GLP forderte vergeblich zusätzlichen Stadtratssitz

Thun

Nach einem Rücktritt bei den Grünen: Der Thuner Gemeinderat lehnt den Antrag der Grünliberalen ab.

Sein Übertritt von den Grünliberalen zu den Grünen ist der Auslöser: Thomas Rosenberg.

Sein Übertritt von den Grünliberalen zu den Grünen ist der Auslöser: Thomas Rosenberg.

(Bild: zvg)

Am Mittwoch gab die Grünliberale Partei bekannt, dass sie den Antrag gestellt habe, ihren verlorenen Sitz im Thuner Stadtrat zurückzuerhalten. «Dem Wählerwillen soll wieder entsprochen und das Vertrauen der Thunerinnen und Thuner zurückgewonnen werden», wird Präsident Norbert Fischer darin zitiert.

Doch um was geht es genau? Bei den letzten Stadtratswahlen im Herbst 2018 hatten die Grünliberalen drei Sitze im Stadtrat erhalten. Doch unmittelbar nach den Wahlen trat Thomas Rosenberg von der GLP zu den Grünen über, womit die Partei einen Sitz verlor und die Grüne Partei «überproportional im Stadtrat vertreten» ist, wie es die GLP ausdrückt. Dies sei von vielen Wählerinnen und Wählern nicht goutiert worden und habe dem Vertrauen in die Politik geschadet, ist die GLP überzeugt.

Als Till Weber von den Grünen am vergangenen Donnerstag seinen Rücktritt aus dem Stadtrat bekannt gab, sah die GLP ihre Chance und verlangte vom Gemeinderat, dass statt eines Vertreters der Grünen ein Vertreter der GLP nachrücken könne. Und nannte mit Raffael Kummer auch gleich einen potenziellen Kandidaten.

Doch die GLP hatte die Rechnung ohne die städtischen Reglemente und Verordnungen gemacht: «Das Nachrücken ist klar geregelt. Wir haben keinen Spielraum in dieser Angelegenheit und weisen den Antrag ab», erklärte gestern Stadtschreiber Bruno Huwyler auf Anfrage. «Wenn ein Mitglied von der Liste der Grünen Partei zurücktritt, dann rutscht automatisch das nächste zur Verfügung stehende Mitglied dieser Liste nach.» Am Mittwoch wurde nun auch bekannt, wer das ist: Der Gemeinderat hat die 34-jährige Musikpädagogin und Yogalehrerin Sarah Zaugg für gewählt erklärt.

Übrigens: Der Fall, wie ihn sich die GLP gewünscht hätte, könnte nur dann eintreffen, wenn Thomas Rosenberg zurücktreten würde, weil dieser auf der Liste der GLP gewählt wurde.

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