Geplant ist mehr Platz für alle

Thun

Die Strättligenstrasse soll breiter und dadurch sicherer werden. An seiner nächsten Sitzung befindet der Thuner Stadtrat über einen Kredit von 140'000 Franken, mit dem ein Bauprojekt ausgearbeitet werden würde.

Die Strättligenstrasse soll beim Kreisel C.F.L.-Lohnerstrasse Hintergrund) einen Bypass für Velofahrer erhalten. Es ist nur eine von diversen Massnahmen für mehr Sicherheit im Zuge der vorgesehenen Verbreiterung der Strasse. Foto: Patric Spahni

Die Strättligenstrasse soll beim Kreisel C.F.L.-Lohnerstrasse Hintergrund) einen Bypass für Velofahrer erhalten. Es ist nur eine von diversen Massnahmen für mehr Sicherheit im Zuge der vorgesehenen Verbreiterung der Strasse. Foto: Patric Spahni

8,80 Meter: So breit ist die Strättligenstrasse heute – das Trottoir bereits mit eingerechnet. Regelmässig kommt es auf der wichtigen Verbindungsachse im Westen von Thun zu heiklen Situationen: Automobilisten, die sich kreuzen, drängen Velofahrer ab. Tun sie dies nicht, fahren sie über längere Distanzen hinter den Velos her, und es bilden sich Rückstaus.

Mit all dem soll in absehbarer Zeit Schluss sein. Die Stadt plant, die Strättligenstrasse auf einer Länge von 750 Metern zwischen dem Kreisel Buchholzstrasse und der Unterführung Winkelweg zu verbreitern.

Für den motorisierten Verkehr sind zwei Fahrspuren von neu je 3,25 Meter vorgesehen, wodurch «sowohl Personenwagen als auch Lastwagen innerhalb ihrer Fahrstreifen aneinander vorbeifahren können und nicht mehr auf die Radstreifen ausweichen müssen», wie der Gemeinderat in den Unterlagen zur Stadtratssitzung vom 16. Mai schreibt.

Für die Velofahrer plant die Stadt in beide Richtungen zwei Meter breite Radstreifen. Heute messen sie 1,20 Meter. Zusammen mit dem Trottoir, das nicht durchgehend vorhanden ist, ergäbe dies eine Gesamtbreite von neu 13 Metern. Der neue Standard diene allen Verkehrsteilnehmern gleichermassen, so der Gemeinderat. «Die Verkehrssicherheit kann dadurch gegenüber heute wesentlich erhöht werden», heisst es.

«Der Tenor ist klar positiv»

Das Thuner Parlament beschäftigte sich bereits im Oktober 2017 mit der Thematik. Es genehmigte einen Kredit von 175'000 Franken für die Ausarbeitung eines Vorprojekts. Gegenstimmen kamen damals vor allem von linker Seite, die die fehlende Gesamtsicht bemängelte. Inzwischen ist die Machbarkeit nachgewiesen.

Zudem ist die Vernehmlassung bei diversen städtischen und kantonalen Ämtern sowie mehreren Verkehrs-, Umwelt- und Wirtschaftsorganisationen – darunter Pro Natura, Pro Velo, VCS oder der Verband Thuner KMU – abgeschlossen. Sie äussern sich grossmehrheitlich wohlwollend zum Vorhaben. «Der Tenor ist klar positiv», hält die Stadt fest.

10'000 Fahrzeuge pro Tag

Als Nächstes will der Gemeinderat das Projekt daher «zur Bewilligungsreife» bringen. Dazu ist unter anderem eine Strassenüberbauungsordnung und ein Bauprojekt notwendig. Beim Verpflichtungskredit von 140'000 Franken, über den der Stadtrat am 16. Mai befindet, geht es um den Investitionsanteil der geplanten Verbreiterung.

Hinzu kommen für den baulichen Unterhalt dieses Strassenabschnitts 250'000 Franken als gebundene Ausgabe, über die der Gemeinderat in eigener Kompetenz entscheidet. Für die effektive Verbreiterung der Strasse, die frühestens ab der zweiten Hälfte 2021 umgesetzt wird, rechnet der Gemeinderat mit Gesamtkosten von 6,1 Millionen Franken.

Die Strättligenstrasse wird täglich von rund 10'000 Fahrzeugen befahren – darunter 7 Prozent Schwerverkehr – und ist zudem auch eine Hauptverbindung gemäss kantonalem Sachplan Veloverkehr. Seit der Inbetriebnahme des Bypass Thun Nord hat die Strasse als Tangentialachse und zur Verkehrsentlastung der Wohnquartiere zusätzlich an Bedeutung gewonnen.

Thuner Tagblatt

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