Zulg

Heimberg hat die Planung in Angriff genommen

ZulgVor gut einem Jahr übergab der Kanton Bern der Gemeinde Heimberg die Verantwortung für die Aufweitung der Zulg-Mündung in die Aare. Jetzt läuft die konkrete Planung an.

Die heutige Zulg-Mündung in die Aare. Durch die obere dieser beiden Schwellen verläuft ein ARA-Hauptkanal.

Die heutige Zulg-Mündung in die Aare. Durch die obere dieser beiden Schwellen verläuft ein ARA-Hauptkanal. Bild: Marco Zysset

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Eigentlich war von Anfang an klar, dass das ambitionierte Projekt Aarewasser eine Nummer zu gross ist: Die Aare von Thun bis Bern in einem einzigen Gesamtprojekt zu sanieren, war das Ziel; unter dem Eindruck der Schäden, welche das Hochwasser 2005 angerichtet hatte, zwar verständlich, mit Blick auf die zahlreichen Involvierten wie Gemeinden, Burgergemeinden oder Wassernutzer aber viel zu komplex.

Das sah der Kanton ein, nachdem schon einiges an Planungsarbeit geleistet worden war, und beendete den Koloss Aarewasser Ende 2016, beziehungsweise teilte ihn auf in 22 Einzelprojekte, wobei aus heutiger Sicht durchaus denkbar ist, dass noch einmal in mehr und kleinere Einheiten segmentiert wird.

Verantwortung bei Gemeinde

So erfuhr die Gemeinde Heimberg, welcher die gesetzliche Wasserbaupflicht obliegt, damals relativ spät, dass sie künftig die Verantwortung für die Längsvernetzung Zulg mit der Aufweitung der Zulg-Mündung in die Aare auf ihrem Gemeindegebiet hat. Ziel dieser Längsvernetzung: Die ganze Zulg von der Mündung bis ins Eriz fischgängig machen. Während in Steffisburg der Wasserbauplan mit den nötigen baulichen Massnahmen – namentlich dem teilweisen Rückbau der grossen Müllerschwelle – noch dieses Jahr in die öffentliche Auflage gehen soll, laufen die Planungsarbeiten in Heimberg jetzt erst an.

«Rasch umsetzen»

«Der Gemeinderat hat den Grundsatzentscheid gefällt, dass er das Projekt rasch umsetzen will», sagt Gemeinderat und Leiter des Ressorts Planung, Beat Schertenleib (EDU). So ist Rolf Däppen, Bereichsleiter Tiefbau in der Bauverwaltung, derzeit daran, die Projektorganisation aufzugleisen. «Erste Schnittstellen mit der Gemeinde Steffisburg sind abgesprochen», sagt er. So ist unter anderem klar, dass Steffisburg die Längsvernetzung ab der Eisenbahnbrücke flussaufwärts plant, während Heimberg die Verantwortung für Planung und Bau flussabwärts hat.

«Eckwerte bleiben»

Däppen betont, das Ziel sei, auf Basis der bereits geleisteten Planung weiterzuarbeiten. «Die Eckwerte bleiben.» Will heissen: Die heutigen Schwellen werden entfernt und durch Blockrampen ersetzt, die Zulg-Mündung wird aufgeweitet, der Kalisteg wird «einige Meter» flussaufwärts neu gebaut. «Zentral ist aber auch, dass die bestehenden Naherholungselemente wie die Grillstelle beim Zulgspitz oder die Wege erhalten bleiben», sagt Beat Schertenleib.

Grösste Knacknuss technischer Art dürfte die Verlegung des ARA-Hauptkanals sein, welcher heute durch die unterste Zulg-Schwelle verläuft. «Um diese aufheben zu können, müssen wir eine technische Lösung finden, damit der Kanal die Zulg queren kann», sagt Däppen. Organisatorisch komme hinzu, dass die Bauverwaltung die Leitung für ein Wasserbauprojekt dieser Grösse zuerst auf die Beine stellen muss. «So gesehen können wir frühestens 2019 eine öffentliche Mitwirkung starten, in der sich die Bevölkerung konkret einbringen kann», sagt Rolf Däppen.

Hoher Subventionsanteil

Bereits früher hatte die Burgergemeinde als betroffene Wald­besitzerin signalisiert, dass sie dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüberstehe – «sofern ein Realersatz für den verlorenen Wald auf Heimberger Gemeindegebiet geleistet wird», wie Beat Schertenleib präzisiert. Bezüglich der Kosten waren für die Zulg-Aufweitung in Heimberg im Rahmen des Projektes Aarewasser 8,2 Millionen Franken veranschlagt. «Ich gehe davon aus, dass wir uns weiterhin in diesem Rahmen bewegen, allenfalls etwas höher», sagt Schertenleib – und betont: «Wir können davon ausgehen, dass mindestens 85 Prozent der Kosten von Bund, Kanton, dem Renaturierungsfonds und anderen Institutionen übernommen werden.»

(Thuner Tagblatt)

Erstellt: 02.04.2018, 21:15 Uhr

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