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Heisses Probenwochenende verlangte allen etwas ab

In zwei Wochen feiert die Kulturlandbühne Premiere mit ihrer neuen Aufführung «Wie im Himmel». Die 70 Mitwirkenden üben intensiv am richtigen Zusammenspiel, wie ein Besuch der Probenarbeiten zeigte.

Unter den Augen von Regisseur Mitja Staub (links) und der Produktionskoordinatoren üben die Laiendarsteller die Dorffestszene ein.
Unter den Augen von Regisseur Mitja Staub (links) und der Produktionskoordinatoren üben die Laiendarsteller die Dorffestszene ein.
Andreas Tschopp

Kinder biegen mit Velos, Trottinetten oder seilhüpfend um die Ecke und bewegen sich auf den Dorfplatz zu. Das tun auch ein paar Musikanten, gefolgt von einer Gruppe von Leuten, die Bänke und Tische herbeitragen, diese auf der Bühne aufstellen und sogleich zu tanzen beginnen.

Das ist der Auftakt zum Sommerfest auf dem Dorfe. Angesiedelt wurde dieses ursprünglich in Nordschweden, es bildete den Hintergrund für das 2004 verfilmte Musikfilmdrama «Wie im Himmel».

Das gleichnamige Freilichttheater wird im Thuner ­Ostamt im Weiler Bruchebüel vor dem ehemaligen Schulhaus aufgeführt. Dort probte am vergangenen Wochenende die Kulturlandbühne für ihre Aufführungen, die am 13. Juni starten.

Noch sieben Probenabende

«Dieses Wochenende ist entscheidend!», sagt Regisseur Mitja Staub, der eine Mütze mit der Aufschrift «I’m the Boss» trägt. Diese schützt ihn nicht bloss vor der kräftig scheinenden Sonne, sondern macht gleich klar, wer das Sagen hat auf dem Platz, wo es sehr heiss ist. Wie der Regisseur erklärt, geht es an den beiden Probentagen hauptsächlich darum, die Abläufe einzuspielen.

Dabei ist vorab die Rolle des Inspizienten respektive Koordinators (Jürg Stäger) wichtig. Dieser sitzt unter dem Zeltdach direkt neben dem Regisseur und gibt auf dessen Anweisung per Funk Kommandos an die 70 Mitwirkenden weiter. «Es läuft recht gut», meint der Spielleiter.

«Dieses Wochenende ist entscheidend!»

Mitja Staub

An den verbleibenden sieben Probenabenden müssten die Übergänge zwischen den Szenen weiter eingeübt werden, «bis die Sache sitzt», so Staub. Er arbeitet als Lehrer und führt das dritte Mal Regie bei der Kulturlandbühne. Staub hat auch schon mit der ­Kyburgbühne Thun gearbeitet und wird die Inszenierung beim nächsten Winterzauber machen.

«Arbeit intensiv, aber genial»

Die Proben für das Freilichtspiel verlangten bei hochsommerlichen Bedingungen allen Beteiligten einiges ab – vor allem Adrian Dummermuth, der die Hauptrolle des Daniel Dareus spielt. Der international erfolgreiche Dirigent aus Schweden kehrt in sein Heimatdorf zurück und startet dort ein neues Chorprojekt.

«Die Arbeit ist intensiv, aber es ist genial», erklärt der Lehrer aus Heiligenschwendi, der bereits beim Vorgängerprojekt mitwirkte und sich nun erstmals für eine Sprechrolle gemeldet hat. Er gehe nach jeder Probe «sehr erfüllt» nach Hause, meint Dummermuth, der sonst nebenbei im Komikerduo Faad auftritt. Dies, wie er betont, allerdings meist bei Privatanlässen und nicht vor so viel Publikum unter freiem Himmel.

5000 der 8000 Tickets weg

«Es ist ein Projekt der ganzen Region», erklärt Daniel Rychener, Projektleiter bei der Kulturlandbühne. «Wir müssen nicht, sondern machen es, wenn wir wollen», sagt derjenige, der dafür sorgt, dass neben der Bühne alles rundläuft. Das Budget der neuen Aufführung liegt laut Rychener bei 350 000 Franken, die zu einem Drittel von Sponsoren – zumeist Gewerbe aus der Region, das dafür Aufträge erhält von den Organisatoren – und zu zwei Dritteln aus den Ticketeinnahmen gedeckt werden.

Der Projektleiter zeigt sich sehr zufrieden, dass bereits 5000 der 8000 Tickets verkauft werden konnten. Gut gebucht wurden ebenso die Plätze im Restaurant, eingerichtet in einer Scheune auf dem Weg zum Spielort. Das Bistro werde über dem Badweiher erstellt, sagt ­Rychener, der auf der Schwarzenegg wohnt und als stellvertretender Stadtingenieur von Thun arbeitet.

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