Gewa übernimmt 45 Pluspunkt-Angestellte

Thun

Seit Mittwoch steht die Stiftung Gewa offiziell in der Verantwortung: Sie führt die Angebote der Stiftung Pluspunkt weiter und übernimmt 45 von einst über 60 Angestellten. Doch die schlechten Neuigkeiten zu Pluspunkt reissen nicht ab.

Düstere Stimmung: Seit September ist der Gasthof zum Lamm geschlossen. Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist offen.<p class='credit'>(Bild: Michael Gurtner)</p>

Düstere Stimmung: Seit September ist der Gasthof zum Lamm geschlossen. Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist offen.

(Bild: Michael Gurtner)

Gestern übernahm die Gewa – Stiftung für berufliche Integration mit Hauptsitz in Zollikofen offiziell die Tätigkeiten der Stiftung Pluspunkt. Diese führte an drei Standorten in Thun und Spiez Integrationsangebote für junge Menschen und geriet im Sommer durch den Konkurs der Gasthof zum Lamm AG in grosse Schwierigkeiten (vgl. Kasten).

Der Übergang stand laut Gewa-CEO Samuel Schmid in den letzten Wochen im Vordergrund: Jede Menge Administratives musste geklärt werden – Arbeitsverträge, Anstellungsbedingungen oder die Integration der IT zum Beispiel. «Das war unsere Priorität», betont Schmid. Auch an der Zukunft der einzelnen Pluspunkt-Bereiche wurde gearbeitet, wenn auch bisher mit weniger Nachdruck.

«Fakt ist aber, dass wir alle Personen übernehmen, die nicht in einem gekündeten Arbeitsverhältnis sind.» Das sind 45 von ursprünglich über 60 Pluspunkt-Angestellten. Die Kündigung haben vonseiten der Stiftung Pluspunkt fünf Festangestellte des Gasthofs zum Lamm erhalten. Zudem gab es weitere Abgänge.

Unklar, wie es weitergeht

Das Lamm wird von der Gewa nicht weitergeführt. Der Mietvertrag läuft noch bis 2019. «Wir schauen nun, wie wir die Räumlichkeiten nutzen wollen», führt der Gewa-Geschäftsführer aus. Ob das Lamm allenfalls verpachtet werde, sei noch nicht klar – es laufen Gespräche mit der Pluspunkt Immobilien AG, der das Gebäude gehört. Klar ist auch, dass die Pluspunkt-Bereiche Gartenbau und Liegenschaftsservice weitergeführt und organisatorisch in die bestehenden Gewa-Angebote im jeweils gleichen Bereich integriert werden.

«Noch nicht entschieden haben wir, wie es mit ‹Glacenheit› und ‹Essen & Mehr› weitergeht», sagt Samuel Schmid. Bei diesen beiden kulinarischen Angeboten gebe es diverse Abhängigkeiten – etwa auch mit der künftigen Nutzung des Lamm-Gebäudes. Das Ziel sei es, diese offenen Fragen möglichst rasch zu klären – «damit die Leute, denen wir liefern, wissen, woran sie sind». Würden die Angebote nicht von der Gewa weitergeführt, soll es möglichst eine Anschlusslösung geben. Schmid hofft, dass noch im Lauf des Novembers klar ist, wie es für «Glacenheit», «Essen & Mehr» sowie für die Nutzung des Lamm-Gebäudes konkret weitergeht.

Plätze für Jugendliche bleiben

Die Gewa hat von Anfang an kommuniziert, dass die 50 Plätze für die von der Stiftung Pluspunkt betreuten Jugendlichen und jungen Erwachsenen bestehen bleiben. «Daran hat sich nichts ge­ändert», betont CEO Samuel Schmid. Eine der Herausforderungen sei es, für alle Einsatzmöglichkeiten zu finden. «Das hat natürlich auch einen Zusammenhang mit der Zukunft von ‹Glacenheit› und ‹Essen & Mehr›», sagt Samuel Schmid. «Wir schauen, was in Thun und was in Zolli­kofen möglich ist.»

Nicht äussern will sich Schmid dazu, dass die Pluspunkt Inte­grationsbetriebe AG, in der die ­Pluspunkt-Angebote «Essen & Mehr», «Glacenheit» und «Gartenwohl» zusammengefasst waren, die Oktoberlöhne nicht vollständig bezahlen kann (vgl. Kasten): «Das ist nicht in unserer Verantwortung», sagt der Gewa-CEO.

Thuner Tagblatt

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