Gschwend-Areal: Parlament stimmt der Grundordnung zu

Steffisburg

Der Grosse Gemeinderat hat die für das Gschwend-Areal vorgesehene baurechtliche Grundordnung am Freitag einstimmig gutgeheissen. Im September entscheidet das Volk über die Vorlage.

Das Gschwend-Areal in Steffisburg mit dem Dükerweg (ganz links) und der Unterdorfstrasse (rechte Bildhälfte).

Das Gschwend-Areal in Steffisburg mit dem Dükerweg (ganz links) und der Unterdorfstrasse (rechte Bildhälfte).

(Bild: Christoph Gerber/luftbild-drohne-thun.ch)

Das Gschwend-Areal zwischen Unterdorf-, Austrasse und Dükerweg ist in Steffisburg ein Dauerbrenner. Bestrebungen, das vor allem gewerblich genutzte Areal und die benachbarten Gebäude umzuzonen, reichen bis 1995 zurück.

Dazwischen liegt eine lange Geschichte mit Planungsstopps, Besitzerwechseln und regelmässigen Verzögerungen. In den letzten Jahren hat die Planung wieder Fahrt aufgenommen; jüngst standen insbesondere die Pläne der Migros, an diesem Standort einen neuen Laden zu realisieren, im Fokus.

Am freitag durfte sich der Grosse Gemeinderat (GGR) mit der Zukunft des Areals beschäftigen. Es galt die baurechtliche Grundordnung anzupassen. In der Zone mit Planungspflicht (ZPP) Dükerweg wird festgehalten, was im Perimeter erlaubt und was erwünscht ist. So ist etwa von einer «städtebaulich qualitätsvollen Verdichtung mit gemischter Nutzung» die Rede.

Zudem werden die Geschosszahlen, die maximalen Flächen für die verschiedenen Nutzungsarten oder die Anzahl Fahrten definiert. Gerade den letzten Punkt hob Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP) hervor, da die erwartete Mehrbelastung mit Verkehr lange Zeit kritisiert wurde.

In diesem Punkt ist auch nach wie vor eine Einsprache hängig. Die Fahrtenzahl ist nun auf einen Tageswert von 2200 limitiert worden – gemäss einem 2012 erstellten Verkehrsmodell ergibt sich dadurch «keine spürbare Mehrbelastung» im Quartier.

Das gute Timing der Migros

«In diesem Perimeter werden wir mit der neuen Grundordnung dem Ziel der inneren Verdichtung gerecht», warb Marti. Rasch zeigte sich, dass das Geschäft über alle Parteigrenzen hinweg auf Wohlwollen stösst. «Da passiert etwas Gutes für unser Dorf. Diese Chance müssen wir packen», sagte Patrick Bachmann im Namen der EVP/EDU-Fraktion.

Sereina Allia von der FDP/GLP-Fraktion sprach von einer «multifunktionalen, nachhaltigen Nutzung» und gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Umsetzungsphase rascher vonstattengehen werde als jene der Planung. Simon Eggler (Fraktion SP/Grüne) lobte das geplante verdich­tete Bauen, und Werner Marti (SVP) würdigte die ZPP als «gutes Projekt, in das viel Arbeit gesteckt wurde und das viel Nerven gekostet hat».

Der GGR bewilligte die Änderung des Zonenplans mit der ZPP Dükerweg und den entsprechenden Artikel im Baureglement am Ende glatt mit 31 zu 0 Stimmen. Als Nächstes wird die Stimmbevölkerung am 25. September an der Urne über die Änderung der baurechtlichen Grundordnung befinden. Danach wird das kan­tonale Amt für Gemeinden und Raumordnung noch über die hängige Einsprache entscheiden.

Ein besonderes Zückerchen hielt Gemeindepräsident Marti unmittelbar vor der Schlussabstimmung bereit: Er informierte den GGR, dass die Migros just am Freitag den Entwurf eines Baugesuchs für die Sanierung des Ladens im Oberdorf eingereicht habe. Der Gemeinderat hatte sich stets dafür starkgemacht, dass der Grossverteiler wegen der Pläne am Dükerweg nicht plötzlich im Oberdorf abspringt.

Marti geht, Gerber wechselt

In zwei weiteren Traktanden genehmigte das Parlament diskussionslos total 1 Million Franken für zwei Strassenbausanierungsprojekte an der Merkurstrasse respektive am Sanddorn-/Hasenweg.

Den GGR verlassen wird Daniel Marti (SVP), der mit seiner Familie nach Oppligen zieht. Die Nachfolge wird an der nächsten Sitzung geregelt. Vom GGR in den Gemeinderat wechseln wird per 1. August Christian Gerber von der EDU. Er ersetzt dort Lorenz Kopp (EVP), der nach acht Jahren den Rücktritt eingereicht hat.

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