oder Turnunterricht besuchen.

«Das bedeutet, dass sich die Schule in jener Zeit räumlich einschränken muss», so Hädener, «und die Schulleitung vor eine grosse Herausforderung gestellt wird.»

Längerfristig strebt die Stadt Thun im Bereich Seefeld/Hohmad eine definitive Schullösung an. Bis Ende 2017, Anfang 2018 will der Kanton entscheiden, ob er nun an beiden Gymerstandorten in Thun festhält oder aber einen Neubau in der Schadau realisieren will.

«Ab diesem Moment können wir unsere Schulraumplanung konkretisieren», so Konrad Hädener. Sprich: Wird das Seefeldareal frei, möchte die Stadt dort eine neue Schule ansiedeln. Das würde bedeuten, dass die geplanten neuen Schulcontainer noch bis mindestens 2030 Bestand haben werden. Sollte sich diese Lösung nicht verwirklichen, dann will die Stadt an der Schubertstrasse einen Neubau erstellen.

Die jetzigen Entscheide der Stadt sind das Resultat von Elternreaktionen nach der Kündigung einer Lehrerin im Seefeldschulhaus. Die Eltern hatten sich mit Forderungen und Fragen an die Stadt gewandt und unter anderem die erwähnte Schadstoffexpertise verlangt.

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