Gemeinde verkauft Mettlenschulhaus

Wattenwil

Nach einer emotionalen Diskussion stimmte die Gemeindeversammlung dem Antrag des Gemeinderates für den Verkauf zu. Für Martin Frey gab es einen langen Applaus.

Die Gemeindeversammlung genehmigte nach emotionaler Diskussion den Verkauf des Mettlenschulhauses.

Die Gemeindeversammlung genehmigte nach emotionaler Diskussion den Verkauf des Mettlenschulhauses.

(Bild: Debora Stulz)

«Zu was wollen wir Sorge tragen, was wollen wir weiterentwickeln?» Diese Fragen, die Gemeindepräsident Peter Hänni in der Wattenwiler Post stellte, wurden an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch von den 67 anwesenden Personen zum Teil beantwortet. Mit 34 Ja zu 21 Nein bei 12 Enthaltungen stimmten sie dem Verkauf des Mettlenschulhauses zu. Das Haus von 1876 wurde seit Ende der 1980er-Jahre nicht mehr als Schulraum genutzt.

Nach den Berechnungen der Gemeinde besteht in der Liegenschaft ein Sanierungsbedarf in Höhe von rund 80'000 Franken: «Diese Kosten sind zu hoch für Wattenwil, insbesondere auch deshalb, weil in Zukunft kein strategischer Bedarf für mehr Schulraum besteht», erklärte Peter Hänni.

Nicht erfreut über einen Verkauf zeigten sich Vertreter der Luftgewehrschützen, die in dem alten Schulhaus seit 1980 ihre Trefferanlage nutzen, und weitere Personen, die in dem Haus kulturelle Anlässe organisieren. «Wir verstehen die Emotionen, aber im Gemeinderat müssen wir strategisch denken», sagte Gemeinderätin Marianne Jaussi. Gemeindepräsident Peter Hänni zeigte sich überzeugt, dass für die Schützen eine andere Lösung im Dorf gefunden werden könne.

Einstimmig hiess der Souverän den Kredit über 362'000 Franken für die Sanierung der Trinkwasserleitung und die Erweiterung des Löschschutzes im Bereich Burgisteinstrasse/Gässli gut.

Der Baubeginn ist Anfang Juli vorgesehen. Gemeinderat Bruno Schmid zeigte sich überzeugt davon, dass die Bauarbeiten bis zum Wattenwilmärit vom 2. Oktober abgeschlossen sein werden.

Eines der strategischen Ziele des ­Gemeinderates ist es, die Finanzen zu stabilisieren: «Wenn sich die finanzielle Situation weiterhin so positiv entwickelt, erachte ich spätestens im Jahr 2025 eine Steuersenkung als möglich», so Peter Hänni weiter. Die Rechnung 2018 ­bestätigt diese Annahme.

Der Gesamthaushalt schliesst bei einem Aufwand von 19,714 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 486'894 Franken ab. Der allgemeine Haushalt weist bei einem Ertrag von 18,689 Millionen ebenfalls ein Plus von 409'707 Franken auf. Das positive Gesamtergebnis wurde hauptsächlich aufgrund von Mehreinnahmen durch Steuern bei den natürlichen und juristischen Personen erzielt.

Keine Fragen zur Gemeindefusion

Wie bereits an der Gemeindeversammlung von Pohlern gab es auch in Wattenwil aus den Reihen keine Fragen zur geplanten Fusion mit Forst-Längenbühl und Pohlern. ­Gemeindepräsident Peter Hänni empfahl den Bürgerinnen und Bürgern, an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 22. August der Fortführung der Verhandlungen zuzustimmen und damit die Offenheit Wattenwils gegenüber den beiden kleineren Gemeinden zu zeigen.

Applaus für Martin Frey

Nach 21 Jahren als Gemeindeschreiber und Verwaltungsleiter wechselt Martin Frey in die Privatwirtschaft (wir haben berichtet). Mit einem langen Applaus und Laudationes dreier Gemeindepräsidenten wurde Frey verabschiedet. Dazu ­Peter Hänni: «Martin war ein präziser, zuverlässiger und leidenschaftlicher Staatsdiener für uns alle.»

In seiner schriftlichen Botschaft honorierte Peter Röthenmund (Gemeindepräsident 1989 bis 2002) die «effiziente und zuverlässige Arbeit» seines Gemeindeschreibers, und das Fazit von André Bähler (2002–2013) lautete nach einer kurzen Rede mit den Worten: «Es isch e Superzyt gsi mit dir, Martin», und einem freundschaftlichen Schlag auf die Schulter des sichtlich bewegten Martin Frey.

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