Handys ergaunert: Nur eines von elf Delikten

Ein junger Mann wurde wegen zahlreicher Straftatbestände, darunter mehrfachen Betrugs, vom Regionalgericht Oberland zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt.

Der Verurteilte schloss mit einer Kollegin mehrere Handyverträge ab, um kostenlos an verschiedene Mobiltelefone und Tablets zu kommen.

Der Verurteilte schloss mit einer Kollegin mehrere Handyverträge ab, um kostenlos an verschiedene Mobiltelefone und Tablets zu kommen.

(Bild: Keystone)

Dem 26-jährigen in der Region Thun wohnhaften Schweizer wurden von der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, elf Straftatbestände zur Last gelegt. Am schwersten wog mehrfacher Betrug, begangen im Sommer und im Herbst 2014. Eine Kollegin des Beschuldigten schloss mit drei Anbietern mehrere Mobilfunkabonnemente ab. Auf diese Weise erhielt sie einige Mobiltelefone und Tablets gratis.

Über das Vorgehen instruiert wurde sie vom Angeklagten, der sie jeweils begleitete. «Die beiden beabsichtigten von Anfang an, die Abonnemente nicht zu bezahlen und die Geräte zur eigenen Bereicherung zu gebrauchen und teilweise auch zu verkaufen», so der Vorwurf in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Beantragt wurde eine unbedingte Freiheitsstrafe von zehn Monaten.

Strafanträge wurdenzurückgezogen

Bei der Befragung gab die Frau zu Protokoll, durch den Beschuldigten zu den Vertragsabschlüssen gedrängt worden zu sein. Sie habe richtiggehend Angst vor ihm gehabt. In diesen Kontext passen die Tätlichkeiten und die Drohungen, die der Mann im Dezember 2014 an einer Bushaltestelle gegenüber der Frau, die als Privatklägerin auftrat, begangen hatte.

Im Verlauf der Verhandlung zog sie die diesbezüglichen Strafanträge dann allerdings zurück, weil der Beschuldigte sich in einer Vereinbarung verpflichtete, ihr einen Wiedergutmachungsbetrag auszurichten. Zudem entschuldigte er sich bei ihr per Handschlag für die erlittene Unbill. Allfällige Verfehlungen der Frau als Mittäterin werden in einem separaten Verfahren abgehandelt.

Teilweise war Alkoholim Spiel

Als weitere Straftatbestände stehen Diebstahl, Sachbeschädigung, Beschimpfung mehrfach, Drohung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Entwenden eines Motorfahrrades zum Gebrauch, Führen eines Motorfahrrades ohne Berechtigung, Verunreinigung von fremdem Eigentum und schliesslich Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz in der Anklageschrift. «Einige dieser Straftaten habe ich im Zustand starker Betrunkenheit begangen», sagte der Beschuldigte.

Gemeinnützige Arbeitbeantragt

«Das Vorstrafenregister ist lang», räumte der amtliche Verteidiger ein. Es reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Gegenwärtig sitzt der Mann eine Freiheitsstrafe wegen früherer Straftaten ab. In drei Betrugsfällen und in Bezug auf Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte forderte der Anwalt Freisprüche. Er plädierte für die Leistung von gemeinnütziger Arbeit oder allenfalls für eine bedingte Freiheitsstrafe.

«Für eine solche dürfen keine schlechten Prognosen bestehen», sagte die Gerichtspräsidentin unter anderem bei der Urteilsbegründung. Sie wies dabei beispielsweise auf das Verhalten des Mannes im gegenwärtigen Strafvollzug hin, das zu Beanstandungen Anlass gegeben habe. Er wurde zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten, unter Anrechnung der Un­tersuchungshaft von 33 Tagen, und zu einer Busse von 400 Franken verurteilt.

Ferner hat der 26-Jährige die Verfahrenskosten von annähernd 8000 Franken zu tragen und zwei Zivilkläger mit rund 900 Franken zu entschädigen.

Thuner Tagblatt

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