Gemeinderat setzt ein Zeichen für Lohngleichheit

Thun

Der Gemeinderat hat die Charta für Lohngleichheit unterzeichnet und entsprechende Massnahmen definiert.

Der Thuner Gemeinderat unterzeichnet die «Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor».

Der Thuner Gemeinderat unterzeichnet die «Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor».

(Bild: Keystone)

Am Freitag gehen schweizweit Frauen auf die Strassen, um für ihre Rechte zu kämpfen. Es ist wohl kein Zufall, dass der Thuner Gemeinderat gerade am Donnerstag bekannt gab, dass er die «Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor» unterzeichnet hat.

«Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist seit Jahren eine Selbstverständlichkeit in der Thuner Stadtverwaltung», schreibt er in seiner Medienmitteilung. Mit der Unterzeichnung der Charta bekräftige er dieses Engagement. Gleichzeitig setzt der Gemeinderat damit ein Postulat von Alice Kropf und Katharina Ali-Oesch (beide SP) vom 5. Juli 2018 um.

Massnahmen definiert

Der Thuner Gemeinderat hat zur Umsetzung der Charta, die Bundesrat Alain Berset im Herbst 2016 lanciert hatte, Massnahmen definiert. So sollen die Mitarbeitenden durch die Publikation von Fachartikeln und mittels Schulungen für Führungskräfte für Gleichstellungsfragen sensibilisiert werden.

Ausserdem soll im Jahr 2020 die nächste Überprüfung der Lohngleichheit in der Stadtverwaltung stattfinden. Die letzte Überprüfung liege sechs Jahre zurück und habe gezeigt, dass die Lohngleichheit gewährleistet sei, so der Gemeinderat. Eine aktuelle Bestandesaufnahme solle den allfälligen Handlungsbedarf aufzeigen.

Um auch die Lohngleichheit in nahestehenden Körperschaften zu fördern, will die Stadt diese über ihre Unterzeichnung der Charta informieren und ihre Erfahrungen mit ihnen teilen.

Selbstdeklaration verlangt

Schliesslich soll auch im Beschaffungswesen neu beim sogenannten Einladungsverfahren eine schriftliche Selbstdeklaration zur Lohngleichheit verlangt werden. «Die Stadt Thun vergibt ihre öffentlichen Aufträge nur an Unternehmen, welche die gesetzlichen Bestimmungen einhalten», schreibt die Stadt in ihrer Mitteilung. «Dazu gehört auch die Lohngleichheit.»

Um geplante und bereits durchgeführte Massnahmen zur Förderung der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor aufzuzeigen, führt das eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann bei den Kantonen und grösseren Städten ein regelmässiges Monitoring durch. Dieses wird jedes Jahr aktualisiert. «Der Gemeinderat hat das Personalamt beauftragt, jährlich an diesem Monitoring teilzunehmen», so die Stadt in ihrer Mitteilung.

Umsetzung als Dauerauftrag

«Auch wenn die letzte Überprüfung der Lohngleichheit sehr positiv ausgefallen ist, will der Gemeinderat mit der Unterzeichnung der Charta und den definierten Massnahmen die Lohngleichheit weiter fördern», schreibt der Gemeinderat abschliessend. Verbesserungsmöglichkeiten sehe er beispielsweise bei der Zahl der Frauen im oberen Kader der Thuner Stadtverwaltung (ab Lohnklasse 19). Hier habe sich zwar die Quote in den letzten acht Jahren von 25 auf 35 Prozent erhöht, eine weitere Steigerung sei jedoch erwünscht.

don/pd

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