Gewinner und schwächelnde Winnertypen

Die jungen Aufbauer Ivan Wyttenbach und Damien Guignet überraschten in der zu Ende gegangenen Saison positiv, während die Routiniers Reto Friedli und Jonas Dähler nicht sehr überzeugten, wie sie dies häufig getan hatten.

Übertraf die Erwartungen: Zuzug Ivan Wyttenbach.

Übertraf die Erwartungen: Zuzug Ivan Wyttenbach.

(Bild: Alexander Wagner)

Adrian Horn

Torhüter

Marc Winkler 5
Der Stammkeeper hielt erneut konstant gut, brillierte aber nicht so oft wie in der vergangenen Saison, als für den Nationaltorhüter die Bestnote resultierte.

Flavio Wick 4,75
Der Aargauer enttäuschte, als Winkler im Herbst ausgefallen war; da vermochte er die Nummer 1 nicht vollumfänglich zu ersetzen. Im März beeindruckte er mit einem überragenden Auftritt im Cupfinal, im Playoff überzeugte er nach durchschnittlichen Leistungen in Qualifikation und Finalrunde weitestgehend, womit er stellvertretend für seine Mannschaft war.

Feldspieler

Phillip Holm 4,25
Ansprechend waren die Darbietungen des Dänen in der ersten Saisonhälfte alles in allem, in der Champions League gehörte der einzige Ausländer im Team von Martin Rubin zu den stärksten Thunern. Zuletzt fehlte der Rückraumakteur verletzt, nachdem er ab der Winterpause ungenügende Leistungen gezeigt hatte.

Luca Linder 4,75
Der Routinier verletzte sich auch in diesem Herbst. Kurz vor dem Cupfinal meldete sich der Linksflügel zurück und zeigte sich in toller Verfassung.

Gabriel Felder 4,25
Der Linkshänder wurde in der ersten Saisonhälfte primär am rechten Flügel, später vornehmlich im Rückraum eingesetzt. Der Juniorennationalspieler gefiel in der Deckung und mit seiner dynamischen Spielweise; davon, ein Leistungsträger zu sein, ist das Talent noch ein Stück entfernt.

Nicolas Raemy 5,5
Der Luzerner demonstrierte, zu den besten Individualisten der Liga zu gehören. Der Rechtsaufbauer erzielt viele Tore, er besticht durch eine Spielintelligenz, die ihresgleichen sucht, und nimmt als Störenfried auch in der Abwehr einen zentralen Part ein.

Jonas Dähler 4,75
In seiner ersten Saison als Captain überzeugte der Rechtsflügel nicht uneingeschränkt. Er verwarf öfter als in den vergangenen Saisons, als er konstantester Thuner gewesen war, und legte sich eher zu oft mit Gegenspielern an. Die gute Note verdiente er sich vorab mit einer starken Leistung im Cupfinal.

Nicolas Suter 5,25
Der Aargauer übernahm zumindest teilweise die Rolle Lukas von Deschwandens und trat auf und neben dem Feld als Leader in Erscheinung. Stark ist der Linksaufbauer primär dann, wenn auf Tempohandball gesetzt wird.

Thomas Lanz 5
Der Linksflügel war in der ersten Saisonhälfte Wackers verlässlichste Kraft. Im Februar verletzte er sich, wodurch er unter anderem den Cupfinal verpasste. Er legte in der Folge solide Leistungen hin, ohne an die hervorragenden Auftritte aus dem Herbst anknüpfen zu können.

Ivan Wyttenbach 5
Der Regisseur ist der Gewinner der Saison. Weit über 200 Tore erzielte er in seiner ersten ganzen Spielzeit wettbewerbsübergreifend, auch weil er ein sehr verlässlicher Penaltyschütze war. Einen grossen Auftritt hatte der Topskorer unter anderem in Partie 2 der Playoff-Halbfinalserie, als er in den ersten elf Minuten fünf Treffer schoss und zwei weitere vorbereitete.

Reto Friedli 4,25
Der in den Vorjahren oft überzeugende und teils gar exzellente Kreisläufer blickt auf eine durchzogene Saison zurück, eine, in der er vergleichsweise wenig Einfluss hatte. Wie Kumpel Dähler liess er Chancen aus, die er in der Vergangenheit wohl verwertet hätte. Gefühlt lag sein Fokus zu sehr auf dem Gegner und auf den Schiedsrichtern.

Simon Huwyler 4,25
Der Zuzug gefiel zu Beginn und in den letzten Partien der Saison meist; dazwischen hatte der Abwehrspezialist einen ziemlich schweren Stand.

Damien Guignet 4,75
Der Westschweizer ist neben Wyttenbach die Entdeckung der Saison. Zweikämpfen geht er so gar nicht aus dem Weg, und oft gewinnt er sie. Steigerungspotenzial hat er in Bezug auf die Effizienz.

Stefan Huwyler 5
Der Nationalspieler war erstmals alleiniger Abwehrchef, und ihm gelangen häufig gute Leistungen. Im Angriff zeigte er sich verbessert.

Sven Krainer 4,25
Der Rechtsflügel gefiel in seiner dritten und letzten Saison als verlässlicher Ersatz von Dähler. Den fröhlichen und ungemein aufmerksamen Linkshänder werden die Thuner vermissen.

Ron Delhees 5
Nach solidem Start glänzte der Zuger vorab in der Champions League, in welcher er vorüber­gehend auf Rang eins des Torschützenklassements stand. Unmittelbar vor dem Ende des ersten Saisonviertels riss sich der Linkshänder das Kreuzband. Der Nationalspieler dürfte im Hinblick auf die nächste Spielzeit rechtzeitig fit werden.

Nicht beurteilbar ist die Saison der selten eingesetzten Marco Giovanelli, Nino Gruber, Cedric Manse, Janick Sorgen, Christian Arnosti, Dario Lüthi, Joël Chris­tinat und Roman Caspar. Letzterer legte nach Delhees’ Kreuzbandriss ein Comeback hin, das er mit dem Cupsieg krönte.

Enttäuschte teilweise: Reto Friedli.?(Foto: Raphael Moser)

Berner Zeitung

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