Hoch über der A8: Bohren im «Bruchhaufen»

Spiez

Seit zehn Tagen ist die Passage östlich des Leimerntunnels auf der A8 durch eine Baustelle belegt. Entsprechend ist die Fahrbahn enger als sonst.

Hoch über dem Verkehr der A 8 bohren Bernhard Seiler (r.) und sein Neffe Daniel Bohrlöcher für Steinschlagnetze. Im Hintergrund die Bürg.

Hoch über dem Verkehr der A 8 bohren Bernhard Seiler (r.) und sein Neffe Daniel Bohrlöcher für Steinschlagnetze. Im Hintergrund die Bürg.

(Bild: bpm)

Bruno Petroni

Staubiger Job am Abgrund: 30 Meter über der Nationalstrasse A 8 steht Bernhard Seiler auf einer kleinen Hebebühne. Zwischen ihm und seinem unterhalb am Arbeitsseil hängenden Neffen Daniel Seiler ist eine Lafette installiert, mit welcher die beiden Felsspezialisten ein drei Meter tiefes und fast zehn Zentimeter breites Loch bohren.

Eines von über hundert Bohrlöchern, welche der Verankerung der neuen Steinschlagnetze dienen. Netze, welche mit einer Flacheisenbremse ausgerüstet sind und Energien bis zu 500 Kilojoule abbremsen können.«Ist halt ein bisschen ein Bruchhaufen hier.» Damit meint Bernhard Seiler die Felsbeschaffenheit. Nebst Kalk kommen hier auch vereinzelt weiche Gesteinsschichten zum Vorschein. «Ausläufer der Gipsunion quasi – ähnlich wie in der Bürg unten», witzelt Seiler.

Seit zehn Jahren, als die bis ins Güetital führende Umfahrungsstrasse A 8 vom Kanton an das Bundesamt für Strassen (Astra) überging, wurden an der Hondrichfluh zwar jährlich Felsreinigungsarbeiten durchgeführt, jedoch keine grösseren Investitionen mehr getätigt. Die der­zeitige Erneuerung des Steinschlagschutzes kostet den Bund rund 450 000 Franken. Schon im letzten Herbst wurde an selber Stelle während zweier Wochen der Durchgangsverkehr über die Distanz von rund 300 Metern über die Richtung Thun führende Fahrbahn geführt – genauso wie jetzt.

Damals wurde quasi als Vor­bereitungsarbeit das 45-jährige, rund 800 Quadratmeter Fels ­abdeckende Drahtgeflecht aus den Zeiten der Eröffnung der Umfahrungsstrasse in den Siebzigerjahren weggerissen und durch ein neues ersetzt. Der mit den Arbeiten betraute Bernhard Seiler baut in diesen Tagen mit seinen drei Mann unmittelbar über dem alten Steinschlagnetz ein neues. Etwas weiter östlich Richtung Salzbrunnen wird das Gelände etwas flacher. Entsprechend wird dort ein etwas schwächeres, jedoch gleich hohes Fangnetz installiert. «Das Wetter kommt uns entgegen, wir kommen gut voran und sind durchaus im Zeitbudget drin», freut sich der Böniger Metallbauer. Dieses Zeitbudget sieht die Fertigstellung der Baustelle bis zum 9. Mai vor. Am nächsten Donnerstag kommt es im Leimerntunnel noch zu einer nächtlichen Tunnelreinigung. Der Tunnel wird von 20 Uhr bis Freitagmorgen, 6 Uhr, gesperrt sein. «Nach der Reinigung von Russ, Staub und Salzresten vom Winter wird der Tunnel wieder einiges heller erscheinen», sagt der Medienverantwortliche des Astra, Mark Siegenthaler. Dieselbe Reinigung und entsprechende Nachtsperrung erfährt bereits nächste Dienstagnacht der Simmenfluhtunnel bei Wimmis.

Berner Zeitung

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