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Gutes Wetter und viele Touristen

Die BLS-Schifffahrt verzeichnet 12 Prozent mehr Fahrgäste im laufenden Jahr – das gute Wetter und die grosse Nachfrage aus dem Ausland spielten die Hauptrolle.

Das «Spiezerli» wird in der neuen Werfthalle in Thun renoviert. Im Vordergrund das Heckruder.
Das «Spiezerli» wird in der neuen Werfthalle in Thun renoviert. Im Vordergrund das Heckruder.
Marc Imboden

«Vor Ihnen steht ein glücklicher Leiter der Schifffahrt.» So begrüsste Claude Merlach am Mittwoch die Medienvertreter in der BLS-Werft in Thun. Thema: Zwischenbilanz der Saison 2018. Auf dem Thuner- und dem Brienzersee erzielte die BLS-Schifffahrt ihr bestes Ergebnis seit 2009, als das Unternehmen zusammen mit Coop eine Rabattaktion lancierte und die Schiffe geradezu überrannt wurden. Lässt man diesen Sonderfall weg, handelt es sich um die besten Zahlen seit 2003. Auf Thuner- und Brienzersee waren in diesem Jahr bis 4. November 1,094 Millionen Personen unterwegs, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 12,2 Prozent bedeutet. Auf dem Thunersee betrug die Zunahme 9,3 und auf dem Brienzersee 17,9 Prozent.

Mit Bergsee-Charme

Die Gründe für das Spitzenresultat liegen auf der Hand: «Da war zum einen das gute Wetter, von dem die ganze Tourismusbranche profitieren konnte», wie Claude Merlach ausführte. Hinzu komme die grosse Nachfrage aus dem Ausland. Die Gäste, die in Interlaken logieren, favorisieren den Brienzersee, der mit seinem grünen Wasser und den Giessbachfällen den Charme eines Bergsees hat.

Auf dem Thunersee sei das Dampfschiff Blümlisalp nach wie vor das Flaggschiff der BLS. «Ohne die Blümlisalp wären wir weniger erfolgreich», sagte Merlach auf die Frage eines Journalisten. «Wir bearbeiten unseren Markt weiterhin aktiv, zum Beispiel mit Kooperationen mit anderen Anbietern», führte der Leiter der BLS-Schifffahrt weiter aus. Wer beispielsweise im Hotel Giessbach logiert, geniesst freie Fahrt auf dem ganzen Brienzersee. Auch mit den Jungfraubahnen spannt die BLS-Schifffahrt zusammen, etwa im Bereich Marketing in China, Indien und Südkorea.

Zu wenig Wasser

Mit der nun beginnenden Winterschifffahrt wolle man den Gästen wieder ein «attraktives und vielfältiges Angebot» präsentieren, sagte Claude Merlach gestern weiter. So gibt es neu Adventsfahrten auf dem Brienzersee: Am 9. und 16. Dezember sind je zwei Kurspaare (Interlaken-Ost–Brienz und retour) mit einem weihnächtlichen Gastronomieangebot eingeplant. Am kommenden Wochenende (Samstag und Sonntag) fahren zudem Schiffe ab Interlaken-Ost zum Weihnachtsmarkt Brienz.

So ist es zumindest geplant. Aktuell sei der Wasserstand aber dermassen tief, dass Interlaken-Ost nicht angefahren werden könne, bedauerte Merlach gestern. Die Schiffe fahren deshalb ab Bönigen; ein Gratisshuttledienst von respektive nach Interlaken-Ost ist organisiert. Eine weitere Attraktion ist der «Winterdampf»: Die DS Blümlisalp verkehrt zwischen 25. Dezember und 2. Januar täglich auf dem Thunersee.

Verzögerung beim «Spiezerli»

Grosses hat die BLS-Schifffahrt auch in der neuen Werfthalle in Thun vor. «Die Blümlisalp erhält eine neue, zweite Bordstromanlage und einen Ersatz für die Wasseraufbereitung, und zu diesem Zweck werden wir sie das erste Mal in der neuen Halle aufstapeln – das wird ein grosser Moment für uns!» Die Blümlisalp ist notabene das grösste Thunerseeschiff der BLS; die Dimensionen der neuen Halle sind auf sie abgestimmt worden. Weitere Gäste in der Werft werden die MS Bubenberg sein (neue WC-Anlage, neues Innenmobiliar und Ersatz des Bodenbelags in der 1. Klasse), die MS Beatus (neues Innenmobiliar) und die MS Brienz (Ersatz Holzdeck). Zurzeit wird das Dampfschiff «Spiezerli» in der Halle renoviert. Doch hier sieht sich die BLS-Schifffahrt mit Problemen konfrontiert: Dampfkessel, Steuerhaus und der Infrastrukturblock sind zwar vor Ort und zum Einbau in das 100-jährige Schiff bereit.

«Die Renovationsarbeiten sind auf Kurs, bei der Dampfmaschine gibt es aber noch Verzögerungen durch den Lieferanten», sagte Claude Merlach. Auch finanziell sei das komplexe Projekt noch nicht gesichert. Weil kaum noch Originalteile vorhanden seien, gelte das Schiff nicht als erhaltenswert, weshalb das Gesuch um Unterstützung durch den Lotteriefonds abgelehnt wurde. «Die Inbetriebnahme wird sich deshalb um etwa ein Jahr verzögern», stellte Merlach in Aussicht.

Neue Ländte ab 11. Mai

Weitere Neuerungen im nächsten Jahr: In Thun an der Ländte gibt es ein elektronisches Fahrgastinformationssystem, und die Ländte Leissigen wird nun neu gebaut, nachdem mehrere Anläufe bisher gescheitert waren. Erstmals angefahren wird sie am 11. Mai – natürlich von der Blümlisalp. Danach wird sie den Sommer über täglich bedient.

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