Guter Abschluss lässt Erizer hoffen

Zulgtal

Die Gemeinde Eriz schreibt dunkelschwarze Zahlen. Nun steht eine Steuersenkung zur Debatte.

Dunkelschwarze Zahlen in Eriz: Gibt es nun bald eine Steuersenkung?

Dunkelschwarze Zahlen in Eriz: Gibt es nun bald eine Steuersenkung?

(Bild: Screenshot/Google Streetview)

Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt. Entsprechend tiefenentspannt lauschten die 22 Erizer, welche am Mittwoch der Gemeindeversammlung beiwohnten, den Ausführungen von Gemeindeverwalterin Charlotte Küenzi. Sie konnte eine ausgesprochen gute Rechnung präsentieren.

Der Gesamthaushalt schliesst mit einem Plus von knapp 140'000 Franke ab. Dies bei Einnahmen von 2,23 Millionen Franken. Der allgemeine Haushalt (ohne Spezialfinanzierungen) weist gar einen Überschuss von knapp 169'000 Franken aus.

Zum guten Ergebnis hätten vor allem deutlich höhere Steuereinnahmen geführt, sagte Küenzi. Die Gemeindeverwalterin hatte 89'000 Franken weniger erwartet. Gegenüber dem Steuerjahr 2017 flossen 73'000 Franken Steuergelder mehr in die Kasse von Eriz. «Die Rechnung sieht wirklich gut aus», resümierte Küenzi.

Sie liess durchblicken, dass der Gemeinderat angesichts der Zahlen über eine Steuersenkung nachdenke. Aktuell hat Eriz einen Steuerfuss von 1,85 Einheiten und liegt damit im Vergleich mit den anderen Gemeinden im Verwaltungskreis im letzten Drittel der Rangliste. Angeführt wird die Steuertabelle von Jaberg (1,49), gefolgt von Heimberg und Oppligen (je 1,5), an letzter Stelle liegt Uebeschi (2,0).

Die guten Nachrichten rissen für die Erizer, welche die Rechnung wenig überraschend einstimmig absegneten, nicht ab. So legte ihnen der Gemeinderat zwei erfreuliche Abrechnungen vor. Sowohl ein Projekt im Rahmen der generellen Entwässerungsplanung als auch die Sanierung von Halten- und Schwandstrasse kamen günstiger als geplant.

Vorfreude auf die Fete

Grund zum Feiern werden die Erizer auch nächstes Jahr haben. Dannzumal aber nicht aus finanziellen, sondern aus historischen Gründen. Der Name Eriz ist erstmals 1320 urkundlich erwähnt worden. Deshalb plant ein OK ein grosses Jubiläumsfest. Es findet vom 7. bis 9. August statt.

«Tragt euch das Datum schon mal in die Agenda ein», rührte der langjährige Gemeindeschreiber Christian Aeschlimann zünftig die Werbetrommel. Er hat sich in den letzten Monaten auf allerlei Anekdoten aus dem Tal gestürzt und Geschichten übers Eriz zusammengetragen, die in einem Jubiläumsbuch zusammengefasst werden.

Respekt vor 5G-Antennen

Nur in Minne endete der Abend aber nicht. Zuerst richtete Gemeindepräsident Daniel Kropf einen Appell an die Anwesenden. Sie sollten Abfallsünder am Schlafittchen packen oder ihm einen Hinweis geben, dann mache er das.

Er ärgere sich masslos, sagte Kropf, dass Müll einfach aus dem fahrenden Auto entsorgt werde. «Das passt so ganz und gar nicht zu unserem Tal», sagte er. Schliesslich ergriff noch ein Bürger das Wort und äusserte Bedenken im Zusammenhang mit dem geplanten Bau von 5G-Antennen. «Es gibt viele ungeklärte Fragen. Es ist gut, wenn wir die Sache auch im Eriz genau anschauen.»

Thuner Tagblatt

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