Gartenbauschule fordert einen Ersatz

Oberhofen

Die bevorstehende Abstimmung über den Kredit für den Um- und Neubau der Schule Friedbühl in Oberhofen schlägt hohe Wellen. Akteure aus allen Lagern melden sich zu Wort.

Um diese Parzelle in Aebnit geht es: Sie wird bis zum Jahr 2038 von der Gartenbauschule Hünibach gepachtet.

Um diese Parzelle in Aebnit geht es: Sie wird bis zum Jahr 2038 von der Gartenbauschule Hünibach gepachtet.

(Bild: PD)

Jahrelang wurde geplant. Jetzt steht das Projekt Panorama: Für rund 29 Millionen Franken soll die Schulanlage Friedbühl in die Neuzeit überführt werden. Die drei Gemeinden Hilterfingen, Heiligenschwendi und Oberhofen, die gemeinsam einen Schulverband bilden, müssen in den nächsten Wochen das Geld dafür sprechen. Nun steigt die Nervosität merklich.

Letzte Woche ist das Komitee für eine finanzierbare Schulanlage mit Zukunft erstmals in die Öffentlichkeit getreten. Die Gruppe bringt einen alternativen Schlachtplan ins Spiel. So soll das neue Schulhaus Friedbühl auf der benachbarten Parzelle der bestehenden, rund 70-jährigen Schulanlage entstehen. Das Land gehört der Gemeinde Oberhofen, welche es bis zum Jahr 2038 der Gartenbauschule Hünibach verpachtet hat.

Das Komitee bestreitet die Notwendigkeit der neuen Schule keinesfalls, das Projekt sei aber zu teuer. Die Gruppe schlägt deshalb auch vor, die Parzelle mit der alten Schulanlage für Wohnzwecke zu verkaufen (wir berichteten).

Gartenbauschule gibt nicht einfach klein bei

Das Vorpreschen des Komitees, welches am Dienstag Abend um 20 Uhr in der Riderbachhalle eine Infoveranstaltung durchführt, hat die Gartenbauschule auf den Plan gerufen. «Die Baupläne des Komitees kollidieren mit den Zukunftsplänen der Gartenbauschule», teilte der Stiftungsrat am Montag mit. «Wir haben Ende September gemeinsam mit der Geschäftsleitung die Strategie für die nächsten vier Jahre verabschiedet», lässt sich Stiftungsratspräsidentin Judith Pfäffli zitieren. «In dieser Strategie hat das Aebnit weiterhin eine zentrale Bedeutung.» Die Gartenbauschule könne einer vorzeitigen Auflösung der Pacht nur zustimmen, wenn eine Zusage für Ersatzland vorliege, so Pfäffli.

Auch Befürworter machen mobil

Neben der Gartenbauschule sind auch die Befürworter des Projekts Panorama aktiv geworden. Dazu gehören die vier Hilterfinger Ortsparteien und das Komitee Panorama Ja. Für sie gibt es keine Alternativen zum offiziellen Vorhaben. Die fünf Organisationen befürchten laut ihrer Mitteilung «einen Scherbenhaufen, wenn das ausgeklügelte und durchdachte Bauprojekt zur Erweiterung der Schulanlage Friedbühl abgelehnt wird».

«Wir müssenalles tun, um einen lang anhaltenden Zwist in undzwischen denGemeinden zuvermeiden.»Ueli Egger

Bei der Ausarbeitung des Projekts Panorama seien die Behörden von Hilterfingen und Oberhofen und die Verantwortlichen der Schulen sehr eng einbezogen worden. Fachleute hätten mehrere Tausend Stunden in die Planung investiert. Werde das Vorhaben abgelehnt, sei ein grosser Teil der investierten 0,9 Millionen Franken verloren. Mit dem Projekt Grüne Wiese werde den Bürgern zudem «eine Alternative vorgegaukelt, die es nicht wirklich gibt». Das Land, das bebaut werden solle, sei langfristig verpachtet. Zudem seien viele baurechtliche Fragen ungeklärt, und nicht zuletzt könnte nach dem Scheitern der aktuellen Vorlage der Vertrauensverlust so gross sein, dass in Hilterfingen breite Kreise die weitere Zusammenarbeit mit Oberhofen bei Schulthemen infrage stellen könnten.

Vor den Wagen lässt sich auch der Hilterfinger Grossrat Ueli Egger (SP) spannen: «Wir müssen alles tun, einen lang anhaltenden Zwist in und zwischen den Gemeinden zu vermeiden.»

Thuner Tagblatt

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